Welche Aktien ich in letzter Zeit gekauft habe + zugrundeliegende Gedanken

Nachdem es heute ja eher ruhig an den Börsen war, was wir dem Hurrikan Sandy zu verdanken haben, stelle ich mal meine Aktienzukäufe der letzten Wochen und Monate zur Schau und werde ein paar Gedanken dazu äußern. Für all diejenigen, die es nicht mitbekommen haben: Aufgrund des Hurrikans Sandy, der auf New York zu treibt, ist der Handel an der Wallstreet heute und wahrscheinlich auch morgen erst einmal stillgelegt wurden; was weltweit zu sehr niedrigen Volumen an den Börsen führte.

Für die politisch interessierten: laut Studien bringt schlechtes Wetter immer einen prozentualen Stimmenzuwachs für die US-Republikaner bei Wahlkämpfen, da ideologisch motivierte Wähler eben auch bei Regen und Sturm bereit sind sich zum Wahlbüro aufzumachen.

So jetzt aber zu meinem Depot. Folgendes habe ich in den letzten Wochen und Monaten gekauft, ganz aufgelöst habe ich keine Position ( entspricht nicht meiner Gangart).

Kellog Company ( Anschlusskurs 38,09 € / aktueller Kurs 40,43 € / + 5,55% )

Die Marke Kellog ist ja jedem ein Begriff und ich habe auch schon mehrmals (zB. hier darüber geschrieben). Die international Größe, wenn es um Frühstückscornflakes geht, hat dieses Jahr groß zugeschlagen und die Chipsmarke Pringels von Procter & Gamble übernommen. Eigentlich war der Bieterkampf um die Snacks aus der Dose bereits an Diamond Foods verloren gegangen. Der Deal kam dann aber doch wegen Bilanzunregelmäßigkeiten beim Erdnusskönig aus Kalifornien nicht zu Stande.

Die Übernehme von Pringles katapultiert Kellog über Nacht zum zweitgrößten Hersteller für Snacks und Knapperzeugs hinter PepsiCo. Der Deal hat langfristig enormes Potential, da Kellog damit nun eine Marke übernimmt, die in den Schwellenregionen wie China und Brasilien bereits etabliert ist. Zudem hat Kellog auch eine Zusammenarbeit mit Wilmar International angekündigt, mit deren Hilfe nun auch der Chinesische Müslimarkt aufgemischt werden soll. Die Geschichte mit den Cerealien in China sollte man jedoch eher vorsichtig beäugen. Erstens ist Konkurrent General Mills bereits vor Ort und zweitens ist der Chinesische Frühstückscerealien-Markt mit 225 Milliarden $ noch sehr klein und wer weiß ob die Chinesen ihre Liebe zur Milch je entdecken.

Prinlges jedoch ist langfristig sicherlich eine tolle Ergänzung zur Kellog-Produktpalette. Obwohl Pringles Europa als einen der größten Absatzmärkte besitzt scheint das Geschäft ganz gut zulaufen, wie aus verschiedenen Kellog-Meldungen zu vernehmen ist. Sogar Jim Cramer hat Kellog derzeit im Auge und viele schielen auf die Quartalszahlen vom kommenden Donnerstag. Sollte Pringles sich trotz weltweit wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen bewähren können, könnte es bei Kellog durch Wachstumsfantasien noch ein gutes Stück nach oben gehen.

Dr. Pepper Snapple Group ( Anschlusskurs 44,16 USD / Performance – 4,32% )

Dr. Pepper ist der drittgrößte Hersteller im Bereich Cola ( in den USA ) und besitzt zudem in vielen Getränke Kategorien Marktführer wie Canady Dry oder die Snapple-Fruchtsäfte. Das Unternehmen ist eigentlich ziemlich langweilig. Die Lizenzen für Schweppes und Dr.Pepper (Forest Gump) liegen in Europa und anderen Teilen der Welt in fremder Händen und dadurch sind die Wachstumsfantasien begrenzt. Jedoch besitzt DPS einen schönen freien Cashflow und zahlt derzeit 3,2 % Dividende. Bei einer Marktkapitalisierung von unter 9 Milliarden $ werden auch dieses Jahr wieder für 450 Millionen $ Aktien zurückgekauft, was den Raum für steigende Dividenden und steigende Kurse immer weiter anwachsen lässt. Die Aktie ist durch den stabilen Cashflow und das Management, welches sich stark auf Aktienrückkäufe und Dividendenwachstum eingeschossen hat ein guter langfristiger No-Brainer. Zusätzliche Fantasie bietet natürlich ein irgendwann folgende Übernahme durch Pepsi oder Coca Cola.

Norfolk Southern ( Anschlusskurs 64,28$ / Performance -3,9 % )

Bei der US-Eisenbahn habe ich die Aktien zwischenzeitig verkauft und bin dann bei 64 $ wieder eingestiegen. Norfolk Southern ist die US-Eisenbahn mit der größten Abhängigkeit von Kohle-Transporten, welche durch günstiges Erdgas einen schweren Dämpfer erlitten haben. Trotz alles sollte man nicht vergessen, dass das Eisenbahngeschäft langfristig äußerst profitabel ist und das Frachtvolumen in den USA in den kommenden Jahren noch kräftig steigen soll. Mit einer Dividendenrendite von über 3% (bei einer Ausschüttungsquote von weit unter 50%) kann mir hier gemütlich alle wirtschaftlichen Gegenwinde aussitzen. Irgendwann wird China und Brasilien schon wieder mehr Kohle importieren um ihren Energiehunger zu stillen. Eine Eisenbahn mit 3%+ Dividende, da muss man sich keine großen Sorgen machen. Die Eisenbahn rollt as long as the world turns.

