Aktien-es werden sicher auch wieder bessere Zeiten kommen!

Die Zeit seit dem Jahr 2000 waren für viele Aktienanleger sehr ernüchternd und es gab sicherlich viele die das Handtuch geschmissen haben. Erst der Börsenabsturz zum Anfang des neuen Jahrtausends und dann stürzenden Kurse nach dem Platzen der faulen Immobilienkredite. Die Börse erscheint einem also in der jüngeren Zeit als reines Kasino in dem man entweder morgen sehr reich oder morgen sehr arm ist.

Das langfristige Anlegen von Geld in Aktien ist aber kein Kasino. Um dies zu belegen sollte man sich die Entwicklung von Aktienkursen in einem sehr großen Zeitraum ansehen. Es lohnt sich und wird so manchem interessierten Anleger wieder ein wenig Mut machen…

Nehmen wir einmal an die Wahrscheinlichkeit für ein großes Event, dass die Börse stark negativ beeinflusst trifft in jedem neuen Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von einem Sechstel ein. Also die Insolvenz eines Staates, eine Ölkrise oder sonstige Einwirkungen, die dass Vertrauen der Anleger stark erschüttern.

Jetzt heißt dies aber nicht automatisch, dass wir uns in jedem sechsten Jahr mit fallenden Kursen auseinandersetzten müssen. Wir haben ja alle schon einmal an einem Würfelspiel teilgenommen. Bei einem ungezinkten Würfel haben wir ja zuerst die Wahrscheinlichkeit von 1/6 auf die 1, von 1/6 auf die 2 und so weiter. Nun kennen wir aber die Erfahrung, dass ein Glückspilz mehrere 6er hintereinander würfelt, während ein anderer das ganze Spiel nur schlechte Würfelergebnisse erzielt. Also kann es auch wirtschaftlich zu mehreren großen Negative-Ereignissen hintereinander kommen, genauso wie wir sehr lange nur positive Signale bekommen. Dies ist auch ein Grund warum die Börsenkurse von morgen so schwer Vorauszusagen sind. Verkaufen bei unserer Aktie im Depot im Jahr durchschnittlich sechs Großaktionäre große Aktienpakete, kann dies über das Jahr verteilt stattfinden oder aus irgend einem Zufall heraus verkaufen alle am selben Tag und der Kurs kommt heftigst unter Druck und löst eine richtige Verkaufspanik aus.

Nun hatten wir in den letzten Jahren das Unglück, dass mehrere unglückliche Umstände zusammen kamen. Zum einen haben die Banken wahllos Hypotheken vergeben, zusätzlich haben einige EU-Staaten große Fehler gemacht, dazu haben die USA im Irak und Afghanistan sehr teure Kriege geführt welche dort die Staatsfinanzen völlig haben ausufern lassen. Also kamen mehrere sehr schlechte Entwicklungen zusammen und die Anleger haben in den letzten Jahren sehr oft unglücklich gewürfelt.

Dadurch könnten wir natürlich zu dem Schluss kommen, dass es besser wäre alle unsere Aktien nun zu veräußern, weil wir glauben der Würfel kennt nur schlechte Ergebnisse. Genau so gut sein könnte es jedoch sein, dass wir in Zukunft wieder mehr Glück haben (was irgendwann auch wieder passieren wird). Die EU könnte ihre Probleme in den Griff bekommen, die Banken stellen sich alle wesentlich stabiler auf usw. Damit könnten wir dann positiv viele positive Ergebnisse erwürfeln und das Vertrauen der Anleger kommt zurück und wir erleben wieder ein lange Aneinanderreihung von guten Börsenjahren.

Natürlich ist die Börse langfristig kein bloßes Würfelspiel. Die Betonung liegt jedoch auf langfristig. Kurzfristig ist sie in der Tat nichts anderes. Würde mich jemand fragen: Steigt Aktie XY morgen, könnte ich einen Würfel benutzen, weil der kurzfristige Anstieg oder Abstieg von Aktien von vielen Zufällen abhängt.

