Die Millionen des Mitt Romney

Mitt Romney könnte sich in Deutschland sicher keine Hoffnung darauf machen eine Bundestagswahl zu gewinnen. Der Grund ist einfach, Romney ist reich und hat dieses Geld nicht einmal komplett ehrlich ererbt. Der Deutsche misstraut aber dem Erfolg und wer Erfolg hat, hat sicherlich auch einiges an Dreck am Stecken. Natürlich spielt auch das Wahlkampfteam rund um Romneys Gegenkandidaten Barrack Obama diese Karte aus und so kommen fast täglich Meldungen von unsauberen Geschäftsmethoden in Romneys früherer Karriere und von Geldern in Steueroasen an die Öffentlichkeit. Ob diese natürlich alle stimmen ist fraglich. Gerade die politische Szene aus Chicago, aus der auch der amtierende Präsident Obama entsprungen ist, gilt selbst für US-Maßstäbe als extrem kreativ, wenn es darum geht den politischen Gegner mit Dreck zu bewerfen…
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Besonderen Augenmerk haben die Romney kritischen Medien dabei auf seine aktive Zeit beim Finanzinvestitions-Unternehmen Bain Capital, welches er 1984 mitbegründet hat. Um es kurz zu sagen: Bain Capital nutzte, wie auch alle anderen Wall-Street-Größen, einige Rechtskonstrukte bei denen oft Unternehmenssitze in der Schweiz und den Cayman Inseln genutzt werden um die steuerliche Belastung zu drücken. Die daraus resultierenden enorm niedrigen Steuersätze müssen dem normal Menschen obszön niedrig vorkommen. Illegal sind diese Modelle jedoch nicht und die Debatte, ob es eigentlich in Ordnung ist, dass die großen Fische derart wenig Steuern zahlen ist eine andere. Nüchtern gesehen ist es jedoch Romneys Job gewesen solche Steuerschlupflöcher zu finden und zu nutzen. Schließlich war es sein Job als Unternehmer das meiste für seine Klienten und das Unternehmen herauszuholen.

Natürlich stellt sich hierbei immer die Frage der Glaubwürdigkeit. Wie auch bei uns wird auch in Amerika die Gesellschaft von einer Mittelschicht getragen, der an Steuerprozenten wesentlich mehr abverlangt wird als von den Superreichen ( Warren Buffett gibt ja auch offen zu nur 17% Steuern auf sein Einkommen zu bezahlen und fordert selbst wesentlich höhere Steuersätze für Reiche). Natürlich stellt sich hier alte Frage: Predigt Romney Wasser für den Wähler und trinkt selbst Wein. Einem schießen hierbei gleich wieder Bilder von Oskar Lafontaines Villa („dem Palast der sozialen Gerechtigkeit“) oder dem Porsche von Klaus Ernst in den Kopf. Im Prinzip fordert Romney ja auch für den Mittelstand niedrigere Steuern, dass dieser aber je auf derart niedrige Steuersätze wie er selbst kommt darf, auch beim größten politischen Willen, sehr stark angezweifelt werden.

Außer den niedrigen Steuern hatte Romney bei Bain Cpital auch ein recht fragwürdiges Klientel an Menschen, die seine Fonds mit Geld gefüllt haben. So war einer der ersten Einzahler in einen Bain Fond der sehr zweifelhafte Steuerflüchtling und Medien Mogul Robert Maxwell, dessen Leiche 1991 nackt aus den Gewässern Teneriffas gefischt wurde. Dazu kamen in dieser Anfangszeit auch Einlagen aus anderen sehr fragwürdigen Quellen, wie dem damals sich im Bürgerkrieg befindlichen El Salvador. Bevor jetzt dies aber wie ein Mafia-Krimi wirkt muss man bedenken, dass die Einzahlungen aus diesen Quellen jeweils nur wenige Millionen $ betrugen. Nicht viel für die Wall Street und als Finanzinvestor nimmt man vor allem zum Anfang sicher jedes Geld.

In seinem Job war Romney sicherlich sehr gut und kam auf eine Rendite von 88 % pro Jahr. Romney ist also sicherlich ein schlaues Köpfchen, der sicher einiges von wichtigen Finanzcircus versteht und dort sicherlich mehr Sachverstand hat als die meisten anderen Politiker.

Gerade dieser Erfolg lässt sich natürlich wiederum hinterfragen. Was wurde aus den Unternehmen, die Bain Capital erworben, effizienter gestaltet, aufgesplittet und dann wieder verkauft hat (unter anderem auch die deutschen Behringwerke). Hier spricht Romney natürlich von Unternehmen, die er vor dem Ruin gerettet und so tausende Arbeitsplätze erhalten und geschaffen hat. Kritiker behaupten Bain Capital hätte seinen zugekauften Unternehmen viele Schulden aufgebürdet, knallhart Arbeitsplätze gestrichen und dann die Unternehmen zerschlagen und verramscht. Nun ja, hierfür müsste man sich sicherlich erst einmal die Einzelfälle sehr genau ansehen. Diese Kritik kommt bei solchen Geschäftsmodellen eigentlich immer auf und ist meist auch unbegründet.

Was jedoch auffällt ist , dass Romney nach wie vor ein recht großes Geheimnis um die Anlageformen seines Vermögens macht. Wahrscheinlich sind seine Investments nicht illegal, jedoch derart ausgebufft und steueroptimiert, dass er dennoch nicht gerade als ehrlicher Amerikaner dastehen würde.

Übrigens ist auch Präsident Obama kein armer Hund mehr und selbst mehrfacher Millionär. Der Ursprung dieses Geldes erfolgte aber durch Buchverkäufe und ist so wesentlich leichter Nachzuvollziehen als Romneys Vermögen. Obamas Geld ist übrigens gut bei der US-Großbank JPMorgan angelegt, die zusammen mit Goldman Sachs auch zu den größten Unterstützern seines Wahlkampfes gehören.

Meiner Einschätzung nach kann Romneys finanzieller Erfolg also zum Boomerang werden. Selbst wenn alles legal und moralisch korrekt ablief, wird er dies kaum derart vereinfachen können, um dies einem Massenpublikum zu vermitteln.

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