DAX Zahlen aktuell – Eon, was ist aus dir geworden..+ K+S

Heute gab es im DAX zwei große Verlierer. Eon und K+S, beide gaben negative Ausblicke fürs nächste Jahr. Während für den einen jedoch die Zukunft wirklich ungewiss ist, sehe ich beim anderen die Schwäche nur als temporär.

Zu EON: Es ist für viele deutsche Aktionäre wohl eine der schmerzlichsten Erfahrungen der letzten Jahre gewesen. Die Eon-Aktie hat seit 2008 mehr als zwei Drittel an Wert verloren und heute mit 14,50 € wieder nahe am langjährigen Tiefpunk von 2011 notiert.

Die Aktie fiel nach einer Gewinnwarnung fürs nächste Jahr heute um zeitweise über 13%. Zwar konnte EON heute den Aktionären Mut machen, dass auch für das Geschäftsjahr 2012 eine Dividende von 1,1 € angepeilt wird ( Dividendenrendite beim aktuellen Kurs von 14,50 = 7,59 %), dennoch sieht EON eher trübe in die Zukunft…

Als Konzernüberschuss werden zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr erwartet. Es gibt knapp über 2 Milliarden ausstehende Aktien, was einen Gewinn pro Aktie für das laufende Jahr von 2,15 € ergeben würde, wenn der Überschuss beim Mittelwert von 4,3 Milliarden Euro liegen würde. Dies ergebe beim aktuellen Kurs ein laufendes KGV von 6,74.

Ein KGV von 6,74 und eine Dividendenrendite von weit über 7% klingen nicht schlecht und ich denke es ist Zeit sich die Zukunftserwartungen von EON daher einmal genauer anzusehen.

Das große Thema nach dem Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie ist das Thema: „Schafft Eon es mehr Geld mit regenerativen Energien zu machen und den Konzernumbau zu schaffen“. Dies spiegelt sich auch bei den Investitionen von Eon im laufenden Jahr wieder. Die Investitionen wurden durch die Bank zurückgefahren, nur die Investitionen in erneuerbare Energien stiegen um 56 % ( + 401 Millionen € ) im Vergleich zum Vorjahr. Eon scheint aber gar nicht mehr so heiß auf den deutschen Markt zu sein und investiert inzwischen vermehrt auswärts, kann ich ihnen auch nicht verübeln.www.ansahl.com

So gut mir der Fokus auf erneuerbare Energien bei Eon auch gefällt, so tun sich bei mir beim großen Nordamerika Investment doch Fragen auf. Inzwischen befinden sich 52% der Kapazitäten von EC&R ( E.ON Climate & Renewables )in Nordamerika. Hier bin ich mir zukünftig unsicher ob man sich vom regenerativen Geschäft soviel erwarten kann. Die USA schwimmen im eigenen Öl und haben unheimlich viel sehr günstiges Erdgas, ob also die Begeisterung für erneuerbare Energie und die damit verbundenen Kosten (u.a. neue Infrastruktur) in Übersee gut ankommen? Die USA sind ein Land mit wachsender Bevölkerung und dem großen Thema Jobs. Auch wenn die derzeitige US-Regierung stark für erneuerbare Energien ist kann dieser Trend schnell kippen. Dann wird der Wähler sich fragen, was den die hohen Kosten für erneuerbare Energie sollen, wenn man massig auf günstigem Erdgas sitzt.

Zudem kommt bei der Eon Aktie auch noch die schlechte Wirtschaftslage in Europa dazu. Überall in Europa scheint der Stromverbrauch zu schrumpfen. Nach den jüngsten Eon Zahlen sank er in Italien um fast 10 % und in Spanien um 5% im Jahresvergleich. Auch Deutschlands Strombedarf sank um 2% und wer weiß ob das schlimmste nicht noch kommt. Auf dem deutschen Markt sieht man sich dazu stark mit sinkenden Großhandelspreisen für Strom konfrontiert, was auch schon bei der ENBW negative Auswirkungen hatte.

Alles in allem bleibt EON trotz der aktuellen Bewertung ein Konzern mit vielen Fragezeichen. Auch wenn 14,50 pro Aktie verdammt günstig aussehen würde ich hier Einstiegswilligen erst einmal eine Anfangstranche empfehlen und nicht gleich All-In gehen. Alt-Aktionären muss man leider sagen, die Kurse von vor ein paar Jahren werden hier wohl sehr lange nicht mehr wiederkommen.

Es ist schon ein Kraus, was Eon Aktionären in den letzten JaAngela Merkel zieht den stecker. Strom Aktien und die Energiewende, RWE EON aktien jetzt verkaufen, Mappus ENBW-Skandal, niedrige Strompreise, zu hohe ENergiekosten, Aktien, KFZ-Versicherungen, Stromvergleich, billige Stromanbieter, Zertifikate und Optionsscheine auf Energie, Riester-Rente, Altersvorsorgehren widerfahren ist. Einst eines der großen deutschen No-Brainer Aktien wird man heute von schlechten Nachrichten überhäuft und der Kurs will und will sich nicht erholen. Gerade die plötzliche Abkehr von Atomenergie als Brückentechnologie (erinnert sich noch jemand? ) hat gezeigt, was politischer Einfluss aus einst strahlenden Branchen und Unternehmen machen kann.

