Sichere Renditen sind gefragt – siehe Cisco Systems

Eine der interessanten Aktienmeldungen der letzten Woche war für mich die starke Dividendenerhöhung des weltweit aktiven Netzwerkprimus Cisco Systems. Nachdem Cisco erst im letzten Jahr damit begann überhaupt eine Dividende zu überweisen, vermeldete Cisco für seine Aktionäre am Donnerstag einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Die Quartalsdividende steigt nämlich von 0,08 $ auf 14 Cent pro Anteilsschein. Diese Dividendenerhöhung von sehr beachtlichen 75 % ließ die Aktie zusammen, mit sehr guten Quartalszahlen, bei einem Kurs von 19,06 $ ( zum Wochenende) aus dem Handel gehen; nachdem die Aktie noch am Mittwoch noch knapp über 17 Dollar gehandelt wurde…

Nachdem ich auch bereits einmal über Cisco geschrieben hatte und viele Cisco ebenfalls beobachteten könnte nun die Zeit gekommen sein in der Cisco seinen Aktionären endlich wieder Renditen ins Depot zaubert. Durch die Einführung der Dividende 2011 und die nun erfolgte Ankündigung mindestens den halben Cashflow seinen Aktionären zukommen zu lassen hat sich Ciscos Anlageklasse wesentlich verändert.
Cisco Aktionäre hatten seit vielen Jahren keinen Spaß mehr mit ihren Aktien. Cisco war kein schlechtes Unternehmen, besitzt einen sehr guten Stand im weltweit wichtigen Markt der Netzwerktechnik und hat massig Cash auf dem Konto. Das Problem war, dass der Kurs einfach nicht steigen wollte. Warum auch? Es gab keinen wirklichen Grund bei Cisco einzusteigen. Die Zeiten des großen Wachstums waren vorbei, die auch Cisco in den 90ern zu einem Liebling der Börsenberichterstattung machte. Cisco war ein sehr solides Unternehmen mit einer sehr guten finanziellen Ausstattung. Aber warum sollte man die Aktie kaufen. Es war keine besonders gute Wachstumsstory mehr, da der Konzern bereits zu groß war und als stabiler Eckpfeiler im Depot taugte Cisco, durch die fehlende Dividende, auch nicht.

Genau hier hat Ciscos Management, zum Glück, endlich der Realität ins Auge gesehen. Cisco ist kein starker Wachstumswert mehr. Es ist ein solider großer Konzern von dem Aktionäre nun verlässliche Ausschüttungen erwarten. Mit der jetzt aktuellen Dividendenrendite von fast 3 % und der guten Aussicht auf regelmäßige Steigerungen wird Cisco jetzt für sehr viele langfristige Investoren interessant. Diese wollen verlässliche Einkommen und damit steht es nun um die Cisco Aktie nun wesentlich besser und ein langfristiger Einstieg ist durchaus zu überlegen.

Zu viel würde ich aber dennoch nicht von der Cisco-Aktie erwarten. Eine Microsoft Aktie, mit einem KGV von 15,45 und 2,6% Dividende oder eine Intel mit KGV 11 und einer Dividende von 3,4 % dürften nun Werte sein mit denen Cisco verglichen wird. Cisco besitzt ein KGV von 12,79 und 2,94 % Dividende. Dadurch sehe ich hier bei den aktuellen marktüblichen Bewertungen wenig Chancen, dass die Aktie nun wesentlich durch die Decke geht, auch wenn sie sich in den kommenden Wochen noch ein wenig nach oben bewegen könnte.

Insgesamt gehe ich davon aus, dass sich Aktien solide aufgestellter Firmen mit regelmäßigen und berechenbaren Ausschüttungen ( in Form von Aktienrückkäufen oder Dividenden ) in den nächsten Jahren besser entwickeln könnten als viele Wachstums-Werte. Während früher oft die Langeweiler eher verschmäht wurden, hat hier doch bei vielen Aktienanlegern ein Umdenken begonnen. Dies liegt wohl zum großen Teil auch an wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in denen sich die Unternehmen bewegen. Die USA entwickeln sich zwar, allerdings scheint man sich hier langsam an eher langsames Wachstum gewöhnen zu müssen. Europas Probleme werden wohl noch viele Jahre ein Thema sein und so ist auch hier mit großen Aufschwungphasen kaum zu rechnen. China und andere Wachstumslokomotiven scheinen ebenfalls nicht mehr derart gigantisch schnell zu wachsen, wie man es aus der Vergangenheit gewöhnt ist.

