Meine Gewichtungsstrategie-big and slow growth

Es gibt für das das Wertpapierdepot ja einige Strategien wenn es um Aktien geht. Dabei wird oft gemischt zwischen Blue Chips ( also sehr großen Firmen ) und kleineren Firmen oder es wird Regional gemischt. Einige Firmen in der Eurozone, einige aus den USA, einige aus Japan usw. sollen den richtigen Mix bringen. Mancher mixt nach Branchen 20 % in Bau und Infratstruktur, 20 % in Lebensmittel, 20 % in Energie… und verspricht sich davon in jeder wirtschaftlichen Phase gute aufgestellt zu sein.

Persönlich habe ich auch ein solches Muster für mich entwickelt und zwar mische ich wachstumsstarke Werte mit Aktien von Firmen, die wohl eher langsamer wachsen. Für eine Aktie mit guten Wachstumsaussichten zahlt man in der Regel mehr als für eine Aktie, bei der eher weniger Wachstum prognostiziert wird…Um nun mal ein Beispiel zu nennen. Eine Dr. Pepper Aktie handelt zu einem Kurs-Gewinn-Verhältniss von 16, während eine Coca Cola Aktie zu einem KGV von 21 gehandelt wird. Beide Firmen haben starke Marken und verkaufen auch sehr ähnliche Produkte. Der Grund für die höhere Bewertung von Coca Cola ist neben dem Sonderstatus als Nummer 1 (der Getränkebranche) sicherlich die wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit auf gutes Wachstum in der Zukunft. Während Dr. Pepper nur in Mexiko, den USA und Kanada aktiv ist, beliefert Coca Cola so ziemlich jedes Land und Region der Welt mit Getränken. Die Wahrscheinlichkeit, dass man in den Brasilien oder Indien schnell wachsen kann ist natürlich größer als in den gesättigten Märkten Nordamerikas, Europas oder Japan.

Was man bei aller Wachstumseuphorie jedoch nie vergessen sollte ist, dass der Kauf von Wachstumsaktien immer ein gewisses Glücksspiel ist. Bei allen vorhersagen weiß man schließlich nie, ob es mit dem Wachstum wirklich so kommt.

Ein Firma, die mit ihrem Geschäftsmodell in Europa und den USA Erfolg hat, muss deswegen in China nicht automatisch den gleichen Erfolg haben. Nehmen wir als Beispiel McDonalds. Überall auf der Welt läuft das Geschäft prächtig, nur in China scheint es einfach nicht so schnell gehen zu wollen wie überall sonst. Warum? Gute Frage. China ist einfach nicht Europa, andere Geschmäcker, andere Erwartungen an eine Schnellrestaurant oder was auch immer. Ich will darauf hinaus, dass sich Wachstum nicht so einfach berechnen lässt.

Nun stellt sich für mich also eine wichtige Frage. Nehmen wir an wir habe zwei Unternehmen. Beide haben ein gutes Geschäftskonzept und ich kann mir langfristig dem Erfolg relativ sicher sein. Der einzige Unterschied ist Unternehmen A ist regional gebunden und Unternehmen B wächst auch im Ausland. Unternehmen A wird zu einem KGV von 10 und Unternehmen B zu einem KGV von 20 gehandelt.

Real bedeutet dies für mich als Aktionär, dass eine Beteiligung von einem Euro bei Unternehmen A einen realen Gewinn von 10 Cent verbrieft, während es bei Unternehmen B nur 5 Cent wären. Natürlich stimmt diese Rechnung nur im ersten Jahr. Der Käufer von Unternehmen B spekuliert darauf, dass der Gewinn beim wachstumsstarken Kandidaten B wesentlich schneller wächst und er somit in die höhere Bewertung hineinwächst.

Allerdings sollte man sich als Anleger immer einem bewusst sein. Die Anlage in Unternehmen A ist berechenbarer ( ich gehe nun von einem sehr konstanten Geschäftsmodell aus ) als das Investment in den Wachstumskandidaten B. Die Aktie von Unternehmen A wird mir erst einmal wesentlich mehr Geld in Form von Aktienrückkäufen oder Dividenden bringen als Unternehmen B. B ist eine Wette auf die Zukunft. Bei aller Beobachtung von Trends, einem fähigen Management und vielen anderen Faktoren bleibt es eine Wette.

Meine Strategie geht also in Richtung Mix von günstigen und wachstumsschwachen Aktien und ein wenig teureren wachstumsstarken Aktien. Sicher kann man nun sagen. Warum Aktien kaufen bei denen es nur langsam vorwärts geht? Ganz einfach: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Bei einem wachstumsschwachen Wert weiß die Börse sehr genau wie eine Bewertung auszusehen hat (oder ich kann mir bei Ansicht der Zahlen genau überlegen was die Aktie mir wert ist) . Während bei Aktien, bei denen viel Wachstum eingepreist ist, der Kurs bei doch schwächeren Resultaten schnell nachgibt. Also denke ich mit einem solchen Mix fährt man nicht schlecht.

Beim langfristig erfolgreichen Investieren geht es nicht darum ein Genie zu sein und immer die besten Aktien vom Morgen zu finden. Das Wichtigste ist zu versuchen Verluste zu vermeiden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.