Aktien, die einen ganz sicher reich machen -Forever Stocks-

Es gibt bei der Aktienauswahl zwei Herangehensweisen. Die einen suchen die Aktie mit enormen Potential, die praktisch über Nacht oder zumindest innerhalb überschaubarer Zeit das Vermögen enorm mehren soll. Dabei handelt es sich dann oft um Aktien relativ kleiner Firmen mit irgendwelchen sehr innovativen Produkten, Übernahmefantasien, Aussicht auf einen großen Sieg in irgend einem Rechtsverfahren…

Andere suchen sogenannte Forever-Stocks. Dies ist in Deutschland eher weniger verbreitet, weil in Deutschland die meisten Privatanleger ein Investment in Aktien als eher kurz bis mittelfristiges Investment sehen, bei der man die Chance auf sehr schnelles Geld hat. Allerdings bin ich langfristig kein Anhänger dieser Taktik. So blöd es klingt, was sind schon 30 oder 40 % in einem Jahr, wenn danach keine neue Rendite dazukommt. Zumindest wenn man nicht mit einem Vermögen von mehreren 100 000 Euro startet, was ich einfach nicht als Startkapital hatte.

Oft gibt es ja im Fernsehen die Diskussion um große Vermögen. Kürzlich wurde bei Maischberger von der Quandt-Familie als Beispiel für leistungsloses Rieseneinkommen genannt. Dabei ging es darum, dass die Quandts 600 Millionen € im Jahr bekamen (aus ihrem Besitz an BMW-Aktien) ohne eigentlich einen Finger gerührt zu haben.

Jetzt kann man sich natürlich darüber ärgern nicht Quandt, Piëch, Aldi, Henkel oder sonst wie zu heißen und leider nicht große Anteile an einem heute erfolgreichen Unternehmen zu erben. Alles jammern hilf aber nichts und nur weil man nicht als Millionär oder gar Milliardär auf die Welt gekommen ist heißt dies nicht, dass man nicht irgendwann auch zumindest einigermaßen wohlhabend wird. Dabei sind Aktien nämlich eine enorme Hilfe, wenn man es richtig anstellt und der Aufwand hält sich in Grenzen.

Alles was man braucht ist ein Unternehmen welches Geld verdient, dieses Niveau halten kann und regelmäßig Aktien zurückkauft. Noch besser ist es natürlich das Unternehmen kann seinen Umsatz und seine Gewinn auch noch steigern. Langfristig führt dies nämlich zu steigenden Aktienkursen und steigenden Dividenden. Einmal in einem solchen Unternehmen investiert geht die Sache eigentlich wie von allein. Natürlich geht auch hier der Kurs runter und hoch, doch irgendwann ist man zumindest wohlhabend (gibt man dem Projekt genug Zeit). Die Zeit ist bei Aktionären solch solider langfristig erfolgreichen Unternehmen der größte Verbündete.
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Es ist zwar ganz gegen den deutschen Arbeitseifer und die deutsche Weltvorstellung aber viele Menschen sind nicht reich, weil sie jetzt besonders tolle Jobs haben oder Tag und Nacht arbeiten. Nein sie sind reich, weil sie eben etwas auf die Seite gelegt haben und dies für sie gearbeitet hat. Es gibt hierbei auch das amerikanische Sprichwort „It’s not about how much u earn; it’s about how much you safe“.

Wenn man also versucht zu sparen und dieses Geld langfristig gut anzulegen geht die Sache von allein.

Nun gilt es also nur noch die Aktie zu finden, in der das Geld sicher angelegt ist und die in der Lage ist für den Aktionär langfristig einen regelmäßigen Mehrwert zu schaffen. Hierbei reichen auch einstellige Gewinn in Form von Kurssteigerungen oder Dividenden um über die Jahre enorme Vermögen anzuhäufen.

Auf amerikanischen Investmentseiten gibt es in Artikeln mit Titeln ala „Can this Stock make u a wealthy retirement?“ oft Checklists.

