Watchlist: Intel (Mikrochips, PCs, Server und Smartphones)

Seid einiger Zeit beobachte ich die Intel Aktie. Um ein Intel Produkt zu finden genügt es wohl bei den meisten einmal auf die Aufkleber auf ihrem Laptop oder stationären Computergerät zu achten.

Rein von den Zahlen findet man in Intel eigentlich ein tolles Langzeitinvestment. Intel ist der größte Hersteller für Mikrochips, hat wenig Schulden, dafür aber sehr viel Cash auf der Hand, zahlt eine schöne Dividende von 3,6 % und kauft auch Aktien im großen Stil zurück. Die Aktie handelt noch dazu bei einem KGV von knapp über 10 und ist so für einen derartigen amerikanischen Blue Chip sehr günstig.

Was mich aber beim Eingehen einer langfristigen Position beschäftigt (und damit meine ich nicht wie andere 3 Monate ) ist die Zukunft. In diesem Fall die Zukunft von Computerchips und wie viel Geld sich mit ihnen wohl in Zukunft verdienen lässt…

Eine der ersten Fragen, die ich mir stelle ist, ob sich mit Mikroprozessoren in herkömmlichen Computern und Laptops weiterhin derart viel Geld verdienen lässt. Persönlich war mein erster Computer ein Cyrix 486 mit dem man dann unter Dos einige aus heutiger Sicht recht primitive Anwendungen und kleinere Spiele nutzen konnte. Danach folgte ein Pentium 1 mit Windows 95. Dies war damals ein gigantischer Sprung: grafische Oberflächen, bunte Software, die ersten Websites, erste komplexe Spiele mit schicker Grafik.

Dann folgte ein Pentium 3 PC vom Media Markt. Mit diesem war jetzt alles schneller: Spiele in schönem 3D, man konnte CDs brennen, Videos umwandeln. Es war einem nach dem Kauf sofort klar, dieser PC hat sich gelohnt.

Worauf ich hinaus will ist, dass sich damals der Kauf eines neuen Computers alle 2 oder 3 Jahre praktisch aufgedrängt hat. Viele Software war einfach auf dem älteren Gerät nicht einmal mehr im Ansatz ausführbar und hätte man nicht investiert, wäre man von Dingen wie dem Internet mit seiner alten Kiste abgeschnitten gewesen.

Nun schreibe ich diese Zeilen gerade auf einem Athlon 64 mit 4 GB Arbeitsspeicher. Der Prozessor, wie er bei mir im Computer steckt, muss so 2006 auf den Markt gekommen sein. Also ist der PC 6 Jahre alt! Eine Ewigkeit im Bereich der PC-Technik. Dennoch ist der Computer für alle Standardanwendungen schnell genug. Surfen, YouTube, Office, Skype, die ganz normalen Anwendungen, wie sie 90 % der PC-Besitzer wohl hauptsächlich benutzen, laufen schnell und ohne Ruckler oder sonstigen Einschränkungen. Habe zum Vergleich in dieser Zeit auch Laptops besessen und mir fiel bei diesen Standardanwendungen kein Vorteil durch neuere PC-Technik auf. Warum also die zuverlässige Kiste aufs Altenteil befördern und Geld für neue Hardware ausgeben?

In Ordnung es gäbe schon Gründe, ein neuere Prozessor könnte mir die Leistung bei wesentlich geringerem Stromverbrauch liefern. Aber bis sich dies für mich rechnen würde?! Also wird die Kiste wohl im Dienst bleiben.

Die Frage, die sich also stellt ist, ob der Endverbraucher weiterhin derart oft Computer und Laptops kaufen wird wie er es bis jetzt getan hat und ob es dann auch weiterhin gelingt sehr teure Hardware an den Mann zu bringen, schließlich ist ja schon beim Vorgänger Leistung satt vorhanden.

Intel Marktanteil Server Prozessoren Cpus Market share 2002 2010Bei Servern, bei denen Intel ja auch führt, sieht die Sache natürlich anders aus. Dieser Markt wächst wohl weiterhin auch bei uns gut weiter. Zudem hat Intel mit seinen Chips und der dazugehörigen Software einen ausgezeichneten Ruf bei Technikern. Es gibt immer mehr Daten die verwaltet werden müssen und hier werden auch ohne Probleme weiterhin sehr teure Prozessoren an den Mann gebracht werden können, denn bei Servern ist jedes Prozent gewonnene Rechenleistung gleich weniger Aufwand an Servicetechnikern, Räumlichkeiten und Co.

Smartphones, dieses Thema ist wohl sehr heiß. Smartphones sind moderne Statussymbole für die selbst sehe einkommensschwache Schichten bereit sind Unsummen auszugeben. Durch den Akku und den Touchscreen ist die Lebensdauer dieser Geräte zudem stark begrenzt und so wird es immer und immer wieder zu Neukäufen kommen. Also ein tolles Geschäft für all diejenigen die ein großes Stück vom Smartphone Kuchen abbekommen. In Ordnung, ich weiß, dass Intel im Smartphone Bereich sehr spät ist. Langfristig habe ich aber wenig Zweifel daran, dass Intel sich hier ein gutes Stück vom Kuchen sichern wird. Mit Arm, Nvidia und anderes gibt es zwar nicht gerade namenlose Konkurrenz, dennoch hat Intel am meisten Geld für Forschung, Vermarktung und Herstellung. Allein dies wird es wohl jedem Konkurrenten sehr schwer machen gegen Intel zu bestehen. Es wurden ja schon genug Hersteller, mit teils auch überlegenen Produkten, von Intel weggeputzt.

Zudem kommt auch bei Intel ein Faktor ins Spiel, den man nicht unterschätzen sollte. In vielen Regionen gibt es wohl bei Computern, Servern und Co. sowohl in privaten Haushalten als auch in Firmen und Behörden noch einen enormen Nachholbedarf. Den herkömmlichen PC und Laptop würde ich also nicht abschreiben. Ein Smartphone ist ein gutes Gerät für Unterwegs oder auch ein schickes Spielzeug, um wirklich zu arbeiten werden aber weiterhin Geräte mit richtiger Tastatur und großem Bildschirm benötigt.

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