Warum dieser Blog und werde ich damit reich?

Heute soll es sich mal um ein etwas anderes Thema drehen, welches mir außer Aktien, Politik und Geldanlage auch sehr am Herzen liegt und zwar um „mich“. Ok, es geht jetzt nicht ganz direkt um mich, sondern eher um diesen Blog hier.

Nachdem ich dies jetzt seit März mache will ich mal ein bisschen Résumé ziehen.

Warum macht man so etwas überhaupt?

Also zuerst würde ich sagen, dass ich immer eine gewisse Faszination für Information und Diskussion im Internet hatte. Blogs, Foren oder andere Formate, die nicht von irgendwelchen professionellen Autoren und großen Verlagshäusern dahinter betrieben werden. Wenn dann solche Projekte einen gewissen Erfolg hatten, hat mich dies früher für andere immer mit gefreut. Irgendwie finde ich es einfach super, wenn jemand selber Ideen hat und etwas dann auch selbst umsetzt. Diese Begeisterung und Dank gilt nicht nur für Menschen mit eigenen Websites, sondern auch den die vielen User die bereit sind Kommentar und Forenbeiträge, mit oft sehr interessanten Anmerkungen und eigenen Gedankengängen, zu hinterlassen…

Zum Zweiten war ich von der Presse und auch vielen professionellen Börsen-Webseiten hierzulande enttäuscht. Natürlich sind viele Artikel von professionellen Autoren sehr geschliffen geschrieben, aber irgendwie bringt es einem als kleiner Anleger doch faktisch ziemlich wenig diese zu lesen. Es wird nämlich eigentlich nie darauf eingegangen, ob die Aktie eines Unternehmens gerade teuer oder günstig ist; wie es mit Potentialen und Gefahren aussieht und wie man so eine Aktie überhaupt bewerten kann. So gibt es zwar auch in großen Magazinen wie dem Spiegel öfter mal Storys über zum Beispiel McDonals. Dort wird dann darüber geschrieben wie toll die neuen Möbel bei der Kundschaft ankommen und wie toll doch das McCafe ist, ob die Aktie jetzt aber gerade teuer, günstig oder so lala ist wird nicht gesagt. Auch wird überhaupt nicht vermittelt, wie man jetzt eine solche Aktie im Vergleich zur Konkurrenz einschätzen muss. Das Beispiel Spiegel ist jetzt auch ein wenig dumm, da es sich ja nicht um eine fundierte Börsenzeitung handelt. Dennoch finde ich, dass man durch einen Großteil der Wirtschaftspresse zwar immer wieder interessante Geschichten erfährt, aber nicht gerade zum erfolgreichen Anleger ausgebildet wird (mit dem Lernziel selbst sinnvolle Entscheidungen zu treffen).

Gerade von akademischer Seite kenne ich den Vorwurf, Blogs, Wikipedia und Co wären total schlecht, weil nicht wissenschaftlich. Natürlich schleichen sich bei jeder Art von Publikation immer auch Fehler ein und es ist möglich, dass dies bei Blogs häufiger der Fall ist, da die Autoren nicht die Zeit und die finanziellen Mittel eines Professors haben oder die Ausstattung eines Verlages. Jedoch kann man im Internet sehr viel lernen und man darf auch nicht jedes Wort und jeden kleinen Fehler gleich auf die Goldwaage legen.

Übrigens will ich hier drei Blogs erwähnen, die mir damals Lust auf einen eigenen Blog gemacht haben 😉 : Der Privatanleger , Finanzielle Freiheit mit Dividenden und last but not least finanziell umdenken! .

Irgendwann Mitte März war es dann soweit, nachdem ich mir einige Gedanken über die Aktie der Portugal Telecom gemacht hatte entschied ich mich es auch einmal mit einem Blog zu probieren. Also wurde dieser erste Artikel geschrieben, ich besorgte mir die Software, Webspace und alles was so dazu gehört. Durch valueblog.de wurde ich dann in wenigen Wochen zum Internetmillionär… ok, das war geflunkert. Der Erfolg hielt sich in sehr überschaubaren Grenzen, was schon allein daran liegt, dass sich generell nur sehr wenige Menschen für eine spezifische Aktie interessieren. Zum Anderen ist es natürlich als Blog in den Anfängen sehr schwierig überhaupt von irgendjemandem gefunden und gelesen zu werden.

Damit man also überhaupt Leser gewinnt braucht man viele Artikel, muss sich mit anderen Blogbetreibern vernetzen und ähnliche Geschichten. Dabei braucht man doch ein gewisses Durchhaltevermögen, denn alles geht sehr langsam.

