Internetwerbung- Google ist Facebook haushoch überlegen!

Internetwerbung ist ja in aller Munde. Nachdem viel beobachteten Börsengang von Facebook wird ein Thema viel diskutiert: Wie und wie viel Geld lässt sich im Internet mit der Werbung verdienen und wie stehen Facebooks Chancen darauf je derartige Gewinne wie der bewährte Internetgigant Google zu verdienen.

Facebook hat zwar gigantische Userzahlen, aber für den Anleger zählt nur eines: Hat Facebook gute Chancen mit diesen Usern auch viel Geld zu verdienen? Dabei vergleiche ich nun einmal Facebook und Google in ihrer Fähigkeit Geld zu verdienen. Zwar ist bei beiden das Geschäftsmodell Internetwerbung; Googles Strategie halte ich jedoch für wesentlich besser.

Zu erst einmal möchte ich hier einmal meinen eigenen kleinen Blog besprechen und verraten, durch was zum Beispiel die Serverkosten getragen werden. Wie Sie unschwer erkennen können gibt es in meinem Blog zum Beispiel unter jedem Artikel eine Werbefläche. Meist wird dort Werbung angezeigt, die sich um Börsentrading, Konten, Wertpapiere und ähnliches dreht. Dabei wähle ich die Werbung nicht selbst aus, sondern stelle die Fläche Google zur Verfügung. Die Werbeplattform Google Adsense fügt nun mehr oder weniger passende Werbung ein. Welche Werbung passt erkennt Google dadurch, dass der Text meiner Webseite gescannt wird. Google weiß also, dass es sich in meinem Blog um Aktien, Geld und Co. dreht.

Auf der anderen Seite bieten Banken, Versicherungen, Broker oder sonstige Anbieter auf Werbefläche mit bestimmten Keywords ( Schlüsselwörter ). Also wenn Sie jetzt zum Beispiel in der Marketingabteilung einer Bank sitzen, können sie über Google bei bestimmten Schlüsselwörtern mitbieten. Bieten sie auf das Keyword Aktie und schaffen es andere Werbewillige ausreichend zu überbieten kann es gut sein, dass auch Ihre Werbung auf meiner Webseite erscheint.

Also bekomme ich nun für einen Werbeklick Geld. Natürlich nicht alles; Google behält so circa ein Drittel von dem was der Werbende bezahlt.

Googles Prinzip ist also im Prinzip nicht selbst Inhalte zu schaffen, sondern davon zu leben, dass andere Menschen Webseiten, Blogs, Videos und ähnliches erstellen und dann Googles Werbung einbinden. Google muss also anders als ein Zeitungsverlag oder Fernsehsender keine teuren Produktionen, Autoren oder ähnliches bezahlen. Mache ich mit meinem Blog eine gute Sache und bin erfolgreich gewinnt Google und wenn nicht überweist mir Google keinen Cent.

Im Prinzip ist es ja auch auf Facebook so, dass Facebook nicht selber Inhalte anlegt. Auch auf Facebook werden Texte und Bilder von Privatpersonen, Firmen oder Behörden verfasst. Allerdings habe ich bei Facebook als Verfasser wesentlich weniger Möglichkeiten als wenn ich eine eigene Webseite erstelle ( dir mir dann inklusive der Inhaltsrechte selbst gehört ). Würden sie viele Stunden ihres Lebens damit verbringen Inhalte zu erstellen, nur um sie Facebook dann auf alle Zeit zu überlassen?! Was wir auf Facebook also finden sind entweder private Nachrichten, die von Usern hochgeladen werden oder irgendwelche Tickermeldungen. „Ich habe geheiratet“, „ Ich esse gerade ein Eis“, „Anna ist der Bruder von Michael“. Ehrlich interessiert Sie es, ob die Schwester meines Kumpels gerade den Tatort schaut?! Mich auch nicht.

Facebook Marc Zuckerberg don't like Daumen runterAuch für Werbekunden ist dies irrelevant. Als Unternehmen will ich gezielt Menschen erreichen, die sich gerade intensiv mit einem Thema beschäftigen. Natürlich können Sie Werbung auf Facebook schalten. Aber nur weil sie jetzt vielleicht ein Autohaus besitzen ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein willkürlicher Facebooknutzer vorhat in nächster Zeit ein Auto zu kaufen oder eine KFZ-Reperatur durchzuführen. Selbst wenn Facebook die Interessen seiner User untersucht und nur Autowerbung für Menschen anzeigt, die sich auch wirklich für Autos interessieren, ist die Wahrscheinlich, dass durch die Werbung ein Geschäft entsteht sehr gering.

