Buffett setzt wohl auf stärkeren Aufschwung

Warren Buffett ist für viele Anleger ein, wenn nicht DAS große Vorbild. Mit seiner Strategie Werte langfristig zu halten und oft auch aus eher langweiligen Geschäften über die Jahre enorme Gewinne zu erwirtschaften hat nun schon Generationen von Anlegern fasziniert.

Zu- und Verkäufe von Aktien aus dem Berkshire Hathaway Depot werden so von zahlreichen Anlegern und Analysten sehr genau beäugt. Gerade für viele Kleinanleger, die versuchen mit überschaubaren Werten und stabilen Dividenden ihre Vermögen gewinnbringend zu managen, gab vor ein paar Tagen fast schon einige kleinere Hiobsbotschaft.

Buffett verkauft große Teile seiner Aktien an Kraft Foods, Johnson & Johnson und Procter & Gamble. Die Hersteller von Milka Schokolade, Penaten Creme und Gillete Resierklingen gelten als typische Buy & Hold Papiere. Ein Verkauf dieser Wertpapiere lässt viele Anleger erst einmal beunruhigt auf den Depotauszug blicken. Stimmt etwas nicht? Viele fürchten nun schon etwas übersehen zu haben und sich mit ihren Positionen in falscher Sicherheit zu wiegen.

Hier möchte ich nun zuerst beruhigen. Sicherlich ist nichts wirklich schlecht an Johnson & Johnson, Procter and Gamble und Kraft ( oder dem künftigen Spin-Off Mondelez ). Das Problem ist wohl viel mehr, dass Buffett und seine Kollegen den hohen Anspruch an sich selbst haben für ihre Aktionäre immer das bester herauszuholen. Dies kann natürlich auch ein gewisser Druck sein, da man es gewohnt ist im Rückblick stets als Genie gefeiert zu werden.
Warren Buffet looks into bright Future; us groth, sieht in eine gute Zukunft, blickt in die Ferne, Ausblick
Warren Buffett hat nun bereits häufig genug Anzeichen gegeben, dass er fest an eine stärkere Erholung der US-Wirtschaft glaubt. Angefangen von der gigantischen Übernahme der US-Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe, der jüngsten 9 Milliarden $ Übernahme des amerikanischen Schmiermittelherstellers Lubrizol bis zum dauernden Aufstocken bei der US-Bank Wells Fargo. Alle drei Unternehmen sind ganz klar Kandidaten, die von einem weiteren Aufhellen der nordamerikanischen Wirtschaft stark profitieren könnten. Eisenbahnen besitzen stark zyklische Elemente, Schmiermittel werden wohl auch besonders bei industrieller Produktion benötigt und Wells Fargo ist als größter amerikanischer Klein- und Mittelstandsfinanzierer auch sicherlich ein Zykliker.

Buffett rechnet also zweifelsohne nicht mit einem jahrelangen Dahinsiechen der USA. Er rechnet allem Anschein nach mit einer positiven Entwicklung,

Gehe ich als Anleger von einer positiven Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft aus, macht Buffetts Strategie folglich sehr viel Sinn. Warum sollte er bei dieser Zuversicht in langweiligen Werten mit schwachen Wachstumsaussichten verharren.

Johnson & Johnson schafft es seid Jahren nicht, trotz zahlreicher Übernahmen, wirklich an alte Wachstumszeiten anzuschließen und Kraft Foods wird wohl weiterhin durch hohe Kosten für Getreide und andere Rohstoffe belastet. Zudem hat Warren schon mehrmals seine Missgunst über zahlreiche Entscheidungen der Führungsfiguren dieser Unternehmen geäußert.

Bei der Verfolgung Warrens Pläne muss man wohl letztlich einsehen, dass man sowieso nicht alle Entscheidungen nachahmen kann. Warren hat Gelder zur Verfügung, die so manchen Finanzminister kleinerer Staaten mit den Ohren schlackern lassen würde. Zudem besitzt er wohl weit mehr Einblicke in politische Entscheidungen und Unternehmenspläne als so ziemlich jeder, der mit mir das Geschehen beobachtet. Sollten Buffetts Ansichten zutreffen und früher oder später wird die US-Wirtschaft anziehen sollte man die Berkshire Aktie wieder einmal stärker ins Auge fassen.

Auf anderen Webseiten wird bereits stark auf die baldigen Ankündigung einer weiteren Großübernahmen von Seiten Berkshire Hathaways spekuliert. Es könnte sich dabei gut um eine Unternehmen aus dem Bereich Transport oder Industrie handeln, wenn man Buffetts Verhalten der jüngeren Vergangenheit betrachtet.

Als Kleinanleger ist dies jetzt aber sich kein Grund seine Kraft, Johnson & Johnson, Procter & Gamble oder ähnliche Aktien aus seinem Depot zu verbannen. Vor allem da in Deutschland ja immer der gierige Adler zuschlägt. Was mich dennoch fasziniert, ist Buffetts immer währender Wille seine Investments nach vorne zu bringen. Jeder Andere hätte sich wohl bei diesem Alter und einer unnachahmlichen Erfolgsgeschichte längst aufs Altenteil begeben.

2 Gedanken zu “Buffett setzt wohl auf stärkeren Aufschwung

  1. Komisch finde ich es trotzdem, dass er diese langjährigen Positionen
    verkauft hat. Schließlich betont er ja immer, dass er für die Ewigkeit
    kauft.

    Er hat ja auch nicht das Problem wie unser einer, dass das Geld zum
    investieren erst mal angespart werden muss wenn man keine Position
    verkaufen will. Durch den Float kommt regelmäßig Geld rein. Außerdem
    liegen glaub ich noch so ca. 40 Milliarden Dollar in seiner Kriegskasse.

    Ich denke, dass er die Positionen für momentan überbewertet ansieht
    und den Werten nicht mehr so viel Wachstum zutraut.

    Kann mir jemad erklären, warum er so dermaßen auf Wells Fargo steht?
    Außer, dass die günstig an Geld rankommen?

    Gruss

  2. @Stefan

    Eigentlich ist es konsequent von Buffett, sich von Konsumgüteraktien zu trennen. Denn diese haben sich prächtig entwickelt, gerade weil sie überproportional krisenresistent sind, und Buffett geht von einer Erholung der amerikanischen Konjunktur und des Immobilienmarktes aus. Daher schichtet er entsprechend um in seinem Portfolio. Dass er Coca-Cola nicht „versilbert“, liegt wohl auch an den enormen Perspektiven in Indien und China, die das Unternehmen noch aufweist. Und sich ganz von defensiveren Titeln zu verabschieden, wäre auch nicht Buffetts Stil.

    Wenn ich auf sein Portfoi blicke, kann ich mir allerdings auch nicht vorstellen, dass er hier zusätzlich in Finanzwerte investiert. Denn das ist er ja schon reichlich engagiert. Vermutlich wird er eher bestehende Positionen weiter leicht aufstocken, als neue einzugehen in diesem Bereich.

    Da er bereits in die Infrastruktur eingestiegen ist (Eisenbahn), könnte ich mir hier einen Ausbau vorstellen. In Richtung Energienetze zum Beispiel, die in den USA ja eine Katastrophe sind, und zunehmend zur Archillesferse auch für die Unternehmen werden. Hier müssen die USA irgendwann etwas unternehmen und da auch in Amiland die regenerativen Energien – und die hieraus resultierenden Probleme im Bereich der Netzinfrastruktur – immer stärker an Bedeutung gewinnen, sollten sich hier unternehmerische Perspektiven bieten. Aber schauen wir mal, was der Großmeister (wirklich) auf dem Radar hat…

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