ConAgra Foods (Anschlusskurs 19,55 € / Performance + 11,51 % )

Der Nahrungsmittelkonzern aus Omaha ist wohl hierzulande eher unbekannt, da der Hauptmarkt ganz klar die USA sind. Das Unternehmen hat dort ein sehr weites Spektrum von Nahrungsmittelprodukten bis hin zur Belieferung von Restaurants und Großküchen. Das Unternehmen ist derzeit auf starkem Zukaufskurs und hat es geschafft die Gewinne wieder kräftig wachsen zu lassen. Die Aktie ist mit einem geschätzten Gewinn pro Aktie von 2,06 $ und einem Kurs von aktuell 28,21 $ noch recht günstig bewertet. Als ich bei unter 25 $ nach meinem Artikel ( 4 % Dividende aus der Müslischüssel ) eingestiegen bin bot sich noch eine Dividendenrendite von über 4%, mit der man bei einem solch konservativen Geschäftsfeld nicht viel falsch machen kann.

McDonalds

-Aktien habe ich vor kurzem für das Depot meiner Schwester gekauft. Trotz der jüngsten Schwächen und dem schwierigen weltweiten Umfelds ist das Unternehmen nach wie vor nach Kennzahlen die am besten gemanagte Fastfood-Kette der Welt und wird früher oder später auch wieder weiter wachsen können. Mit einer Dividendenrendite von 3,5 % kann man auch hier nichts falsch machen; vor allem in Anbetracht der großen Aktienrückkäufe und der Wandlungsfähigkeit des Unternehmens.

Dies waren jetzt die Zukäufe der letzten Zeit. Aktuell bin ich daran mit eine Position an Archer Daniels Midland Aktien aufzubauen, was aber aufgrund mangelnden freien CashFlows meinerseits sehr langsam voran geht. Auch interessant finde ich zudem die Aktie von Caterpillar, welche vom Ausbau der Städte und Infrastrukturinvestitionen in den letzten Jahren stark profitieren konnte. Da ich die Situation in Europa aber für stark negativ erachte und hier mit einer schwächer werdenden deutschen Wirtschaft das schlimmste vielleicht noch bevor steht bin ich mit solchen Zyklikern sehr vorsichtig. Impulse erhoffe ich mir aktuell eher aus Asien.

7 Gedanken zu “Welche Aktien ich in letzter Zeit gekauft habe + zugrundeliegende Gedanken

  1. Du hast vor allem US-amerikanische Aktien dazugekauft. Auch Aktien, die vor allem ihre Gewinne in den USA selbst generieren (Norfolk Southern, ConAgra) hast du keine Angst, dass wenn der US-Dollar mal kräftig in die Knie geht, dies große Auswirkungen auf dein Depot haben wird? Mir gefallen da Aktien wie McDonald’s besser, weil die weltweit operieren.

  2. Pingback: Kleine Presseschau vom 30. Oktober 2012 | Die Börsenblogger

  3. @ZaVodou: Das Währungsrisiko ist mir bewusst und ich versuche streuen zwischen globalen und regionalen Unternehmen. Langfristig wird ein erfolgreiches Unternehmen selbst bei Währungsabschlägen gute Renditen bringen. Generel bin ich eher skeptisch was den immer noch hohen Wert des Euros angehet; schon allein weil ein teurer Euro Gift für die konfunkturelle Erholung in Südeuropa ist.

    Dies sind aber eigene Einschätzungen, Währungsbewegungen sind längerfristig schwierig vorherzusehen. Eine regionale Cash Cow aus Deutschland wäre mir aber auch recht im Depot, bin leider sehr US fokussiert.

  4. In Europa würde ich mich nicht zu sehr von den Krisennachrichten beeinflussen lassen. Zudem ist das, was in Südeuropa unter dem Begriff „Flexibilisierung des Arbeitsmarktes“ läuft für Aktienbesitzer sehr positiv zu bewerten. Ähnliche Reformen haben in den letzten Jahren sicherlich die Überperformance des DAX gefördert. Auch ich bin für die unmittelbare konjunkturelle Entwicklung gerade in Spanien nicht optimistisch, jedoch denke ich, dass der Effekt auf Unternehmensgewinne in den meisten Ländern auch aufgrund struktureller Reformen nicht so groß ausfällt und vor allem nur temporär ist. Grade Italien und Griechenland sind heiße Tipps für die nächsten 10 Jahre denke ich, wobei in Griechenland erhebliches politische Risiko besteht (dafür ist die Bewertung entsprechend). Bei Spanien würde ich noch die Auswirkungen der Konsolidierungen abwarten.

  5. @MakroI: Also Europa sehe ich einfach weiter sehr kritisch und kann mir vorstellen das die Lösung hier wesentlich länger dauert als viele erwarten.

    Die schwierige wirtschaftliche Lage aktuell könnte sich weitaus länger hinziehen als sonst üblich (siehe 30er USA etc.). Die Herstellung einer Konkurrenzfähigkeit in einem Land wie Griechenland mit seiner Mentalität und seinen Strukturen kann locker eine oder mehr Generation kosten. Glaube nicht, dass es damit getan ist wie in Deutschland nur an ein paar Stellschrauben zu drehen. Die Zukunft sehe ich aber auch nicht, habe bei Investitionen ausserhalb Europas einfach aktuell ein besseres Gefühl.

  6. Ich investiere nur in Autos, bevorzugt, unter 1000€ und davon hab ich Spaß bin aber immer PLEITE ihr Flachzangen!

    Euer
    Baron Joaquín el Cielo

  7. Pingback: Aus anderen Blogs – KW 45 | Kapitalmarktexperten.de

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