Diese sehen dann ungefähr so aus:

Marktkapitalisierung >10 Milliarden $/€

ja
Dividende > 2 % ja
Dividendensteigerung > 5 % (letzte 10 Jahre ) ja
Cashflow stabil oder wachsend ja
Aktienrückkäufe ja

Es macht immer Sinn sich Zahlen anzuschauen. Eine gewisse Marktkapitalisierung bzw. Firmengröße ist immer ein Schutz. Große Firmen können kleinere Konkurrenten gegebenenfalls aufkaufen, haben politisch mehr Einfluss, haben mehr Geld für Marketing, sind oft breiter aufgestellt, können sich oft auch besser Geld an den Kapitalmärkten besorgen und und und. Das Geld reinkommt ist auch wichtig und auch wenn dieser Betrag nicht groß wächst sind zumindest regelmäßige Aktienrückkäufe sehr wichtig, damit sich Dividende und Kurs steigert.

Langfristig sind aber bestimmte Aktien, trotz vergleichsweise schwacher Zahlen, vorzuziehen:

Aktien von Firmen, bei denen nicht der Staat plötzlich dazwischen pfuscht: Vorsicht also bei Energiekonzernen, Krankenhausbetreibern usw. Diese Branchen sind dauernd im Fokus der Politik. Will sich die Politik beliebt machen oder klagen die Bürger über zu hohe Kosten greift hier der Staat sehr schnell ein und deckelt Preise, erfindet neue Abgaben oder ähnliches… und das tollste Geschäftsmodell wird zahlenmäßig wieder um Jahre zurückgeworfen. Siehe zum Beispiel die aktuelle Entwicklung für die brasilianischen Stromerzeuger.

Aktien von Firmen, die ein sehr hohes Capex besitzen ( Investitionsausgaben für längerfristige Anlagegüter gemeint (wikipedia) ). Darunter fallen zum Beispiel die Automobilindustrie und Hersteller von Mikrochips. Den selbst wenn die Firma in ihrer Branche wirklich auch in der fernen Zukunft erfolgreich ist, kann es sein, dass dies durch immer höhere Investitionskosten aufgefressen wird. Nehmen wir an ein Konkurrent von Henkel bringt ein neues Waschmittel, was kosten es Henkel selbst ein neues Waschmittel an den Markt zu bringen und was kostet es Daimler ein neues Modell zu entwickeln und Fertigungsanlagen zu bauen? Das Risiko ist also die unabsehbare Höhe an Kapital ( in manchen Branchen) die eventuell benötigt wird um seine Marktposition zu behaupten und natürlich so nicht an den Aktionär fließen kann.

Aktien von Unternehmen, bei denen das Management eine wesentliche Rolle spielt. Aktuell viel diskutiert ist zum Beispiel die Apple-Aktie. Besitzt diese ohne Steve Jobs noch die selben Zukunftsaussichten? Wurde die Firma groß und erfolgreich, weil einzelne Firmenlenker einfach großartige Entscheidungen getroffen hatten und geniale Visionen hatte oder ist die Firma einfach erfolgreich weil ich als Deutscher einfach immer zu Lebkuchen aus Nürnberg greife, der Manager der Lebkuchenfabrik also der größte Trottel sein kann und nur davon lebt, dass seine Firma in Nürnberg sitzt.

In Ordnung es gibt sicher noch viele andere Faktoren. Anmerkungen / Ergänzungen oder Vorschläge für Forever Socks, die ihr einem Neugeborenen sofort in die Wiege legen würdet sind wie immer erwünscht 😉 .

Ein Gedanke zu “Aktien, die einen ganz sicher reich machen -Forever Stocks-

  1. Der Hinweis auf die CAPEX (Investitionsausgaben) bei Automobil- und Chipwerten ist berechtigt, aber ich halte diese Branchen für Langfristanleger eh nur für bedingt tauglich, weil es extrem zyklische Branchen sind. Wie auch die Stahlbranche. Buy & Hold funktioniert in solchen Werten meines Erachtens nicht wirklich gut, sondern eher eine mittelfristige Anlagestrategie, die die Zyklen berücksichtigt. Kostolanys „Kaufen und fünf Jahre schlafen legen“ funktioniert hier nicht, sondern eher der öfter zu überprüfende „faire Wert“ des Unternehmens. Konsumgüteraktien schwanken in der unternehmerischen Entwicklung jedenfalls nicht annähernd so stark wie die Zykliker.

    Ansonsten finde ich die Hinweise zu den „Forever Aktien“ hilfreich, wenn es darum geht, die Basis für ein erfolgreiches und ertragstarkes Depot zu legen. Nebenwerte und Unternehmen in Sondersituationen sollten ja eher Beiwerk sein und nicht die Regel, zumindest für Privatanleger.

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