Sandy;Kick-Start für die US-Konjunktur & in Europa weiterhin drübe Aussichten

Aktuell mal die Themen welche mich in den letzten Tagen rund um das Thema Börse interessiert haben.

Angefangen hat die Woche ja erst einmal mit dem Tropensturm Sandy, der an der Ost-Küste des USA doch für einiges an Schäden gesorgt hat. Anscheinend scheinen Medien, Bürger und der Katastrophenschutz diesmal die Sache wesentlich ernster genommen zu haben als vor einigen Jahren als Hurrikan Katrina New Orleans erfasste und wochenlang ein erschreckendes Chaos herrschte. Glücklicherweise sind für die Größe der Katastrophe dieses mal nur sehr wenige Menschen ums Leben gekommen und so kann man sich jetzt mit reinem Gewissen die Frage nach möglichen Schlüssen für das Anlageverhalten stellen.

Als erstes schießt einem ja in den Kopf, dass eine solche Zerstörung nichts gutes ist. Es folgen Produktionsausfälle und Schäden bei den Anlagegütern der Unternehmen. Die Versicherungsschäden werden inzwischen auf bis zu 50 Milliarden US$ beziffert. Diese auf den ersten Blick hohe Schadenssumme würde ich jetzt aber nicht als Grund nehmen jetzt beunruhigt über eventuelle Rückversicherer im Depot zu sein. Besonders nach der Sturmflut und den starken Beben in Japan letzten Jahres dürften die Superhirne bei der Munich Re und Co. sicherlich einiges an Katastrophen eingeplant haben und Kosten und Preisstruktur sind sicher längst angepasst.
Sandy Umweltschäden. Versicherungen Sturm, Hausbrand, KFZ-Versicherungen, Geld anlegen, Investition in Infrastruktur, Anlagechancen Aktienchancen durch Umweltkatastrophen Katrina Sandy, Japan, Tesco, Geld anlagen, sandy Schäden, überschwemmte häuser, Obdachlose durch Flut und Strum in den USA
Vielleicht hat die Katastrophe gesamtwirtschaftlich sogar etwas positives. Gebäude und zerstörte Infrastruktur müssen nun wieder aufgebaut werden. Dazu kommt, dass nun vielleicht wesentlich mehr Geld für den Schutz vor Umwelteinflüssen ausgegeben wird. Die Standards in den USA, was zum Beispiel die Hochwasservorsorge angeht, scheinen dort vielerorts weit unter den mitteleuropäischen Standards zu sein. Die durch die Zerstörung der letzten Tage erforderlichen Investitionen in den Wiederaufbau könnten der US-Wirtschaft also mit ein wenig Glück sogar den nötigen Kick geben um weiter am Laufen zu bleiben. Vor allem der sich gerade ein wenig erholende und wichtige Hausbau-Sektor könnte stärker Fahrt aufnehmen als erwartet.

Selbst hoffe ich auf steigende Umsätze bei meinen Aktien von Norfolk Southern, der Bahnbetreiber besitzt im Osten ein großes Streckennetz und so könnte das Frachtvolumen einen unverhofften Schub durch Transporte von Baumaterial erleben. Eher vorsichtige Anleger sollten aber erst einmal sehen wie schwer die Schäden bei den Unternehmen sind.

Einer scheint aber ganz klarer Gewinner der Katastrophe zu sein und zwar der amtierende US-Präsident Barrack Obama. Dieser kann nun durch seine Stellung als oberster Verantwortlicher natürlich auf viel Solidarität in der Bevölkerung bauen und den guten Krisenmanager geben. Romney hingegen hat das große Risiko nun bei Wahlkampfattacken als unamerikanisch oder schlicht lächerlich dazustehen. Man fühlt sich an das Oderhochwasser erinnert bei dem der damalige CDU/CSU Kanzlerkandidat Stoiber zu spät in der Krisenregion auftauchte und Schröder bereits medienwirksam mit Gummistiefeln im Osten der Republik unterwegs war. ( Nachtrag: 2002 war nicht das Oderhochwasser sondern das Elbhochwasser. Annemarie Ludwig hat mich auf diesen Umstand freundlicherweise aufmerksam gemacht. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich mit 2002 zu Hochwasserzeiten gerade im Ausland befand .)

In den USA kam es heute zu einem starken Gesamtmarkt nachdem die Arbeitslosendaten pünktlich zur Wahl besser werden (ein Schelm, der da böses denkt). Auch die Stimmung in der amerikanischen Industrie scheint sich zunehmend zu verbessern und Anleger sollten sich vielleicht doch langsam überlegen, ob nicht die ersten Position an zyklischen US-Aktien aufzubauen sind.

Persönlich hat mich heute vor allem der Quartalsbericht von Kellog interessiert. Die Aktie habe ich mit selbst vor wenigen Monaten ins Depot gelegt und sie hier auch schon mehrmals angepriesen. Die Zahlen die heute heraus kamen waren dabei sehr positiv. Die Pringles-Übernahme scheint ein guter Schachzug gewesen zu sein. Kellog konnte seine Umsätze weltweit und in jeder Produktkategorie verbessern. Die Analystenerwartung von 80 Cent Gewinn pro Aktie konnte um 3 Cent überboten werden. Dabei ist zu beachten, dass vor kurzem erst eine teure Produktrückrufaktion lief und die Pringles Eingliederung auch zusätzliche Kosten verursachte. Man kann als optimistisch sein was die Zukunft von Kellog angeht. Ende Juni verkündete Jim Cramer von Mad Money übrigens noch lautstark im amerikanischen Fernsehen, dass Kellog ein klarer Sell wäre. Seitdem hat die Aktie um 12 % zugelegt und die Aktie wird generell inzwischen sehr positiv eingeschätzt. Ein Fall, der mich wieder einmal in meiner Vermutung bestärkt, dass populäre Börsenberichterstattung oft dazu dient kleiner Anleger aus ihren soliden Langzeitinvestments zu treiben damit die großen Börsen-Fische günstig einsammeln können.

