So zieht Ihr Bankberater Sie über die Rolle!

Gestern ging es ja um das Thema Menschen Mut zu machen ihre finanzielle Planung selbst in die Hand zu nehmen und sich selbst in diesen Bereichen weiterzubilden.

Leider wird man ja oft veräppelt und dies besonders gerne bei irgendwelchen Bankleuten oder Finanzberatern, die einem eben bestimmte Produkte andrehen wollen, da sie bei diesen eben die Provision kassieren.

Viele dieser Betrugsmaschen sind bei ein bisschen überlegen aber recht einfach zu durchschauen und man benötigt dafür eigentlich auch lediglich ein wenig Schulmathe.

Es gibt dabei ein paar Methoden um Ihnen als unerfahrenem Anleger Finanzprodukte (Fonds, ETFs und Co.) anzudrehen, die eigentlich schlecht zusammengestellt oder gemanaged sind. Dabei zielen die Methode der sogenannten Berater meist auf schlechte Mathematikkenntnisse und suggerieren oft ein wesentlich besserer Finanzprodukt als es eigentlich ist..

  1. Methode, die Performanceangabe

Stellen wir uns vor ich habe vor 4 Jahren einen Fond aufgelegt und will Sie nun dazu bringen bei diesem einzusteigen, obwohl ich weiß das es eigentlich nicht so gut lief, da ich in den ersten beiden Jahren Mist gebaut habe.

Nun habe ich zwei Grafiken angefertigt. Sie sagen beide das gleiche aus. Aus 100 investierten Euro wären in den letzten vier Jahren 94,35 € geworden. Würden Sie mir nun 100 Euro geben? Nein! Jemand der in vier Jahren aus 100 Euro 94,35€ macht, dem gebe ich kein Geld. Dann liegt es nämlich besser unter dem Kopfkissen. Ja, es könnte sein, dass ich es schaffe die positive Performance fortzusetzen und das ganze hat sich in der Zukunft irgendwann gelohnt. Denken wir aber nicht so weit und sehen uns die Zahlen 100 und 94 an. Also nein, sie geben mir kein Geld.

Zeige ich Ihnen also die rechte Grafik im X-Y-Diagramm, das wir alle aus unserer Schulzeit kennen, dann werden sie meinem Fond sehr kritische gegenüber stehen.
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Nun zeige ich Ihnen aber das linke Diagramm. Sehen sie sich die Zahlen mal genau an: -20%, -16%, +17% und +20 %. Bleiben doch nach Adam Riese „ +1% „ übrig. Ein kleiner Gewinn, aber immerhin. Schließlich war ja auch Lehman-Pleite und Schuldenkrise.

Beide Grafiken sagen aber tatsächlich das gleiche aus. In beiden Grafiken haben wir gleich viel verloren. Aber Grafik A suggeriert auf den ersten Blick eine deutlich bessere Performance. Aber!, um einen Verlust aus Jahr 1 von 20% auszugleichen brauche ich im zweiten Jahr ein Plus von 25%, da sich ja der Ausgangswert vom Jahresanfang jeweils verändert hat.

Gehen Sie nun einmal am Aushang ihrer Bank vorbei und schauen sie sich mal die Grafiken an. Sie werden sehen, dass hier bei manchen Produkten die Linke und bei manchen die Rechte grafische Darstellung genutzt wird. Wenn Sie eine große Anzahl dieser Aushänge mit dem Taschenrechner nachrechnen würden, würden Sie darauf kommen, dass das Performance-Säulen-Diagramm bei den Produkten genutzt wird, die in den letzten Jahren schlecht liefen. Während das X-Y-Diagramm (der Chart) genutzt wird um die gute Entwicklung eines erfolgreichen Produkts zu unterstreichen. Lassen Sie sich also nie spontan von einleuchtenden Grafiken beeindrucken! meist hat man hier bewusst eine Form gewählt, die das Finanzprodukt besser dastehen lässt als es wirklich ist.

