Apple vs. Microsoft- ein KO kann nur über das Betriebssystem erfolgen

Eines der ganz heißen Themen auf vielen amerikanischen Investmentseiten ist derzeit die Frage „Is the PC dead?“. Dies geht einher mit generell recht niedrigen Bewertungen von Branchengrößen wie Intel, Microsoft oder den großen Kursabschlägen der PC Herstellern wie Hewlett Packard und Dell im aktuellen Jahr.

Um ehrlich zu sein ist die Frage nach dem Untergang des Personal Computers und damit des Laptops für mich absoluter Blödsinn. Dabei kann ich mich selbst fragen: „Hast du einen Computer?“ – JA – ; „besitzt Du ein Smartphone“ – Ja, besitze ich -, „Glaubst Du, dass du, wenn der Computer kaputt geht, keinen neuen mehr kaufst und nur noch das Smartphone benutzt?“ Nein!. Ganz klar, Smartphones sind sicherlich nette Geräte, die mir mit ihren Funktionen auch schon weitergeholfen haben. Ehrlich gesagt würde ich aber lieber auf das Smartphone als auf den guten alten PC (oder wahlweise den Laptop) verzichten.

Diese Frage können Sie sich auch selbst stellen und Sie werden zu dem Schluss kommen, dass der PC nicht tot ist. Wenn Sie diese Zeilen lesen sind Sie nämlich bereits ein ziemlich gewohnter Computer-Nutzer, ansonsten hätten sie sich gar nicht auf eine Webseite wie meinen Blog verirrt und auch für SIE ist der Computer doch gar nicht mehr wegzudenken. Der Computer ist also sicherlich nicht tot und auch wenn Smartphones und Tablets wesentlich höhere Wachstumsraten haben bedeutet dies nicht, dass deswegen die ganze PC-Industrie den Bach runter geht…

Ein Computer besitzt Eingabegeräte (Maus und Tastatur), Ausgabegeräte (Bildschirm, Lautsprecher), einen Prozessor, eine Festplatte und ein Betriebssystem. Ohne das Betriebssystem könnte ich als Nutzer nämlich mit all der Hardware gar nichts anfangen. Bei den meisten von Ihnen wird auf Ihrem Computer ein Windows Betriebssystem laufen, auf einigen ein Apple Mac OS Betriebssystem und bei einigen sehr Computer-affinen Menschen ein Linux/Unix (außer natürlich Sie besuchen als einer der ganzen wenigen meine Webseite vom Handy oder Smartphone aus). Da jeder Computer ein Betriebssystem braucht ist mit diesen auch sehr viel Geld zu verdienen. Das berühmteste Beispiel ist sicher Bill Gates mit Microsoft Windows, der mit diesem Produkt zu einem der reichsten Menschen der Welt wurde.

Die Microsoft Aktie ist derzeit günstig bewertet und bietet eine sehr gute Dividendenentwicklung. Heute will ich aber nicht irgend welche Zahlen vorstellen, sondern mich einmal mit einem der größten Risiken für dieses Unternehmen beschäftigen. Dieses heißt Windows.

Egal wie viele Fehlentscheidungen Microsoft schon getroffen hat, egal was Sie von Xbox, Windows Mobile oder sonstigem halten, solange das Betriebssystem Windows das dominante Betriebssystem auf unserem Planeten ist wird Microsoft nicht scheitern und der Aktionär profitieren.

Vor Jahren gab es einmal das Thema ob das kostenlose Linux-Betriebssystem wohl das teure Windows ablösen könnte. Geworden ist daraus jedoch nichts, zumindest nicht beim Endverbraucher. Die wesentlich größere Gefahr für Windows steckt wohl im Apple Betriebssystem Mac OS X (welches ebenfalls wie Linux auf dem Unix-Betriebssystem basiert). Apple ist schick und modern und es fällt auf, dass vor allem junge Menschen wieder häufiger zu Laptops der Marke Apple greifen. Das nicht nur Ipod und Iphone immer mehr Käufer finden, sondern auch die Computer und Laptops des Unternehmens lässt sich in diesem Diagramm ablesen.Windows MAC Os Ratio Verhältniss auf wievielen Computern läuft Mac OS X Windows Verhältniss Diagramm

Wie wir sehen verbessert sich das Verhältnis von Macintosh Computern zu Windows PCs seit einigen Jahren wieder wesentlich, nachdem Microsoft hier in den 90ern und Anfang der 2000ern deutlich die Oberhand gewonnen hatte. Was diesem Diagramm an Information jedoch hinzuzufügen ist, dass Apple seit 2005/2006 in Apple Computern Hauptprozessoren der Marke Intel verbaut. Durch diese Umstellung in der Prozessortechnologie ist es seitdem möglich auf Apple Computern auch das Windows Betriebssystem aufzuspielen. Wie viele Mac-Besitzer auf ihrem Computer also parallel ein Windows Betriebssystem benutzten weiß ich nicht, da ich dazu keine Informationen gefunden habe.