Finanzielle Aspekte meines Blogs

Ehrlich gesagt ist valueblog.de im Vergleich zu anderen Webseiten im Internet wohl eine der unprofitabelsten Webseiten überhaupt. Andere Webseiten mit zwischen 10 und 20 000 Besuchern pro Monat bringen den Betreibern allein über die Google Anzeigen schon einige hundert Euro. Ziehe ich bei meinem Blog hier einmal die Webspacekosten ( für die BWLer; die Fixkosten )ab, kann ich mir ab und zu mal einen Döner mit Schafskäse gönnen.

Dies liegt wohl daran, dass sich das Börsenthema nur bedingt für Google Adsense eignet. Kurze Erklärung: Google Adsense sind diese Werbeanzeigen auf der Homepage und für die Klicks bekomme ich Geld. Dabei ist das Problem bei einer Börsenseite wohl, dass die User einfach zu schlau sind und nicht so leicht auf Werbung reinfallen und so kaum klicken. Wenn ich im Internet herumlese haut es mich fast von Stuhl wie klick- und bestellfreudig zum Beispiel im Esoterik-Bereich die User sind und so den Webseitenbetreiben ordentlich Geld in die Kasse spülen.

Der Bereich Aktien, Börse, Anleihen eignet sich also sehr schlecht zum Geldverdienen (zumindest bei Adsense). Anders sieht es natürlich bei Seiten aus, die irgendwelche Versicherungen und Tagesgeldkonten vergleichen. Hier verdienen manche mit wenig Aufwand eine sehr erträgliches Einkommen.

Es gäbe natürlich auch noch die Möglichkeit, dass ich für Unternehmen bezahlte Artikel veröffentliche. Dies ist eine sehr beliebte Einnahmequelle im Internet, dabei wird mir ein Thema vorgegeben und ich bewerbe dann ein Produkt oder eine Dienstleistung um jeden Preis. Dies bringt zwar durchaus Einnahmen; irgendwie würde ich mich dabei aber doch ein wenig sehr billig fühlen. Natürlich, viele Internetschaffende sind auf solche Einnahmen angewiesen und dies sollte man bedenken, wenn man im Internet auf Informationssuche geht.

15 Gedanken zu “Warum dieser Blog und werde ich damit reich?

  1. Ein kurzer Kommentar meinerseits:

    Ich lese ja sehr viel im Internet, – Börsennachrichten, Firmenprofile, Bilanzen usw,
    dazu auch einige Foren und Blogs. Auf Deinen Blog werfe ich immer wieder gerne einen Blick und ich freue mich über jeden neuen Beitrag, deswegen ein herzliches Mach Weiter so!!!!

    Der Blog und die Themen sind gut gewählt und Deine Aktienanlagen gehen für mich als Langzeitvalueinvestor in die richtige Richtung.

  2. Weiter so……
    Ich lese seit 4 Monate den Blog und finde ihn sehr gut gemacht und sehr informativ.
    Mit der Werbung….das wusste ich nicht… Ab jetzt werde ich bei jedem Besuch auf die Werbung drauf klicken.
    Es kostet nichts.
    Grüße,
    Daniele

  3. Du hast auch Stammleser aus Österreich. Bin einer davon. 😉 Ich verfolge deinen Blog bereits seit einigen Monaten. Mach weiter so! Es gibt immer wieder tolle Anregungen, Analysen und Aktienvorschläge, die man sich vielleicht mal näher anschauen könnte… Tolle Sache!

    Liebe Grüße!

  4. Das jammern, dass sich das Betreiben des Blogs nicht lohnt, könnte man auch schon fast als Aufforderung zum Klicken verstehen. Das würde ich nicht tun…

      • @Alex: Haha, das wär ne Idee ;)… war der artikel jetzt so dreist?^^

        Am besten sind natürlich Projekte mit denen sich schnell Produkte verkaufen lassen. Habe da mal mit jemandem gesprochenen, der einen Esoterik Blog macht; von der Aufmachung wie diese Happynez-Zeitschrift. Da schreibt der jeden Tag halt für so alleinstehende Frauen im mittleren Alter über die Stille der Natur, Entschleunigung, Selbstverwirkligung im Alltag und der macht da mit wenig Aufwand über 1000 Euro pro Monat.

  5. Dein Blog liest sich echt gut, ich kann dir nur raten weiterzumachen. Mit dem Blog wirst du nicht reich, sollst du auch nicht. Die richtige Leistung ist es mit deinen Investitionen, über die du im Blog berichtest, reich zu werden, nicht anderherum.

    Dann mach doch n Esoterik-Investment Blog auf, n halbes Jahr schaffst auch du bis die merken was los ist 🙂

    Aber wieder zurück zur Sache:
    Wenn dein Blog nächstes Jahr Geburtstag feiert würd ich echt gern mal deine
    %tuale Performance sehen (1 Jahr ist zwar noch nicht aussagekräftig, aber rein interessehalber). Und wenn du in 5 Jahren noch blogst können wir vergleichen was du alles gelernt hast.

