Gold ist eine Wette auf den Fortbestand unseres Wirtschafts- und Finanzsystems!

Gold ist wertvoll, es ist das Metall der Könige und der Schmuck der schönen Frauen. Egal wo man sich auf der Welt befindet und egal ob vor 3000 Jahren oder heute, Gold ist etwas wert. Allein diese lange Historie als Wertaufbewahrungsmittel gibt Gold seinen Sonderstatus im heutigen Finanzwirrwarr.

Nachdem Gold lange Zeit nur etwas für Schmuck und für sonderbare Münzsammler war rückt es seit der Finanzkrise wieder vermehrt in den Augenschein vieler besorgter Anleger…

Zuerst einmal sollte man sich Gedanken darüber machen was Gold ist…

Gold ist anders als jede andere Anlageform. Die Immobilie besitzt ihren Wert, da man in ihr Wohnen kann und sie einem damit Schutz vor Kälter, Sturm, Schnee und anderen Umwelteinflüssen bietet. Die Aktie besitzt ihren Wert daraus, dass sie eine Firma verbrieft, die irgend etwas erzeugt oder eine Dienstleistung erbringt und den Ertrag daraus an den Eigentümer der Aktie überträgt. Die Anleihe verbrieft die Schuld eines Schuldners und damit praktisch dessen Arbeitsleistung oder Fähigkeit solvent zu bleiben. Geld verbrieft Kaufkraft, also das Versprechen, dass ich mir für meine erbrachte Arbeit Güter oder Dienstleistungen erwerben kann.
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Um den Hauptunterschied aller Anlageklassen im Vergleich zu Gold zusammenzufassen würde ich sagen: Alle anderen Anlageformen versprechen mir etwas oder besser ein anderer verspricht mir etwas. Bei Geld verspricht mir ein Staat und eine Notenbank, dass es mir mit diesem Geld in Zukunft möglich seien wird Brot, Nahrung, Benzin und anderes zu erwerben. Bei der Aktie verspricht mir ein Unternehmen, dass es auch in Zukunft Erträge liefern wird. Bei Immobilien vertraue ich auf solvente Mieter oder Käufer. Bei der Anleihe verspricht mir ein Schuldner Rückzahlung und Zinsen, die meinen Aufwand entschädigen. Bei Lebensversicherung und Co ist es eigentlich auch nicht anders, hier bin ich von den beiden Versprechen abhängig, dass die Versicherung zahlen kann und dass die Notenbank den Wert des Geldes einigermaßen erhalten kann.

Beim Gold gibt es aber kein Versprechen. Wenn ich Gold kaufe, halte ich eine Münze oder einen Barren in der Hand und niemand garantiert mir etwas. Es steht nicht der Name einer Firma oder eines Staates darauf, der mir hier irgendetwas garantiert. Es existiert aber die Sicherheit, dass Gold zu jeder Zeit etwas wert war und immer etwas wert seien wird. Wir Menschen haben den Mythos Gold derart verinnerlicht, dass es unmöglich ist, dass Gold völlig wertlos wird.

Hier liegt im Prinzip auch schon die Begründung warum Gold in den letzten Jahren wieder so oft diskutiert wurde. Der Vertrauensschwund in den Staat und die Finanzwirtschaft ist die Ursache, dass Gold wieder auch bei vielen kleineren Anlegern in Erwägung gezogen wird. In Zeiten, in denen Staaten vor der Pleite gerettet werden müssen und Banken am laufenden Meter gerettet werden überdenken viele Menschen ihr bisheriges Anlageverhalten und sehen, dass ihr Vermögen nur aus Versprechungen und Hoffnungen besteht.

Gold in extremen Krisenszenarien

Nehmen wir also einmal an es geht wirklich alles den Bach runter. Die Währung bricht zusammen, Firmen gehen reihenweise in die Pleite, es gibt dann auch noch einen Krieg mit großer Zerstörung und wir müssen wirklich wieder Neu-Aufbauen; Gold würde seinen Wert behalten.