Aus Deutschland kamen heute hingegen eher sehr maue Nachrichten. Die chemische Industrie scheint ihr Geschäft nach eigenen Angaben nur noch mit Exporten ins EU-Ausland stabil halten zu können. Für Europa sieht die chemische Industrie als Frühindikator hingegen eine Erholung in recht weiter Ferne und rechnet hier auch im nächsten Jahr nicht mit wesentlichen Verbesserungen. Dadurch fühle ich mich dabei bestätigt von europäischen Aktien erst einmal die Finger zu lassen. Falls ich in meinem Blog den Eindruck erwecke, dass europäische oder speziell deutsche Firmen nichts taugen, will ich dazu sagen, dass es hier wie überall auf der Welt auch fleißige Menschen und fähige Unternehmenslenker gibt. Jedoch investiere ich lieber in Aktienwerte bei denen ich von konstanten oder steigenden Geschäften ausgehe. Solange ich aber in Europa mit schlechteren Geschäften und daher eventuell folgenden besseren und sicheren Einstiegschancen ausgehe treibt mich nichts in Investitionen auf dem europäischen Kontinent.

3 Gedanken zu “Sandy;Kick-Start für die US-Konjunktur & in Europa weiterhin drübe Aussichten

  1. Hallo,

    eventuell könnten die Rückversicherer auch gute Einstiegsmöglichkeiten sein.
    Ich denke nicht, dass die Schäden nicht so groß sind wie dei Medien, dass ganze aubauschen. Und falls die Schäden doch groß sind, umso besser wird die Ertragslage nächstes Jahr. Dann steigen die Beiträge.

    Letztendlich muss man auch bedenken, dass in den USA Wahklkampf herrscht und je dramatischer die Lage dargestellt wird, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass Obama wieder die Wahl gewinnt. Sogar der Bürgermeister Bloomberg spricht sich öffentlich für Obama aus und der steht jetzt in der „dunkelsten“ Zeit von New York, als der grosse Gewinner dar.

    Deine Meinung, man solle Aktien aus Europa meiden, halte ich nicht unbedingt richtig. Letztendlich ist das im Moment ein Herdenverhalten, da sehr viele in Amerikanische Titel investiert sind, weil es dort angeblich sicherer ist. Wer soll dann denn noch kaufen? Vor allem gewinnt an der Börse immer die Minderheit und da gibt es genug Aktien aus Frankreich, Spanien, Portugal oder Italien, die günstiger sind als in den Staaten und weltweit Ihre Geschäfte tätigen.

    Und falls es mal richtig krachen sollte in Europa, dann glaube ich nicht, dass amerikanische Aktien nicht einbrechen sollten. Da wäre es villeicht besser (natürlich nervenaufreibender) in Märkte investiert zu sein, die bereits ziemlich tief eingebrochen sind, als in Märkten zu sein, bei denen fast alle Ihre All time highs erreichen.

    „What goes up must come down“

    • Na ja, also bei Münchner Rück sind die Kurse ja nicht wirklich nennenswert gefallen, durch Sandy. Habe die seit Januar 2011 zu 112€ im Depot und bin sehr zufrieden damit. Aber eine besonders attraktive Zukaufmöglichkeit sehe ich aktuell nicht. Bitte speziell bei der Münchner Rück auch nicht vergessen, dass dazu auch der Erstversicherer ERGO gehört, der Konzern als ganzes also nicht so stark vom Naturkatastrophengeschäft abhängt wie man annehmen könnte.
      Auch die kleinere Hannover Rück ist ein interessanter und m.E. ganz gut geführter Wert. Die haben allerdings das Problem, dass sie aktuell unnötig hohe Dividenden ausschütten müssen, um die Zahlen des Großaktionärs besser aussehen zu lassen, was mir gar nicht gefällt.
      Dafür hat die Hannover Rück den Vorteil, dass sie kein Lebenserstversicherungsgeschäft mit durchschleppen muss.
      Eine Analyse der Rückversicherungsbranche wäre sicherlich mal eine interessante Sache.

  2. @Musti: Sicher gibt es in Europa auch derzeit gute Werte zum Einstieg. In solchen eher allgemein gehalten Artikeln spreche ich aber das Grand der Aktien an, Einzelwerte werden hin und wieder einzeln besprochen. Gerade im Dax befinden sich halt viele Werte, die von der schlechten europäischen Stimmung hart getroffen werden könnten. Automobilbau, Chemieunternehmen…

    Der amerikanische Markt läuft derzeit besser, jedoch sehe ich hier bei vielen Werten keine großartige Überbewertung. Vllt. wird bei uns gerade untertrieben, wirklich übertrieben wird mit den Bewertungen von Blue Chips in Übersee aber noch nicht wirklich heftig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.