Bei Google sieht die Sache aber anders aus. Hier erscheint meine Werbung auf Webseiten, die sich gezielt mit Themen beschäftigen ( die in starker Relation ) zu meinen Produkten stehen. Erscheint also die Werbung für mein Nagelstudio gezielt bei einem User, der sich gerade in meiner Stadt befindet und sich dazu gerade auf einer Fachwebseite zum Thema Kosmetik befindet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass durch die Werbung ein Geschäft entsteht sehr groß.

Mit Google erreicht Werbung also sehr gezielt an potentielle Kunden, die sich gerade jetzt intensiv mit dem Thema beschäftigen. Sie sind gerade auf meinem Blog weil Sie sich für Geldanlagen interessieren. Folglich ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie durch Werbung auf meiner Webseite jetzt gleich bei einem Werbenden ein Finanzprodukt erwerben relativ hoch und genau diese Werbung sehen sie auch.

Wann ist der Normal-Mensch auf einer Webseite, die sich mit Autotests beschäftigt ? Richtig, wenn er vorhat in nächster Zeit ein Auto zu kaufen. Wann ist er auf Facebook? Wenn ihm langweilig ist, wenn er mit Freunden chatten will, wenn er Urlaubsbilder hochlädt.

Wo würde ich also mehr Geld für Werbung ausgeben wollen? Klar, bei Google. Hier ist meine Chance auf potentielle Kunden zu treffen viel größer. Facebooks ist in Ertragsmöglichkeiten also noch lange nicht so weit wie Google. Google kann Werbung gezielter ausliefern und hat dazu mit 100 000en an engagierten Webmastern oft sehr motivierte Selbstständige an der Hand, die täglich an ihren Webseiten und Inhalten arbeiten.. Facebook hat zwar auch Millionen User, diese produzieren aber Inhalte, die eigentlich niemanden (außer dem engsten Bekanntenkreis) interessieren.

14 Gedanken zu “Internetwerbung- Google ist Facebook haushoch überlegen!

  1. Naja, wenn die Bar nebenan von 22-24 Happy-Hour hat dann wird sie bei FB wohl mehr potentielle Kunden erreichen… oder wenn der Snowboardshop in der Nähe von dem man Fan ist einen Ausverkauf hat. (Quasi die Lokale Tageszeitung in Internetform)

    Google ist ein Super-Unternehmen, ohne Frage, aber auf Facebook wird meiner Meinung nach momentan ein bisschen zu viel eingehackt. So schlecht ist das Geschäftsmodel nun auch nicht…

    • Das ist richtig. Aber für eine Firmenwebseite oder ähnliches bezahlt ja niemand bei FB 🙂 . Die eigentliche Werbung ist auf Facebook weniger wichtiger als wenn ein Mitarbeiter einfach eine Statusmeldung postet. Facebook müsste im Prinzip für jedes Posting Geld verlangen, dies würde aber das Geschäftsprinzip zerstören…

      Gruß Ulrich

      • Doch. Soweit mir bekannt ist, ist eine Firmenpräsenz ab einer gewissen größe wohl kostenpflichtig. Auch sollen „übergeordnete“ Postings
        [die bei befreunden Usern(potentielle bzw. bereits Kunden) höher in der Linie gestellt werden] für Firmen kostenpflichtig sein…
        Eine Firma wie Haribo wird warscheinlich nicht auf den FB auftritt verzichten nur weil dieser ein par 1000€ pro Jahr kostet…

        für FB wird es wichtig sein, den Spagat zu schaffen und sowohl User als auch Werbende und Firmen nicht zu vergraulen und durch übermässige Werbung unnutzbar zu werden…

        Wie anlegerfreundlich FB sein wird (interne Optionsorgien, größenwahnsinnige Investitionen uws.) kann man jetzt noch gar nicht abschätzen…

  2. Hallo Ulrich,

    schöne Analyse, der ich im Grundsatz voll zustimme. Eine Ergänzung noch: Google macht einen Großteil seines Werbeumsatzes nicht mit den Websites Dritter sondern mit Werbung, die neben den eigenen Suchergebnissen angezeigt wird – da funktioniert das Prinzip sogar noch besser, weil ein beträchtlicher Teil der Suchen direkt einen Kauf zum Ziel haben dürfte. Daher ist passende Werbung auch für die Nutzer oft genauso wertvoll wie die eigentlichen Suchergebnisse (oder wertvoller, wenn sich auf den ersten Plätzen der Ergebnisliste nur SEO-Schrott befindet 😉 ).

