Der Staat beeinflusst seine Wähler durch süchtig machen nach Sozialleistungen!

In der nun zu Ende gehenden Wochen gab es wieder einmal einen mehr oder weniger großen Skandal um US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney. Das inzwischen berühmte 47% Video, in dem Romney diese Wählergruppe bereits aufgegeben hat.

Das Video ist inzwischen auch schon hierzulande durch manche Nachrichtensendung geflimmert und wurde natürlich sehr negativ aufgenommen. Dennoch, hab ich mich früher auch schon dabei erwischt ähnlich wie Romney zu denken…Für alle, die das Video noch nicht gesehen haben, hier noch einmal:

Für diejenigen, die nur sehr schlecht oder gar kein Englisch sprechen hier einmal eine kurze und freie Übersetzung:

„47% der Menschen werden sowieso für Präsident Obama stimmen, egal was passiert. In Ordnung, 47% sind auf seiner Seite und zwar diejenigen, die vom Staat abhängig sind! Die glauben, dass sie Opfer sind! Die glauben, der Staat müsste sich um sie kümmern. Die glauben, dass sie ein Recht darauf haben mit Gesundheitsversorgung, Nahrung, Unterkunft etc. versorgt zu werden. Dieses Anspruchsdenken soll von der Regierung befriedigt werden und daher werden sie für diesen Präsidenten stimmen.

74% der Amerikaner bezahlen eh keine Einkommenssteuer, daher kann man diese mit der Wahlkampfbotschaft niedriger Steuern nicht erreichen…“

Natürlich hat das ganze eine große Welle gegeben und wurde natürlich so ausgelegt, dass Romney mindestens 47% der Wähler völlig am Hintern vorbei gehen. Obama konterte bereits damit, dass ihm natürlich 100% aller Amerikaner am Herzen liegen. Sicherlich ist Romney inzwischen doch recht geschwächt und der Wahlkampf läuft wohl eher schlecht für die US-Republikaner, Romney muss als Kandidat gegen einen amtierenden Präsidenten eigentlich angreifen, ist aber selbst andauernd in der Defensive.

Es geht mir hier jetzt aber nicht um eine Wahlprognose, sondern um das Thema Demokratie und Abhängigkeit vom Staat. Jedem wird das Phänomen bekannt sein, dass man als Mensch natürlich im Leben ab und an gezwungen ist Entscheidungen zu seinen Gunsten treffen zu müssen, auch wenn man bei der Entscheidung ein mulmiges Gefühl hat. Ob dies jetzt in der Familie, im Beruf, im Verein oder in einer anderen Gruppe ist, man stimmt eher für etwas, was einem selbst nutzt als für etwas, was einem nicht nutzt. Dies ist in einem gewiesen Rahmen auch nicht verwerflich „jeder muss schauen wo er bleibt“.

Das Konzept der Demokratie ist ja, dass man freie Wähler hat und die Mehrheit wohl zu Gunsten des Allgemeinwohls abstimmen wird. Doch wie frei sind Wähler den wirklich? Nun will ich gar nicht damit Anfangen, dass viele Menschen sich überhaupt nicht mit wichtigen Themen beschäftigen oder das wählen, was schon die Eltern gewählt haben.

Nun weiß ja eigentlich jeder, dass es schlecht ist seine Ausgaben schneller als sein Einkommen zu steigern. Der Staat gibt aber dennoch immer mehr Geld für soziale Wohltaten aus. Dafür werden dann andere Investitionen verringert. Wie kann es sonst sein, dass es heute nicht mehr möglich ist Investitionen wie kleine Schulen (mit kleinen Klassen) auf dem Land zu betreiben, obwohl die Wirtschaftsleistung Deutschlands in den letzten Jahrzehnten massiv gestiegen ist?

Dinge wie üppige Pensionen, Sozialleistungen und andere Wohltaten wachsen uns also übe den Kopf und verringern immer mehr die Zukunftsperspektiven für die Menschen, die nicht im sozialen Netz hängen. Für die im sozialen Netz übrigens auch, was diese aber nicht begreifen wollen oder einfach keinen anderen Weg als staatliche Versorgung mehr sehen.

Nun ist der Gedanke hinter der Demokratie ja eigentlich, dass eine Mehrheit der Menschen diesen Missstand bemerkt und Politiker wählen, die Anfangen hier die sozialen Wohltaten und ihre Kosten wieder einzufangen. Hängt ein großer Teil der Bevölkerung aber erst einmal am Tropf des Staates wird natürlich nur noch für mehr und mehr Staatsausgaben gestimmt. Eine Kürzung oder Effizienzsteigerung, die einige nicht Bedürftige aus der sozialen Hängematte schleudern würde, finden so nie statt.

Was natürlich folgt ist klar, diejenigen die noch ein Einkommen erzielen, welches nicht vom Arbeitsamt, Landesbesoldungsamt oder sonst einer staatlichen Stelle überwiesen wird, werden immer mehr belastet. Dies kann natürlich auf Dauer nicht gut gehen und irgendwann werden diese sogenannten Leistungsträger merken, dass sich Leistung nicht mehr lohnt.

Früher mag dies alles noch aufgegangen sein, da ist die Wirtschaft stark gewachsen und es gab sowieso immer mehr zum Verteilen. Was passiert jedoch in Zeiten niedrigen Wachstums, in denen mehr Verteilung gleichzeitig immer mehr Abzüge bei den Einzahlern (Steuerzahlern) bedeutet? Das kann kein gutes Ende nehmen.

Nun sind wir aber gerade auch in Deutschland anscheinend super darin Menschen abhängig vom Staat zu machen. Immer mehr Menschen bekommen Geld vom Amt, dieser Trend muss stoppen. Den diese Menschen werden selbst besseren Wissens kaum noch wirtschaftlich vernünftig wählen. Das schlimme ist, man kann es diesen Menschen dies nicht einmal verübeln und man selbst würde es wahrscheinlich genauso machen.

Soll unser Gemeinwesen, dessen sinnvolle soziale Errungenschaften sicherlich sehr wünschenswert sind, überleben muss es gelingen Menschen wieder unabhängig von staatlichen Leistungen zu machen.

Auch wenn das Auftauchen von Romneys Tischrede sicherlich nicht gerade vorteilhaft war (wobei es wohl auch manche Gesellschaftsgruppen anspricht), empfinde ich durchaus Sympathie mit seiner Einstellung.

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