Mittelfristig hat die Entwicklung der Börse viel damit zu tun, ob wir uns momentan in Zeiten von massiven Überbewertungen oder nicht befinden. Insgesamt kann man jedoch sehr positiv gestimmt sein. Die Weltbevölkerung wächst, es wächst dadurch auch der Wohlstand. Also steigt langfristig auch der Wert der Produktionskapitals. Nehmen wir also die Summe aller Aktien, wird diese langfristig im Wert steigen, weil es mehr Menschen, mehr Wohlstand, mehr Nachfrage und mehr wirtschaftliche Aktivität gibt.

Also sehe ich positiv in die Zukunft. Im Prinzip können Sie sich also einfach einen ETF, Fond oder endlos Zertifikat auf alle Aktien dieser Welt kaufen, sich zurücklehnen und dann abwarten. Unter den Vorgaben, die wir langfristig haben werden diese im Wert steigen. Um zu jünger Sie dies tun, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich dies Auszahlt. Da sie einfach viele Jahre zeit haben um eventuelle Krisen auszusitzen und wieder auf bessere wirtschaftliche Zeiten und Aktienkurse zu warten. Sind Sie aber bereits kurz vor dem Ruhestand würde ich diese Taktik nicht mehr empfehlen. Vielleicht haben Sie ja das Pech und ausgerechnet kurz vor der Rente gibt es mehrmals hintereinander sehr negative Ereignisse, die den Wert ihres Depots in die Tiefe reißen.

Dass ich ihnen hier keinen Blödsinn erzähle möchte ich Ihnen gerne einmal an einem sehr langfristigen Chart des amerikanischen S&P 500 aufzeigen. Den S&P 500 habe ich gewählt, da er mit 500 Unternehmen aus sehr vielen Branchen einen relativen guten Überblick über die langfristige Steigerung von Aktien aufzeigt.
S&P 500 Standard Poor anstieg growth long time chart übertrieben Bewertungen Euphorie Rally Absturz
Wie wir erkennen können ist es nicht „normal“, dass wir in seit 2000 zweimal derart heftige Kursabstürze erleben. Die Begründung ist in einer massiven Überbewertung der Aktien zum Beginn des Jahrtausends und mehreren sehr negativen Entwicklungen seither zu suchen (wir hatten also Pech, wobei dies Ende der 90er bereits vorherzusehen war). Was der Chart aber auch zeigt ist, dass man bei langfristigen Investments in den Aktienmarkt auf lange Sicht gewinnt. Wer in den Aktienmarkt geht darf nicht denken: „Nächstes Jahr im Oktober will ich diese und jene Rendite“. Dies kann oder kann nicht funktionieren, vielmehr sollten sie das Investieren in einem sehr großen Zeithorizont sehen.

7 Gedanken zu “Aktien-es werden sicher auch wieder bessere Zeiten kommen!

  1. Hallo Ulrich,

    guter Artikel – wie ja eigentlich immer. 😉

    Eine Ergänzung/Einschränkung hätte ich noch, die mich immer etwas beunruhigt: Auch wenn die Wahrscheinlichkeit langfristig steigt, dass man auch gute Jahre erlebt und sich damit der Rendite annähert, die Anleger in der Vergangenheit auch erzielt haben, gibt es doch immer noch eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass wirklich richtig Pech haben und Zeit unseres Anlegerlebens einfach nur Katastrophe auf Katastrophe folgt. Ich glaube, ganz ausschließen kann man das nicht – Aktien sind eben auch langfristig riskant. Auch wenn es in der Vergangenheit langfristig eigentlich immer geklappt hat. Oder?

    Viele Grüße
    Holger

    • Hallo,
      in der enormen Volatilität liegt aber auch eine gewaltige Chance.Da ich kein geerbtes Geld anlege sondern nur von Zeit zu Zeit Gespartes zur Verfügung habe (ich arbeite nurTeilzeit um der kalten Progression und der Rentenverarsche so gut wie möglich auszuweichen) hat man bei Klasseunternehmen die man sich in aller Ruhe analysiert und dann in eine Watchlist packt, die Möglichkeit zu Ausverkaufspreisen zuzuschlagen.Runtergeprügelte Kurse die mit dem Unternehmen selbst nichts zu tun haben sind doch das Größte!!
      Johnny

    • @Holger: Hm, es ist natürlich theoretisch möglich, dass in einem Menschenleben nur Katastrophen stattfinden. Allerdings ist natürlich die Frage, in wie weit überhaupt noch unser Gesellschaftsmodell existiert, wenn es wirklich über Jahrzehnte bergab geht. Dies würde ja auch die Staatsfinanzen ruinieren, die Massen in die Arbeitslosigkeit stürzen und so wohl auch katastrophale Folgen für alle anderen Anlageklassen haben. Ausschließen kann man dies sicher nicht, da hast Du recht.