    Viele Grüße

  3. Danke Holger und Alex für Euro Anmerkungen.

    Auch ich bin wirklich gespannt, ob Facebook den Spakat schaffen wird. Ein Gedanke war ja mal, dass Facebook ein WebOS wird also eine Zentrale Anlaufstelle. Würde FB Dinge wie Itunes und Co sinnvoll integrieren stehen hier natürlich alle Möglichkeiten offen…

    Muss mich mal mit Google + mehr beschäftigen und schauen was da so läuft, hab mich dem noch gar nicht gewitmet…

    • In der Tat – mit Google+ habe ich mich bisher auch (zu) wenig beschäftigt. Andererseits kann man ja nicht jedes neue soziale Netzwerk im Auge behalten. Und was man so liest, scheint es bei Google+ zwar recht viele Mitglieder zu geben (mich zum Beispiel auch), aber nur relativ wenig Engagement – vor allem eben verglichen mit Facebook.

      Ob FB aber nun wirklich so eine Art WebOS werden oder auch nur Google als wichtigste Anlaufstelle für Menschen, die nach irgendetwas suchen ablösen kann, da habe ich doch schwere Zweifel. Aber im Grunde habe ich davon ja auch keine Ahnung. 😉

  4. FB und Google kann man nicht vergleichen. Google ist die zentrale Anlaufstelle für fast jeden, wenn er ins WWW gehen möchte.FB hingegen ist eine gute Geschäftsidee, aber nicht für Werbung gut geeignet. Google wird auch auf lange Sicht erfolgreich sein, wo FB in 5 Jahren steht, weiß keiner! Siehe damals MySpace, StudiVZ etc… das nutzt kaum einer mehr. Diese sozialen Netzwerke sind zwar gut, um zu schauen, was Freunde machen und zu kommunizieren nur können sie auch schnell wieder out sein. Ich habe kein FB und brauche es bis heute nicht und vermisse es nicht. FB ist für mich sinnloser Zeitvertreib. Whatsapp hingegen oder Skype halte ich für sinnvoll und gut, diese ersetzen für mich FB.

  5. Man sollte auch nicht vergessen: Viele Firmen haben Facebook auf ihren Rechnern gesperrt. Auf die Idee, Google zu sperren, käme keiner, denn wie oft gebraucht man denn Google am Tag? Als Softwareentwickler nutze ich ständig die Google-Suche, um eine Dokumentation oder ein Programmierbeispiel zu finden. Google hat einen konkreten Nutzen und macht die Arbeit und das Leben effizienter.Facebook sorgt nur für Kurzweil.

    • FB ist nicht nur gut, um zu sehen, was die Oma gerade macht.
      FB ist eine gigantische sozialpsychologische Studie und ein
      globaler Trendindikator, was die Werbe- und Marketingstrategenstrategen sicher sehr zu schätzen wissen.

  6. Ich finde das ist ein wichtiges Thema, mit dem ich mich seit Kurzem beschäftigt habe, doch weniger mit Google +. Wenn man einen Firmenprofil/Fanpage auf Facebook hat, kann mehr unabhängig von Google potenzielle Kunden gewinnen. Nirgendswo kann man die Zielgruppe leichter definieren bzw. auswählen als hier. Auch andere Socialmedias sind sehr interessant geworden, um Werbung zu machen.

  7. Facebook bietet viele Möglichkeiten und Unternehmen sollten da sein, wo Kunden erwartet werden. Im Grunde ist es, egal wo man wirbt und Werbung schaltet, muss sich eine Strategie zu Recht legen, um in ausreichender Form von potenziellen Kunden wahrgenommen zu werden. Facebook ist im Bereich der Werbung richtig gut. Da kann man genau seine Zielgruppe einkreisen, das bietet kaum ein anderes Medium.

  8. Ich bin auch der Meinung Facebook ist da im Vorteil, weil man seine Zielgruppe leichter definieren kann. Es kommt auf die Strategie an, die man sich zurecht legt. Dabei wird der Kundenkontakt bzw. offline Werbung vernachlässigt.

  9. Ob es auch so ist, würde ich es bezweifeln, auf FB kann man leichter mit den potenziellen Kunden/Usern in Kontakt treten. Die beiden Plattformen kann man, nicht mit einander vergleichen. Daher ist es wichtig das man sich überall um den richtigen Content kümmert. Für die IT-Branche sind beide interessant.

  10. Pingback: Kleine Presseschau vom 22. August 2012 | Die Börsenblogger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.