Explodierende Weizenpreise, die Gewinne der Nahrungsmittelkonzerne werden sprudeln

Es gibt Aktien, da will sich am Kurs einfach nicht viel tun. Dazu gehören seit Anfang 2010 auch einige Firmen im Bereich der Nahrungsmittel. Der Grund ist wohl einfach, es gab einfach kaum einen guten Grund für Investoren bei diesen Werten aufspringen. Genau so wenig gab es aber auch wesentliche Gründe von diesen Werten abzuspringen, da sie ein solides Geschäftsmodelle bieten.

Dennoch könnten sich die Ergebnisse der Nahrungsmittelkonzerne schon bald stark verbessern. Der Grund dafür liegt ausgerechnet in den, durch die amerikanische Dürre, momentan sehr hohen Preisen für Rohstoffe wie Weizen oder Mais…

Weizen reif Ernte

Rohstoffe und vor allem auch die Soft Commodities (Weisen, Zucker …) sind ein großes Thema bei vielen Anlegern. Der Grund ist einfach. Mehr Menschen verbrauchen mehr Nahrung und zusätzlich scheinen viele westliche Staaten keinen anderen Weg zu haben, um sich durch die Zeit enorm hoher Schulden zu retten, außer mit immer neu gedrucktem Geld ihre Zinsen niedrig zu halten.

Das Resultat ist also einfach zu verstehen, wenn Geld keine Renditen mehr bringt und ein Anziehen der Inflation nicht ausgeschlossen werden kann wird in andere Dinge investiert. Hierbei beliebt sind natürlich Rohstoffe, da man sich hiermit eine Sicherung des Vermögens verspricht. Vor allem Nahrungsmittel gelten hier als sichere Anlage, da sie täglich von jedem gebraucht werden und so einen guten Werterhalt versprechen. Nichts liegt als näher als, dass das viele billige Geld in diese Anlageklasse fließt.

Persönlich ist mir das Zocken auf die Entwicklung von Rohstoffen dennoch zu heiß. Zwar gibt es hier oft extreme Steigerungen, wie zuletzt der Weizenpreis. Dieser stieg im Juni und Juli von knapp über 600 $ auf weit über 900 Dollar. Dennoch kann es hier genauso schnell wieder nach unten gehen, schließlich befanden wir uns im ersten Halbjahr 2011 beim Weizen schon einmal bei der 900 $ Marke.

 

Auf Rohstoffe zu setzten kann also sehr schnell ins Auge gehen. Der Preis wird hier stark von unvorhersehbaren Faktoren wie dem Wetter oder Entscheidungen von Notenbanken bestimmt.

Nun aber wieder zu den Aktien. Wie man sich denken kann gehören Zeiten stark steigenden Weizen und Maispreise nicht gerade zu Gewinnexplosionen großer Firmen, die für ihre Produkte viele dieser Rohstoffe verwenden. Auch wenn sich diese Firmen natürlich gegen Schwankungen am Rohstoffmarkt absichern befanden wir uns vor allem 2011 in einem schwierigen Jahr für Firmen wie General Mills, Kellog, Pepsi und vielen anderen. Die hohen Kosten ließen hier die Margen purzeln.

Wieso sind jetzt also hohe Steigerungen beim Weizenpreis gut für die Nahrungsmittelkonzerne?

Kurzfristig sind sie dies natürlich nicht, da die höheren Kosten hier die Gewinnspanne reduzieren. Was folgt ist klar: die Preise für den Endverbraucher werden erhöht. Bis dies sich jedoch in den Zahlen der Nahrungsmittelhersteller widerspiegelt kann einige Zeit dauern. Schließlich flüchten einige Käufer bei Preissteigerungen zuerst zur dann günstiger Konkurrenz, bis auch diese irgendwann nachzieht. Billigmarken sind auch langfristig keine wirkliche Alternative, da diese durch wesentlich niedrigere Gewinnmargen (als bei Markenherstellern) sehr schnell gezwungen sind, durch die steigenden Rohstoffkosten, bei Preisrunden mitzuziehen.

Also kompensieren die Nahrungsmittelhersteller die höheren Kosten, aber wo ist der Mehrwert für mich als Aktionär?

Dieses ergibt sich hier erst bei der längerfristigen Überlegung. Auch ein Weizenpreis wird nicht langfristig mit der Schnur nach oben gezogen. Steigerungen bei Mais oder Weizen von über einem Drittel innerhalb weniger Wochen sind nicht normal und werden langfristig nicht auf diesem hohen Niveau verharren Fallen die Rohstoffpreise nun wieder und die Cornflakes-Packung oder das Brot sind bereits im Preis erhöht wurden ergeben sich natürlich für die Nahrungsmittelhersteller wieder gute Zeiten für Gewinne.
Brottheke mit Frau
Der Konsument hat die höheren Preise bereits geschluckt und die Gewinnmarge liegt dann sogar noch höher als vor der Zeit von Kursexplosionen am Rohstoffmarkt

Es klingt natürlich erst einmal verwunderlich, aber Phasen hoher Rohstoffpreise sind kein Grund der Nahrungsmittelindustrie, als Aktionär, den Rücken zuzuwenden. Solange wir uns nicht in einer Zeit befinden, in der absolut keine Preissteigerungen für den Konsumenten machbar sind, wird der Aktionär von Kraft, Nestle und Co. langfristig sogar von kurzfristigen Phasen extrem hoher Rohstoffpreise profitieren können.

2 Gedanken zu “Explodierende Weizenpreise, die Gewinne der Nahrungsmittelkonzerne werden sprudeln

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