So ist es dann leider doch nicht. Zumindest wenn wir den Wert von Gold in irgendwelcher Kaufkraft bemessen. Vor allem in der harten theoretischen Krisenzeit ist die Kaufkraft von Gold überhaupt nicht vorherzusehen. Gerne wird bei Verfechtern des Goldes ein Beispiel aus der deutschen Wirtschaftskrise der Weimarer Republik genannt, in der ganze Häuserblocks für wenige Unzen Gold den Besitzer gewechselt haben sollen. Eine Unze Gold ist trotz stark gestiegenem Kurs auch heute gerade einmal 1377,79 € wert, dass man dafür auch nur eine einzelne kleine Eigentumswohnung bekommen kann bezweifle ich zu unserer Zeit. In Krisenzeiten kann Gold aber natürlich einen solchen Wert annehmen. Nämlich dann wenn sich Menschen mit viel Besitz plötzlich um jeden Preis mit Gold absichern wollen und so ihr Hab und Gut in Gold umtauschen wollen und dann bereit sind egal welchen Preis zu zahlen ( in meinem Fall dann eben ganze Häuserblocks für ein paar Gramm Gold).

Dies ist jetzt das positive Szenario für Gold in der Krise. Es gibt aber auch ein sehr Negatives und zwar die Kaufkraft von Gold sinkt im Mad-Max Szenario erheblich. Nehmen wir an wir fahren in einem solchen Umfeld zum Bauer und wollen nur einen Liter Milch erwerben. Wir besitzen eine Unze Gold, mit der wir aktuell über 1000 Liter Biomilch im Supermarkt erwerben könnten. Nun ist der Bauer aber nicht blöd und sieht, dass wir unbedingt Nahrung benötigen um am Leben zu bleiben. So schön Gold ist, essen kann man es nicht. Also zahlen wir am Ende eine ganze Unze Gold für einen Liter Milch. Noch negativer wäre das Szenario natürlich, wenn wir gar kein Gold hätten und so verhungern oder verdursten müssten. Andererseits könnte in einem solchen Extremszenario eine Schachtel Zigaretten mehr wert sein als alles Gold der Welt.

Um es nun also einmal Hart zu sagen: Wer wirklich auf das Ende des Systems wie wir es kennen setzt und deswegen Gold kauft ist nicht besonders vorsichtig oder konservativ. Viel mehr ist er ein großer Spekulant, denn Gold könnte in diesem Szenario unheimlich wenig oder unheimlich viel wert sein. Vielmehr setzt der Goldkäufer doch gar nicht auf den totalen Untergang, auch wenn viele von ihnen sehr oft davon sprechen. Viel mehr setzt er auf einen Fortbestand unseres Wirtschafts- und Finanzsystems, dass durch immer neue Krisen und stark sinkenden Geldwert erschüttert wird. Ein Zusammenbruch wäre auch für den Goldbug unter Umständen ein höchst unerfreuliches Szenario. Den im Zusammenbruch könnte auch der Lebemann mit der teuren Whiskeysammlung plötzlich des lachende Gewinner sein.

7 Gedanken zu “Gold ist eine Wette auf den Fortbestand unseres Wirtschafts- und Finanzsystems!

  1. Hallo Ulrich,

    hervorragend geschrieben, gut argumentiert. Da kann ich mal wieder nur sagen: Es macht echt Spaß, Dein Blog zu verfolgen. Inhaltlich hab ich ja nichts hinzuzufügen. 😉

    Viele Grüße
    Holger

  2. Guter Artikel, könnte auch von mir sein, denn nichts anderes weiß ich über Gold zu berichten. Wenn ich dann bei SPON, faz.net oder handelsblatt.com in Diskussion den Goldberauschten Paroli biete, werde ich nur verlacht.

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