  6. Naja, wenn du value aktien empfiehlst und so die leute von waghalsigen finanzinstrumenten abhälst tust du auch was gutes… selbst wenn du deine Anlageentscheidung mit Sternenbildern begründest 🙂

    freu mich schon drauf:
    „der Mond ist in den sternenkreisbereich wassermann vorgerückt … wir empfehlen den Kauf von Nahrungsmittelproduzenten wie nestle!“

  7. Ich schaue regelmäßig hier vorbei und bin – leider – auch nicht der ganz regelmäßige Kommentator. Obwohl ich selbst ein Blog betreibe und weiß, dass man sich über jeden Kommentar zu einem Artikel, in den man Zeit und Mühe gesteckt hat, freut. Auch wenn’s nur eine kurze Anerkennung ist. Also, in diesem Sinne: mach weiter so, ich freue mich über Deine guten Artikel!

  8. Also danke an alle, die hier regelmäßig lesen und mir dies hier kundtun 🙂 .

    @Michael. Kommentiere auch recht wenig. Dies liegt aber auch daran, dass einem mit dem Schreiben eben dann auch irgendwann die Puste ausgeht um alles zu kommentieren (auch wenn es gut ist).

    @Alex: Haha. Argumentationen wie diese gibt es bei Aktien häufiger als man denkt, was ich alles schon für Gründe gelesen habe warum manche Werte steigen sollen. Vorallem wenn hier Aktionäre verzweifelt sind wird oft einiges aus der Schublade gezaubert.

  9. Hallo Ulrich,

    danke für die offenen Einblicke. Ich kann den anderen nur zustimmen, freue mich sehr, dass Du dich zum Bloggen entschieden hast, und wünsche dem Value Blog noch sehr lange sehr viel Erfolg.

    Auch noch mal kurz zur finanziellen Seite: Ich selbst schreibe ja nicht nur über Einzelaktien (bzw.: eigentlich fast gar nicht), und ich glaube auch, festgestellt zu haben, dass Artikel über klassische Retail-Produkte, die aktiv an Anleger vertrieben werden (von Fonds über CFDs und Tradingkram bis hin zu Versicherungen) sich in Sachen Adsense mehr lohnen. Keine Ahnung, ob das vor allem daran liegt, dass in dem Bereich die Keywords teurer sind, oder ob die Leser solcher Artikel eher auf Anzeigen klicken. Aber seit ich fast völlig von diesen Produkten weg bin, macht sich das schon bemerkbar.

    Trotzdem ist das natürlich noch Jammern auf ziemlich hohem Niveau, da das Thema Finanzen und Börse insgesamt ganz gut geeignet ist, um damit Geld zu verdienen – schreib mal ein Blog über Zimmerpflanzen und frag dann nach den Einnahmen. 😉

    Und dass Du eben nicht über Versicherungen schreibst, hat ja zumindest auch den Vorteil, dass Du nicht mit hunderten von suchmaschinenoptimierten Schrott-Seiten um Plätze in den Suchergebnislisten rangeln musst.

    Also, nicht entmutigen lassen (auch wenn sich der Beitrag insgesamt ja nicht entmutigt anhört).

    Viele Grüße
    Holger

  10. Hallo Ulrich,

    ich bin auch ein stiller Leser der immer mal wieder vorbeikommt und deinen Fortschritt verfolgt. Ich muss sagen die Anzahl der Artikel ist im Vergleich zu anderen Börsenblogs schon enorm und dass ohne dass die Qualität leidet.

    Von daher mach weiter so! Ich gehe davon aus dass die Besucher eher mehr als weniger werden und der ein oder andere wird davon bestimmt mal auf eine Anzeige klicken. Mit wachsender Anzahl an Artikeln wird auch deine Wahrnehmung bei Google eine andere und du wirst deine Leserschaft erweitern können.

    Wenn du dann noch ein paar Stellschrauben drehst, kannst du deinen Umsatz sicher steigern.

    Ich drücke dir auf jedenfall die Daumen und Wünsche dir weiterhin viel Erfolg!!

    Beste Grüße,

    Markus

    • Danke Markus,

      so was das auch nicht gemeit 😉 . Es war mir klar, dass man mit einem Blog nicht 1000€ im Monat ab sofort verdient :).
      Mache es ja auch wegen dem Spaß an der Sache, sonst macht sowas keiner; bin halt doch ein wenig kapitalistisch veranlagt 🙂 .

      Also auch an Holger vielen Dank, ihr seid super und hoffen wir mal, dass es mit Aktien BLogs in Deutschland weiter aufwärts geht.

      lieber Gruße und euch allen eine gute Woche

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