      Allerdings stelle ich mir die Frage ob es etwas bringt sich überhaupt mit derart langanhaltenden sehr negativen Szenarien ausseinander zu setzen. Diese machen generell jedes Sparen, Anlegen, Vorsorgen überflüssig. Dann sollte man eigentlich sofort die ganze Kohle raushauen und versuchen sich jetzt ein paar sehr schöne Tage zu machen 😉 .

      @johnny: Volatilität ist eine feine Sache, wenn man dauernd auf der Lauer sitzt 😉 . Die meisten Klein-Anleger sehen bei einem fallenden Depotwert allerdings rot und werfen das Handtuch.

      „Wer bei einer Aktie nicht dabei ist, wenn sie fällt, ist auch nicht dabei, wenn sie steigt “ 🙂

  2. Hallo,

    grundsätzlich stimme ich deiner Argumentation zu und auch ich glaube an den langfristigen Anstieg des Index. Allerdings nen Langfristchart über 50 Jahre oder länger halte ich dann doch für etwas lange. Unter Rentengesichtspunkten müsste man bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von ca. 80-85 Jahren ja mit 35 Jahren aufhören in Aktien anzulegen, wenn man sicher gehen möchte als Rente mehr rauszubekommen als eingezahlt zu haben. Und zur Warnung würde ich dann doch ganz gerne an den Nikkeichart verweisen und diesen Link anfügen:
    http://www.wfinanz.de/charts/langfristchart-nikkei-225-index-japan
    Seit 1980 quasi Null Performance, das Kopfkissen wäre genausogut gewesen, jeds Festgeld wäre besser gewesen. Ich will absolut nix verschreien, aber auch dieses Szenario ist denkbar, schließlich ist Japan eins der best entwickelten Ländern überhaupt, auch technologisch führend oder zumindest lange führend und unserem Gesamtsystem bis auf die höhere Verschuldung (200% des BIP) sehr ähnlich. Wie gesagt ich glaub jetzt nicht wirklich dran, ABER auch das Szenario ist möglich.

    VG

    • @make, ja das ist wirklich sehr erschreckend mit Japan. Natürlich bin ich auch ein wenig voreingenommen und stehe Aktien grundsätzlich positiv gegenüber. Sonst würde es diesen Blog ja auch nicht geben 😉

      Nun weiß ich natürlich nicht genau, was vermögende Japaner machen. Halte es aber für gut vorstellbar, dass diese eben im Ausland anlegen (wo es nicht immer nur sinkt). Bei einer wirtschaftlichen Situation wie in Japan kann ich mir aber auch kaum vorstellen, dass die Lebensqualität der Menschen sich verbessert.

      Habe vor einiger Zeit eine Dokumentation über die westlichen japanischen Küsten gesehen. Dort gibt es durch die Veränderung der Wassertemperatur nur noch Quallen und die Fischerdörfer sind praktisch alle arbeitslos. In Interviews war ich überrascht in welcher Art und Weiß die japanischen Fischer diszipliniert und sachlich geblieben sind. Ob dies auch bei uns so wäre, wo bei allem nach dem Staat gerufen wird?

      • Ich frage mich warum der Guru Jim Rogers Japan immer so hervorhebt. Er findet immer den Yen ganz toll, Japan als Land zum investieren usw.. Außerdem Franken…

        Bei anderen Ländern wie der USA hackt er immer auf der massiven Verschuldung rum und malt die düstersten Szenarien an die Wand. Dabei ist Japan doch nicht besser. 200% Verschuldung, 0 Wachstum und eine viel schneller vergreisende Gesellschaft…

        Ich kann das nicht nachvollziehen.

        Gruss

  3. Naja Jim Rogers ist aufjendenfall ein Asienfan, er ist ja selber auch nach Singapur ausgewandert. Vllt. glaubt er das Japan ganz besonders vom Boom in Asien profitieren kann. Ich denke dies gilt besonders für Australien und Neuseeland.

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