Apple kann Microsoft nur besiegen, wenn es gelingen würde Windows als dominantes Betriebssystem zu verdrängen.Apple vs Microsoft Mac OS X vs Microsoft Windows Logo Kamp der PC-Giganten can apple win over microsoft, pleite, besiegt, tot, windows wird untergehen

Falls Sie nun Ihre Microsoft Aktien verkaufen wollen, da Apple wesentlich innovativer erscheint WARTEN SIE!

Ganz so einfach ist es nämlich nicht. Schickes Design und gutes Marketing genügen nämlich bei weitem nicht um Windows vom Thron zu stürzen.

Falls Sie einen Windows PC benutzen schauen Sie bitte einmal in Ihr CD-Regal. Wollen Sie all diese Software wegwerfen, weil sie auf einem MAC nicht läuft? Natürlich könnten Sie sich einen Mac kaufen, um dann Windows darauf zu installieren. Dies macht aber kostentechnisch überhaupt keinen Sinn für Privatanwender und Firmen, da ein MAC wesentlich teurer ist als ein Windows-PC.
@ An die Computerexperten: ich weiß, dass es Tools wie Virtual PC, wine… gibt und es damit möglich ist unter MAC OS und Linux Windows-Software zu nutzen. Der Großteil der User wird dieses aber schlicht nicht tun.

Der zweite sehr wichtige Faktor ist die viele Arbeitszeit, die in Windows steckt. Nicht nur von Seiten Microsofts, sondern auch von Seiten der Softwareentwickler und Hardwarehersteller (die ja die Treiber für ihre Hardware schreiben müssen). Hier wird seit vielen Jahren von zigtausenden Informatikern und Technikern daran gearbeitet, dass Hard und Software unter Windows ihre optimale Leistung entfalten kann.

Einfach kann man dies zum Beispiel daran erkennen, dass die meiste Software unter MAC OS wesentlich höhere Systemanforderungen als unter Windows besitzt (wenn diese überhaupt verfügbar ist). So benötigt zum Beispiel das beliebte Computerspiel Tropico 3 unter Windows lediglich einen Pentium 4 Prozessor ( einen Prozessorkern), während es unter MAC OS X einen wesentlich neueren und stärkeren Zwei-Kern-Prozessor benötigt.

Es ist also für Apple noch ein sehr weiter Weg Microsoft auf der Betriebssystem-Front wirklich unter Druck zu setzten. Es genügt hier nicht nur den schwulen Großstadtfotografen und die Studentin, die sowieso nur chattet und ein wenig tippt, von ihrem Betriebssystem zu überzeugen. Um nämlich den Normalnutzer, Spieler, Selbstständigen und Firmen vom Windows-PC wegzulocken müsste von sehr vielen Seiten noch enorm viel Arbeit geleistet werden (und die andere Seite schläft auch nicht).

Wer also Microsoft Aktien besitzt oder über eine Investition in diese nachdenkt, muss langfristig eigentlich nur in großen Zeitabständen einmal den Marktanteil von Windows beobachten.

10 Gedanken zu “Apple vs. Microsoft- ein KO kann nur über das Betriebssystem erfolgen

  1. Hallo,
    Bin auch Deiner Meinung, dass Microsoft einen „Moat“ hat der nicht so leicht zu besiegen ist.
    Ich denke sogar, dass Apple zwar weiterhin eine Top Firma sein wird und auch weiterhin viel Geld verdienen wird, aber ich würde jetzt sogar anfangen auf fallende Kurse bei Apple zu setzen.
    Warum?
    Ich kann mich noch sehr gut an die Zeiten von Nokia erinnern. Diese Firma war zu Ihrem Hochpunkt gegenüber seinen Kunden nicht nur arrogant sondern auch “ unverschämt“ . Wie oft musste man von Nokia Kunden hören, dass Ihre Geräte einen Wasserschaden haben und es somit außerhalb der Garantie ist, obwohl diese noch nie mit Wasser in Berührung gekommen waren. manche Geräte sogar nach 2 Tagen Nutzung. Außerdem hat man für sehr viel Geld ein neues schickes Handy Nokia 8810 für über 1000 Euro gekauft, damit man bei seinen Freunden angeben kann und hat nach 2 Moanten feststellen müssen, dass es einen Nachfolger gibt, der wieder über 1000 Euro kostet. Somit wurde einem sofort klar, dass das aktuelle Gerät nicht mehr Schick war, sondern dass man auch ziemlich viel Geld innerhalb 2Monaten versammelt hat. Außerdem gab es ohne Ende Softwarefehler. So hat man mit der Zeit als Kunde von Nokia das Gefühl bekommen, abgehockt zu werden und den Vorständen die tollen Reisen zu sponsern. Dann kam noch der Smartphone Boom und die Rechnung der Hochnäsigkeit kam sofort. So etwas merken sich die Kunden !!!