2. Methode, die Verallgemeinerung

Nehmen wir an ich will Ihnen heute einen Immobilienkredit für eine sehr teure Immobilie in Schleswig-Holstein oder dem Ruhrpott verkaufen. Das erste was ich Ihnen erzählen würde wäre „wie toll sich doch die Immobilienpreise in Deutschland entwickeln würden!“. Dies wäre ja auch überhaupt nicht gelogen, in der Tat steigt der Wert des deutschen Immobilienbesitzes seit Jahren an. Diese Verallgemeinerung bedeutet aber nicht automatisch, dass auch Ihre Immobilie in Schleswig Holstein im Wert gewinnt. Nehmen wir an es gäbe in Deutschland nur 2 Häuser. Eines wäre irgendwo in der mecklenburgischen Tundra und eines neben dem AUDI-Werk in Ingolstadt Hat das Haus in Mecklenburg 50 % an Marktwert verloren und das in Ingolstadt um 200 % gewonnen sind zwar die Immobilienpreise in der BRD kräftig gestiegen; ein Haus in Mecklenburg-Vorpommern war aber dennoch eine ganz schlecht Wertanlage.

Das gleiche ist auch bei allen anderen Anlageklassen zu bedenken. Nehmen wir an ich würde für jede Börsentransaktion von Ihnen 10 Euro bekommen. Nun versuche ich Ihnen also möglichst viele Aktien verschiedener Firmen zu verkaufen. Toll wäre es natürlich ich kann Sie dazu überreden einfach Aktien aller 30 Unternehmen im Dow Jones zu verkaufen. Für jede Position gibt es für mich ja 10 Euro und ich hab mit ein paar Klicks 300 Euro verdient.

Folgende Masche würde ich benutzen: „Was Sie wissen müssen ist, dass der Dow Jones eine riesige Erfolgsgeschichte ist. Ende 1912 stand der Dow Jones bei 64 Punkten und Ende 2011 stand er bei 12218 Punkten. Also kaufen Sie jetzt diese 30 Aktien und sie müssen nie wieder irgendetwas überlegen und sind in ein paar Jahrzehnten ein reicher Mann. Wahr ist , dass der Dow Jones in den letzten 100 Jahren kräftig zugelegt hat und damit auch die Inflation locker mehr als ausgeglichen hat. Dies wird auch alle Voraussicht nach so weitergehen. Die US-Bevölkerung wächst, es gibt technischen Fortschritt und Enteignung von Privateigentum steht in den USA auch nicht ins Haus. Hätten sie aber 1912 einfach die Aktien des Dow Jones gekauft, hätten sie aber nicht automatisch die Performance von 64 auf 12218 Punkte. Von den damaligen Dow Jones Werten befindet sich nämlich nur noch ein Einziger im amerikanischen Leitindex und zwar General Electric. Viele andere Firmen sind keinen so erfolgreichen weg durch die Jahre gegangen und es gibt sie nicht mehr. Als diese Unternehmen ihre Probleme nicht mehr lösen konnten und an Marktkapitalisierung verloren wurden diese eben einfach ausgetauscht. (Wie der Dow Jones funktioniert und zu seiner Geschichte gibt es hier Lesematerial. )

Im Film „der Pate 2 / Godfather II“ gibt es das Zitat: „Michael, we’re bigger than U.S. Steel„. Der Spruch spricht darauf an, dass U.S. Steel in der Zeit des Paten als das wohl mächtigste Unternehmen der Welt galt und festes Schwergewicht im Dow Jones war. Heute sind U.S. Steel Aktien noch insgesamt drei Milliarden $ wert und Facebook Aktien 46 Milliarden $. U.S. Steel ist übrigens schon 1991 aus dem Dow Jones entfernt wurden Passen sie also auf mit Aussagen wie „Immobilien sind immer ein gutes Geschäft oder Aktien steigen immer, nur weil sie sich in einem bekannten Index wie dem Dax, dem Dow Jones oder dem Nikkei befinden“. Dies mag im Allgemeinen stimmen, aber nicht bei einzelnen Häusern oder Unternehmen.

Da wir jetzt an der 1000 Wörter-Grenze sind werde ich mir ein andermal weiter überlergen wie ich Sie noch so über die Rolle ziehen könnte ;).

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