Gazprom; wie lange akzeptieren die Gas-Abnehmer noch diese Preise?

Da ich letzte Nacht über die große Zukunft des Erdgases sprach, schaue ich mir nun einmal den weltweit größten Produzenten von Erdgas „Gazprom“ an. Gazprom ist sicherlich aus vielen Gründen ein Politikum, nicht nur ist die Firma der größte Arbeitgeber Russlands, auch wird die Unternehmenslenkung sehr massiv von politischen Interessen beeinflusst oder gar getätigt ( Vladimir Putin soll laut Gerüchten sogar größter Aktionär von Gazprom sein, dies ist aber ein unbestätigtes Gerücht). Gazprom ist also der verlängerte Arm von Mütterchen Russland, allein dies macht mich bei der Aktie schon extrem vorsichtig…

Die letzten Jahre liefen gut für Gazprom. Kein Wundern, den die Ölpreise haben sich seit 2008 ja wieder verdreifacht. Was gut für die Ölpreise ist, ist auch gut für das Geschäft mit Erdgas, welches zu großen Mengen nach Westeuropa und nach China gepumpt wird. Gas-Gerd sei Dank, bekommen viele deutsche Haushalte seit 2011 in den Genuss, dass das russische Gas jetzt bei uns munter aus der Pipeline strömt.

Die Zahlen können sich auch durchaus sehen lassen, auch 2009 gab es hier nur minimale Einbußen beim operativen Gewinn; Gazprom sichert sich ja auch vertraglich gegen stark sinkende Ölpreise ab.
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Im Bezug auf Reserven scheint bei Gazprom kein Ende in Sicht und Gas wird den Russen sicher so schnell nicht ausgehen. Auch greift Russland massiv mit neuen Pipelineprojekten an um die

Gewinnmargen auf dem europäischen und asiatischen Markt noch weiter zu steigern.
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Der Gewinn pro Aktie hat sich seit 2008 um 143,99 % auf 37,16 Rubel im Jahr 2011 gesteigert. Auch die Vermögenswerte pro Aktie konnten in dieser Zeit um genau 100% zulegen.

Der Rubel verliert im Vergleich zu westlichen Devisen nicht mehr derart schnell an Wert, wie in früheren Tagen. Die Ergebniszuwächse sind also durchaus ernst zu nehmen.

Die Aktie von Gazprom ist übrigens nur als ADR (American Depositary Receipt) zu bekommen. Nach meinen Informationen muss dieser Umweg gegangen werden, da es nicht-Russen gar nicht erlaubt ist direkt russische Aktien zu besitzen. Soviel zum Thema Eigentumsrecht und Russland.

Ist Gazprom also die perfekte Aktie für den steigenden Energieverbrauch der Welt?

Für mich persönlich nicht. Ich misstraue den Russen in sehr vielen Belangen, vor allem was den Schutz von Eigentum für Ausländer angeht. Zudem ist Gazprom im Prinzip keine richtige Firma, es ist ein Arm der russischen Politik und dies kann durchaus negative Folgen für den Aktionär haben. Wobei meine Ängste da eigentlich eher begrenzt sind, schließlich braucht Russland die Arbeitsplätze aus dem Geschäft mit Erdgas, anderen Bodenschätzen und Investitionen aus dem Ausland und wird sich so wohl hier weiterhin kulant verhalten. Was den russischen Staat aber nicht davon abhalten wird gegebenenfalls bei ausländischen Aktionären in die Tasche zu greifen.

Mehr Angst macht mir der große Anteil von Gas am Umsatz.

Von den Jahr für Jahr sich steigernden Reserven sind fast 80 % Erdgas. Auf den ersten Blick wird man jetzt sagen: Ist doch super! Die Frage ist jedoch, ob Gazprom mit diesem Erdgas auch weiterhin derartige Gewinne hinlegen kann.

Vielleicht erinnern sich hier noch einige an der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland um die gestiegen Gaspreise. Der Punkt ist, dass der Preis von Erdgas in den Verträgen an den Öl-Preis gekoppelt ist. Dies haben in den letzten Jahren auch viele private Haushalte hier in Deutschland gespürt. Der gestiegene Ölpreis, der letzten Jahre, macht sich auch auf der hiesigen Gasrechnung stark bemerkbar.

Der Ölpreis wird laut vieler Energieexperten auch in Zukunft auf seinen hohen Niveaus verharren. Die Frage ist aber, ob die Abnehmen von Gas weiterhin fleißig die Preisgestaltung von Gazprom akzeptieren und weiterhin Verträge unterzeichnen werden, die den Gaspreis an den Öl-Preis koppeln. Der Preis von Erdgas an den internationalen Märkten hat sich nämlich in den letzten Jahren durch neuartige Förderungsmethoden stark reduziert und ist so seit 2008 sogar um über die Hälfte gesunken.

Chinesen und Europäer können also überhaupt kein Interesse an einer weiteren Koppelung von Gas und Öl haben und so könnten zukünftige Preisverhandlungen die Gewinnmargen von Gazprom enorm schrumpfen lassen.

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