    Ich denke, dass Apple ähnliche Fehler mit dem IPhone 5 und IPad 3 begeht.
    Als Verbraucher war man froh endlich eine Alternative für Nokia gefunden zu haben und hat dementsprechend alles auf Apple umgerüstet.

    Jetzt kommt das IPhone 5 mit neuem Anschluss und man muss nun sein gesamtes teuer gekauftes Equipment umrüsten . Denn mit dem Adapter passt das nicht in die bisherigen Steckplätze. Außerdem ist der technische Fortschritt nicht das was man sich von Innovation vorstellt. LTE funktioniert nicht richtig in BRD, da müssen die Netzbetreiber auch mitspielen, was ziemlich teuer ist. Was bringt mir ein Porsche, wenn die Strasse alle 50 Meter mehrere Schlaglöcher hat.
    Und das IPad 3 ist gegenüber dem IPad 2 auch nicht wahnsinnig besser.

    Ich persönlich denke , dass der Zenit bei Apple mit dem IPhone 4 und IPad 2 erreicht wurde. Mittlerweile holt die Konkurrenz sehr stark auf und bringt auch eigene Pads auf den Markt.

    Ich denke ich positioniere mich langsam auf fallende Kurse.

    Sorry, dass ich soviel geschrieben habe und Deinen Blog vollposte

    • Hallo,
      ich muß Musti 100 % Recht geben. Die Arroganz von Apple ist kaum mehr zu überbieten. Wenn man 120 Mrd. Cash besitzt und jetzt von seinen Kunden verlangt komplett neues Zubehör zu kaufen, müßte es auch dem letzten Apple Fan auffallen daß sie abgezockt werden.
      Einfach lächerlich diese Bilder wo Kunden jubelnd aus dem Apple Laden rauslaufen und ein völlig überteuertes Gerät in die Höhe halten.Apple hat es geschafft sich ein Premium Image zu erhalten obwohl jeder ….. sich abkämpft um ein Apple Smartphone zu kaufen. Ohne die Genialität eines Jobs wird das aber nicht lange gutgehen.
      Johnny

      • War die Umstellung auf die Standard-Stromanschlüsse nicht Pflicht?
        Gut, man hätte den alten Anschluss noch reinbauen können… aber vielleicht wollte man wie immer aufs wesentliche beschränkt bleiben.

        Ich würde mich nicht trauen hier zu shorten…

      • Das ist aber ein bisschen kurz gedacht. Klar ist das neue iPhone nicht so der Knaller, aber die Zahlen geben Apple eben recht.
        Was erwartet ihr denn von dem Modell? Was soll es denn noch alles können? Dadurch das Apple nur EIN Modell herstellt, ist es klar dass es immer ein Nischenanbieter bleibt. Aber die Marge stimmt und die Nachfrage scheint ja auch noch da zu sein. Von daher finde ich es ein wenig gewagt direkt die short-Keule auszupacken.
        Ich glaube auch eher der Kollege Musti redet nur von short und setzt das im Leben nicht um.
        Die Leute vergessen, dass das iPhone nicht nur gekauft wird weils soviele tolle Dinge kann, sondern auch wegen dem iTunes Store der dahinter hängt. Das ist zum einen ein gewaltiger Umsatz der da generiert wird und zum anderen wird sich jeder User zweimal überlegen ob er alle Apps wegschmeißt und auf ein anderes Gerät umsattelt.

        Aber du gehörst sicher zu der Sorte der unbelehrbaren. Deshalb wünsche ich dir viel Erfolg mit deinem Short und diskutiere nicht weiter mit dir!!