Kali + Salz AG – es wird auch mal wieder besser werden

Bei den jüngsten Zahlen und Ausblicken von K+S gab es für mich heute nichts neues. Die wohl erst im ersten Halbjahr 2013 anstehenden Vertragsabschlüsse mit China und Indien erschweren das Geschäft mit Kali derzeit, da dadurch kein richtiger Weltmarktpreis zustande kommt. Der Absatz von Kali wird im nächsten Jahr weltweit auf 54 Millionen Tonnen geschätzt; in den ersten 3 Quartalen 2012 lag er bereits bei 56 Millionen Tonnen und 2011 sogar bei über 69 Millionen Tonnen. Mit Kursaufschlägen bei der Kali und Salz Aktie ist daher wohl erst einmal nicht zu rechnen, dennoch bin ich optimistisch für den langfristigen Erfolg der Düngerproduzenten ( Investieren in Düngemittel, der entscheidende Rohstoff von morgen ) und empfehle daher bei Kursen von eventuell unter 30 Euro sich die Kali & Salz Aktie einmal genauer anzusehen. Gerade im Salzgeschäft kann es durch den extrem schlechten letzten Winter langfristig fast nur besser werden.

6 Gedanken zu “DAX Zahlen aktuell – Eon, was ist aus dir geworden..+ K+S

  1. Bezüglich Eon:

    Interessant wäre es in ein paar Jahren die Rechnung zu machen
    was aus einem Investment geworden sein würde, wenn man sämtliche
    Dividenden reinvestiert hätte. Habe bei Jeremy Siegel in Langfristig Investieren gelesen,dass die Rendite bei sinkenden Kursen trotzdem spitze sein kann, wenn die Dividenden vollständig reinvestiert werden.

    Hintergrund ist, dass man bei niedrigeren Kursen mehr Stücke für sein Geld
    bekommt. Im Buch war eine Tabelle, da sah man, dass selbst sinkende
    Pharmawerte Renditen jenseits der 10 % gebracht hätten…

    Eon sieht schon sehr sehr günstig aus. Mache aber auch einen Bogen
    drumherum. Wenngleich ich eigentlich nicht an einen schleichenden
    NIedergang à la Telekom glaube.

  2. Hat er bei der Berechnung auch die Steuer berücksichtigt. Und vorallem die sehr hohe in Deutschland? In den USA ist sie ja deutlich niedriger und es gibt höhere Freibeträge. Man kann ebent immer nur knapp 75% reinvestieren der Rest eh wird einem für mehr hartz und Integration abgeknöpft

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  4. Hallo,
    ich denke Halter von E.On Aktien, die zwischen 2004 und 2007 gekauft haben sind immer noch im Verlust und könnte möglicherweise auch dort bleiben.
    Man muss bedenken, dass der Kurs um über 250% vom aktuellen Kurs wachsen müsste, um die Kurse von 2007 zu erreichen. Wir sprechen hier nicht von einem Startup Unternehmen, sondern von einem Versorger.
    Ob E.On zu diesen Preisen günstig ist, das kan man erst im Nachhinein sagen, zumindest wirkt sie optisch günstig. Aber man sollte beachten, dass viel Privat-Anleger Versorger Aktien nicht wegen Wachstum, sondern wegen stetigen Dividenden gekauft haben. Aber hier hat E.ON die Nachricht gebracht, die Dividendenzahlungen in Zukunft nach unten anpassen werden.
    In Zeiten von Energiesparleuchten, neuen GEräten mit niedrigem Stromverbrauch und alternativen Energien, könnte es schwierig werden für die Energieversorger weiterhin die Gewinne über Ihre stetigen Kosten halten zu können.
    Vielleicht sollte man sich dann eher Firmen die Energieparleuchten herstellen anschauen.

  5. @ Jens:

    Das weiss ich nicht mehr. Vermutlich hat er ohne Steuer gerechnet.
    Stimmt natürlich was du sagst.
    Finde das Prinzip trotzdem interessant. Bei fallenden Kursen mehr Stücke
    einsammeln zu können und trotzdem eine gute Rendite erzielen zu
    können. Coca Cola war da auch so ein Beispiel. Kann einen jedenfalls
    über längere Zeiträume der Stagnation oder Rückgangs des Aktien-
    kurses hinwegtrösten.

    • Denke mal es macht einen großen Unterschied bei was man die Taktik anwendet. Also bei Coca Cola, Henkel, AT&T wird das klappen oder bei der Eisenbahnindustrie, weil die einfach langfrisitig überleben werden und GEld verdienen. Bei Technologiewerten wäre ich da vorsichtiger. Glaube nicht, dass man da als Nokiainvestor die letzten Jahre gut gefahren wäre ;). Bei soliden Bluechips im Konsumbereich zum Beispiel ist die Taktik mit dem Nachkaufen auf kurz oder lang eine sichere Wette.

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