Es ist also bei der Aktienauswahl wohl inzwischen wieder mehr das Durchschauen konkreter Zahlen als die Fantasie gefragt. War früher die Story entscheiden, sind es heute die eher langweiligen Dinge wie Schuldenstand, Cashflow und daraus folgende Spielräume für Ausschüttungen.

5 Gedanken zu “Sichere Renditen sind gefragt – siehe Cisco Systems

  1. Ich bin kürzlich (wieder) auf Cisco Systems aufmerksam geworden, weil mir die Bewertungskennzahlen sehr attraktiv erschienen. Ich habe mir also das Unternehmen und seine Perspektiven angeschaut und bin zu ähnlichen Schlüssen gekommen: Cisco Systems ist ein (langfristiges) Value-Investment wert. Ich habe dann zugeschlagen, als der Kurs um weitere 5% einbrach (Texas Instruments hatte gerade ganz miese Zahlen präsentiert) und freue mich natürlich über das satte Kursplus von mehr 20% innerhalb weniger Tage. Vielmehr hat mich jedoch das Zahlenwerk erfreut, das Chamers nun präsentierte und dass die Erwartungen getoppt hat. Zudem scheint der Schwenk vom Groth- zum Value-Wert wirklich vollzogen zu werden seitens der Geschäftsführung (ganz so schnell hatte ich nicht damit gerechnet) und daher bietet sich Cisco Systems für eine mittel- und langfristige Anlageperspektive geradezu an.

    Meine Beweggründe kann man hier (http://intelligent-investieren-net.blogspot.de/2012/07/cisco-systems-ein-value-investment-wert.html) ausführlicher nachlesen.

    • Hallo,
      wenn jeder auf einmal auf Dividenden steht wird es nicht lange dauern bis die Politik eine neue Einnahmenquelle entdeckt.
      In Amerika herrscht große Angst vor höherer Besteuerung der Dividenden.Dies könnte Dividendenwerte schnell unattraktiv werden lassen.
      Johnny

      • Johnny, das ist wirklich eine gute Frage. Ehrlichgesagt finde ich aber, dass der Staat hier völlig bei der Besteuerung versagt.

        Wirklich große Einkommen werden ja kaum durch normale Lohnzahlungen erreicht, sondern eben durch Beteiligungen an Firmen, Immobilien usw. Der Staat sieht aber die Lösung anscheinend darin die Steuern für die arbeitende Bevölklerung zu erhöhen. Was dann auch zu solchen Dingen führt, wie das Mitt Romney trotz hohem Einkommen nur 13 % Steuern zahlt.

        Auf der anderen Seite würde vorallem in den USA eine starke Erhöhung der Besteuerung auf Kapitalerträge wieder zu Problemen bei der Altersabsicherung führen. Dort gibt es ja als Rentenmodell diese Aktiensparpläne. Werden hier die Steuern erhöht fällt wieder eine Altersvorsorge weg.

  2. Der Punkt ist, dass es viel lukrativer ist, viele Menschen ein wenig zu besteuern, als wenige Menschen viel. Das liegt daran, dass in letzterem Fall, sich mit legalen Methoden gewehrt wird, während sich der Normalbürger bei 5-6 Euro mehr im Monat nicht groß aufregt.

    Noch eine Anmerkung zu Microsoft. Deren Ergebnis ist durch eine Sonderabschreibung verzerrt, dass KGV wirkt somit höher als es im Vergleich zu normalisierten Ertragskraft ist…

  3. Pingback: Kleine Presseschau vom 20. August 2012 | Die Börsenblogger

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