        Beste Grüße,

        Markus

        • @ markus,
          kann ja sein daß du ein Apple Fan bist, kein Grund Musti als unbelehrbar zu bezeichnen bzw. ihm zu unterstellen daß er eh nicht shorte.
          Immer locker bleiben!
          Johnny

  2. Denke auch, dass es sehr gefährlich ist Apple zu shorten. Gerade die Bezahlinhalte wie Itunes die dran hängen, dann soll ja statistisch auch mehr Werbung auf Apple Geräten geklickt werden als auf Androids…

    Die andere Frage ist natürlich in der Tag, ob Apple irgendwann sein Image verliert und nur noch einer der großen Konzerne wie Microsoft, Nokia und Co ist. Bis jetzt lebt Apple eben stark von hohen Margen, wenn der Kunde nicht mehr bereits seien sollte für ein Apple Produkt mehr auszugeben wirds hier natürlich wesentlich schwieriger immer wieder neue Rekordzahlen auszuweisen.

    In weit es Apple gelingt nach iPod, iPhone, iPad und Co einen Erfolg nach dem anderen zu produzieren ist eine gute Frage. Sicher sitzen bei der Konkurrenz auch keine Idioten, aber auch da gibt es immer wieder Flops.

    Dennoch ist es sehr beeindrucken was aus Apple mit doch sehr wenigen Produkten innerhalb einiger Jahre gewurden ist, wenn man bedenkt wie schlecht es hier Anfang der 2000er noch aussah.

  3. Irgendein Starinvestor hat Apple mal als Software-Firma erklärt. Apple macht Software und wenn die Leute dies nutzen wollen, müssen sie auch die Hardware kaufen… und wenn sie die Hardware gekauft haben und zufrieden sind, kaufen sie noch mehr Hardware (Macmini im Wohnzimmer, Ipad aufm Klo) damit auch alles schön zusammenpasst…

    Microsoft macht auch software, aber wenn man diese nutzen will, kann man sich auch eine gecrackte Version im nezt laden… dieses Problem umgeht Apple mit dem Hardware verkauf…

    Eine Firma die einen ROE von 40% hat und zu einem KGV von ~16 zu haben ist zu shorten klingt nich gerade nach ner tollen Idee…

  4. Ich denke das wird noch eine Weile dauern, bis Apple nachhaltig nach unten geht. Allerding hat Apple bereits ein KGV von 15,50 während Samsung mit einem KGV 8,92, doch deutlich realistischer eingestuft ist. Samsungs großer Vorteil ist, dass der Konzern gigantisch breit aufgestellt ist und man kaum eine Elektrogerätsparte findet, wo Samsung nicht vertreten ist. Selbst in den Apple-Geräten tickt mindestens ein Samsung-Teil. Während Samsung selbst einen Großteil der Geräte in seinen eigenen Fabriken produziert, hat Apple eigentlich keine einzige Apple-Produktion, sondern nutzt Produzenten wie Samsung oder Foxcon, die traurige Berühmtheit erlangten, aufgrund der riesigen Anzahl an Selbstmorden in verschiedenen Fabriken. Würden sich die Lieferanten, von denen übrigens einige auch in Deutschland ansässig sind, zusammen tun, wäre bald schluss mit der Apple-Hausse. Natürlich wird das kaum passieren, aber immerhin wurde Apple gerade bei Foxcon gezwungen die Löhne anzupassen. Am Ende wird es so kommen wie bei jeder „Sekte“. Das Interesse geht verloren und die „Jünger“ entdecken ein neues Spielzeug…die Karavane zieht dann weiter.

  5. Wie sagte Kostolany:
    „Die Börse reagiert gerade mal zu zehn Prozent auf Fakten. Alles andere ist Psychologie.“
    Liege mit meinem Put Schein GT2RDW gar nicht mal so verkehrt.
    Natürlich werde ich mein Glück nicht strapazieren und mich kurz vor dem Weihnachtsgeschäft trennen.

  6. Hi
    Ich sehe ähnlich wie der Artikel auch Microsoft als günstig bewertet und Apple wahrscheinlich fair. Allerdings ist für mich der Zweikampf im Betriebssystemmarkt bei der Microsoft-Bewertung nebensächlich. Wichtig ist Office. Jeder der in Schulen, Universitäten oder sonstigen Lehrstätten ausgebildet wird, wird an Office-Produkten ausgebildet – unabhängig vom Betriebssystem. Es gibt Versuche (wie OpenOffice) dieses Monopol zu durchbrechen. Das Problem ist der Lock-In-Effekt durch die Ausbildung und in Unternehmen. Eine Umstellung von Microsoft Office auf ein neues System macht aus betriebswirtschaftlichen Gründen keinen Sinn, selbst wenn das neue System umsonst ist.

    Weiter Informationen findet ihr hier:
    Apple hängt Microsoft ab?

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