Bad News fast überall – für die Börse nichts neues

Der Tag heute (oder besser gestern) begann schlecht für die Märkte. Schon am Vormittag flatterte ein Bericht des IFW ins Haus, der die Befürchtungen vieler Anleger deutlich widerspiegelt. Das Weltwirtschaftswachstum wird sich wahrscheinlich verlangsamen, Deutschlands Wirtschaft wird sich nicht völlig vom europäischen Umfeld abkoppeln können und Griechenland schafft es nicht seine Schuldenreduktionspläne umzusetzen.

Ok, dies war jetzt eigentlich alles nichts neues. Spätestens als VW vor einigen Tagen die Produktion des Passats einstellte war klar, dass der Höhepunkt des deutschen Aufschwungs XXL erst einmal überschritten ist. Dies alles ist aber nichts wirklich neues, nur hat man es jetzt vom den Volkswirten des IWF schwarz auf weiß…

Was passiert jetzt mit den Aktien, geht es noch einmal so Abwärts wie Ende 2008 / Anfang 2009. Dies kann ich mir nicht vorstellen. Zuerst haben wir es hier jetzt nicht mit einer plötzlich aufkommenden schwarzen Wolke zu tun wie vor 4 Jahren. Damals brachen plötzlich Banken zusammen und alles war außer Kontrolle. Heute haben wir die Situation, dass vor allem bei den Notenbanken sehr genau drauf geachtet wird, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Liquidität wird weiterhin nachgeschossen werden und die meisten Banken stehen auf wesentlich robusteren Beinen als vor der Finanzkrise.

Die Anleger die aktuell im Markt sind wiesen doch zum großen Teil auf was sie sich einlassen. Blinde Euphorie sehe ich zumindest bei dem was ich im Internet so lese keine. Redet man über seine Lieblings-Aktie vergisst man vor lauter Erwähnung von Risiken schon fast die Chancen. Es überwiegt also im Aktienmarkt meiner Meinung nach mehr die Angst vor dem Morgen als die Hoffnung. Schlechte Nachrichten können also von den Investierten besser verdaut werden und der Verkaufsknopf wird nicht im Affekt einfach gedrückt.
>Bei all den schlechten Nachrichten gibt es natürlich auch Chancen. Die Chance ist, dass sich das Krisenmanagement der Eurozone verbessert und so alles doch nicht so schlimm kommt. Was ich zum Beispiel überhaupt nicht verstehe ist; warum man eigentlich mehrmals im Jahr darüber entscheiden muss ob Griechenland jetzt wieder Geld bekommt, den Euro verlassen sollte oder ähnliches Die Griechen werden mit ihren strukturellen Defiziten die Trendwende sowieso nur auf sehr lange Sicht schaffen können. Angel Merkel, Griechenland, Schuldenkrise, Aktien zukunft, VW kurzarbeit, Volkswagen setzt Passatproduktion aus, Fiscal-Cliff.

Die dauernde Verunsicherung um die Zukunft Griechenlands ist nur ein weiterer Stein auf dem Weg Investitionen nach Griechenland zu holen, dazu verunsichert es auch noch regelmäßig private Haushalte und Unternehmen.

Nun hat aber natürlich alles auch eine gute Seite. Die Republikaner und Demokraten in den USA könnte sich trotz Präsidentschaftswahlkampf darauf besinnen ein sogenanntes Fiscal Cliff im nächsten Frühjahr rechtzeitig zu verhindern. Fällt nämlich bis Ende diesen Jahres keine Einigung, was den US-Haushalt angeht, tritt der erst 2011 beschlossene Budget Control Act in Kraft, der automatisch Ausgaben kürzt und Steuern erhöht. Dies wäre natürlich für die gerade noch laufende US-Konjunktur Gift.

Ein weiterer großer Hoffnungsträger vor allem für viele deutschen Exportunternehmen ist die Aussicht auf ein großes Konjunkturpaket im Reich der Mitte. China hat anders als die westeuropäischen Staate nämlich viel Geld in der Tasche und könnte so doch noch für weltwirtschaftlich positive Impulse sorgen.

Die Quartalszahlensaison in den USA die gerade erst traditionell mit der Aluminiumhütte Alcoa begann nahm einen besseren Auftakt als befürchtet und jetzt aus dem Markt auszusteigen könnte so eine vertane Chance sein, den kommts doch nicht so Dicke geht’s auch nicht runter und es müsste für einen heftigen Absturz schon ganz schön böse werden 😉

Ein Gedanke zu “Bad News fast überall – für die Börse nichts neues

  1. Genau diese Konjunkturfetischismus hat uns doch erst all die SChuldenberge durch bestenfalls überflüssige Stimuli gebracht. Wohlstand entsteht durch mehr Investition nicht durch mehr Konsum.

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