Amerikanische Konzerne unterstützen Homosexuellen-Ehe;schlechter PR-Move

Aufrufe bestimmte Firmen zu boykottieren gibt es ja viele. Vor allem in Zeiten des Internets wird praktisch täglich gegen einzelne Unternehmen gehetzt und dazu Aufgerufen bestimmte Produkte nicht mehr zu kaufen. Wirklich in die Knie zwingen konnte dies große Unternehmen bis jetzt aber kaum. Wir erinnern uns an die negative Welle gegen den britischen Ölkonzern BP nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.

Generell kann man also sagen, dass der Konsument zwar durchaus schockiert über so manche Meldung darüber ist was Firmen so treiben, dass es aber die Kaufentscheidung nicht wirklich beeinflusst. Ein größeres Risiko sehe ich jedoch darin, wenn Firmen anfangen politisch zu werden und sich hier in sehr sensible gesellschaftliche Themen einmischen…

Der mündige Konsument. Diese Mündigkeit entscheidet sich allen Anschein nach allein am Preis. Zum einen weil viele Menschen einfach wenig Geld zur Verfügung haben, zum anderen weil es vor allem in Deutschland üblich ist auch als materiell besser gestellter Mensch stets zum günstigsten Produkt zu greifen. Das berühmte Beispiel sind hierbei sicherlich die Discounter, bei denen vor einigen Jahren ja massive Vorwürfe durch die Presse gingen. Die Mitarbeiter würden bespitzelt, erpresst, praktisch zum Diebstahl von Ware animiert usw. Das Thema wird auch gerne einmal am Stammtisch angesprochen und alle geben sich schockiert über den üblen Umgang mit Mitarbeitern. Fuhr man dann selbst am nächsten Tag wieder zum Discounter um die Ecke sah man volle Parkplätze und lange Schlangen an der Kasse.

Im Internet und in Fernsehdokumentationen trifft es dann besonders gerne internationale Konzerne. Besonders gerne sind im deutschen Fernsehen dabei amerikanische Konzerne im Zielfokus, dies mag zum Teil daran liegen, dass die oft eher dem politisch linken Spektrum zuzuordnenden Filmemacher generell eine Abscheu bei allem amerikanischen haben.

Ob die Vorwürfe zu begründen sind oder nicht lässt sich für mich durch einzelne Bilderschnipsel hier sowieso nicht nachprüfen. Feststellen kann ich jedoch, dass es internationalen Konzernen wie Nestle und Coca Cola nicht schadet. Der Konsument lädt Produkte dieser Firmen weiter fleißig in seinen Einkaufswagen, egal was er am Vorabend im Fernsehen schlechtes über die Unternehmen gehört hat.

Als Aktionär kann man sich also entspannt geben, außer man ist ein großer Ethiker; denn was Firmen im Ausland treiben oder wie sie mit ihren Mitarbeitern hier vor Ort umgehen scheint dem Konsumenten völlig egal zu sein. Hier zählt allein der Preis oder das Image. Bei Apple gingen ja auch schon mehrmals Meldungen von sehr niedrig bezahltem Verkaufspersonal und widrigsten Produktionsbedingungen in China um die Welt. Dennoch sehe ich auch bei Studenten mit Rastalocken, die bei mehreren Bier gerne über die böse Konsumgesellschaft schwadronieren, gerne das Statusobjekt mit dem Apfel aus der Hosentasche blitzen.

Ein Fall, der mich aber dennoch interessiert ist, wenn Firmen mit politischen Überzeugungen in Verbindung gebracht werden. Was ist wenn ein Unternehmen mit einer politischen Einstellung in Verbindung gebracht werden, die dem Menschen wirklich sehr nahe geht?

So etwas wird von Firmen natürlich oft peinlichst vermieden. Deutsche Großkonzerne wie Daimler achten ja peinlichst genau darauf bei Parteispenden den großen Volksparteien CDU und SPD immer den gleichen Betrag zukommen lassen, damit man auf keinen Fall im Ruf steht dem einen oder anderen politischen Lager näher zu stehen.

Natürlich gibt es auch vor allem in Amerika Konzerne die ganz klar bestimmte politische Kräfte unterstützen. Die Öl-Industrie steht wohl ganz klar den Republikanern näher. Ist ja auch halb so schlimm, tanken müssen auch Anhänger der Demokraten 😉 .

Es gibt aber auch politische Aussagen, die dennoch Auswirkungen haben könnten. Da ich General Mills Aktien besitze treibe ich mich auch manchmal auf amerikanischen Message Boards herum und wurde so auf eine heftige Diskussion aufmerksam. Einige amerikanische Vorstände unterstützen nämlich mit privatem Geld Verbände zur Förderung der Homosexuellen-Ehe. Darunter sind bekannte Wirtschaftsgrößen wie Amazon-Gründer Jeff Bezos, Bill Gates oder eben auch General Mills CEO Ken Powell.
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In Ordnung, dies ist Privatsache. Jedoch war ich erstaunt als es bekannt wurde das General Mills Briefe an Mitarbeiter und die Öffentlichkeit herausgibt in denen die Homosexuellen-Ehe klar befürwortet wird.

Gerade in Amerika ist diese Thema ein ewiger Aufreger und man muss sich im klaren sein wie verbittert Teile der amerikanischen Bevölkerung auf Kriegsfuß mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen stehen. Es folgte im Internet und in konservativen Medien ein überraschend großer Widerstand, von Unterschriftenaktionen gegen General Mills bis zu (ehemaligen )General Mills Aktionären, die angeblich ihre Aktien aufgrund dieser Sache verkauften. Beobachter betiteln den Vorstoß von General Mills als „one of the dumbest PR stunts of all time“. Im Kundenkreis des Lebensmittelproduzenten befinden sich aufgrund der Produkte sehr viele Familien mit Kindern, die wohl oft eher konservativ sind. Es ist also spannend…

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