heute niedrige Volumen am Aktienmarkt und die Rückschlüsse

Der heutige Börsenmarkt war relativ langweilig. Sowohl DAX als auch der Dow Jones verweilten auf ihren hohen Kursen. So war der Blick auf die Aktienkurse heute eher unspektakulär. Es gab bei den großen Unternehmen weder hohe Aufschläge noch Abschläge zu beobachten. Was jedoch auffällt ist, dass heute sehr niedrige Handelsvolumen diesseits und jenseits des Atlantiks. Bei vielen großen Werten wurden nicht einmal halb so viele Aktien gehandelt als an durchschnittlichen Tagen…

Zur kurzen Erklärung für Anfänger. Der aktuelle Börsenkurs, den man im Internet oder in der Tageszeitung findet ist der Preis, zu dem zuletzt eine Aktie gehandelt wurde. Sprich steht eine Aktie XY bei 10 Euro muss jemand bereit gewesen sein diese Aktie zu 10 Euro zu veräußern und ein anderer muss diese zu 10 € gekauft haben.

Bei sehr großen Firmen kommen natürlich täglich 10 000e solcher Handelsvereinbarungen zu Stande und deswegen schwankt der Kurs hier oft jede Sekunde, da sich dauernd ein Käufer und ein Verkäufer auf einen Preis einigen (der dann der letzte Kurs ist).

Bei sehr kleinen Werten mit nur wenigen Millionen Euro oder Dollar Marktkapitalisierung kann es dadurch natürlich zu extremen Kursschwankungen kommen. Hier kann es oft vorkommen, dass im Depot plötzlich über Nacht ein Werte 30 % gestiegen oder gefallen ist. Vielleicht wollte ein einzelner Aktionär aus der Aktie aussteigen oder ein Käufer möchte eine große Stückzahl erwerben, um dann natürlich einen Käufer oder Verkäufer zu finden kann sich hier der bezahlten Preis schnell verändern.

Das Handelsvolumen einer Aktie kann man sich übrigens sehr einfach, zum Beispiel auf der Börsenseite von Yahoo ansehen. Gibt man hier den Namen der Firma oder die Wertpapierkennnummer ein wird aufgeführt was das bisherige heutige Volumen ist und welchen Stückzahlen im Durchschnitt gehandelt werden.

Gerade bei Penny Stocks ( Aktien die im Centbereich handeln ) oder Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung sollte man sehr stark aufpassen. Oft werden in Internetforen oder Börsenbriefer hier bewusst Werte stark beworben, dann reichen schon wenige Käufer um einen Kurs kurzzeitig in die Höhe zu schieben. Zu den neuen hohen Kurse verkaufen dann die Hintermänner der Propagandafront und der euphorische Kleinanleger muss zusehen, wie der Kurs sehr schnell wieder fällt.

Nun aber zum heutigen Handelstag. Von Daimler gingen heute zum Beispiel nur 3,6 Millionen Aktien im elektronischen Handel Xetra über die Theke( durchschnittlich sind es hier über 5,5 Millionen Aktien). In den USA war das Bild ähnlich und bei Mammut-Wert IBM waren es heute nur knapp über 2 Millionen Aktien ( an der NYSE ). Normalerweise wechseln hier über 4 Millionen Aktien den Besitzer.

Was sagt einem ein niedriges Volumen?

Ein niedriges Handelsvolumen kann oft zu hohen Kursschwankungen führen. Da weniger Menschen dann den Kurs bestimmen. Gibt es auf dem Wochenmarkt 10 Anbieter für Kartoffeln, wird sich der Preis wohl weniger schnell nach oben oder unten entwickeln als wenn hier nur ein gerissener Landwirt seine Kartoffeln anbieten und praktisch den Preis bestimmen kann.

Pessimisten sehen also das derzeit niedrigen Handelsvolumen als sehr kritisch. In den letzten Wochen hat sich der DAX wieder auf einen Punktestand von fast 7000 entwickelt. Auch der amerikanische S&P 500 steht mit 1400 Punkten wieder auf dem hohen Stand vom März und April diesen Jahres (was übrigens die Höchststände nach der Finanzkrise waren). Nachdem der Markt also in letzter Zeit wieder gut lief und es anscheinend nur wenige Menschen gab, die zu diesen Kurse heute Aktien kaufen wollten, muss man die Sache natürlich jetzt genauer beobachten.

Man kann hier nämlich den Rückschluss ziehen, dass viele Marktteilnehmer die Kurse momentan als zu hoch erachten und es deswegen zu geringen Handelsvolumen kommt. Die Kurse könnten also in den kommenden Wochen wieder nach unten gehen, bis sich wieder ein stärkeres Interesse aufbaut.

So muss es aber natürlich nicht zwangsläufig kommen. Würden zum Beispiel morgen plötzlich Ben Bernanke ( Chef der US-Notenbank FED) ankündigen, dass mit neuem Geld der Markt geflutet wird oder es gäbe Anzeichen für eine Verbesserung der Lage in der Eurozone könnten die Kurse natürlich morgen genauso gut stark anziehen. Da ja morgen plötzlich die Lage wesentlich besser erscheint und viele Menschen heute nicht in den Markt gegangen sind, würden viele dieser Investoren, nach einer überraschend guten Nachrichtenlage, natürlich versuchen in den Markt einzusteigen. Dadurch würde sich der Kurs dann natürlich wiederum seht steigern.

Mein persönlicher Ratschlag (ohne kurzfristige Handelsabsichten) ist es an Tagen mit niedrigem Handelsvolumen nicht mit sehr viel Geld einzusteigen, da sich doch mit einiger Wahrscheinlichkeit demnächst bessere Einstiegskurse ergeben. Wie immer wenn es um Voraussagen über die Zukunft geht liegt die Betonung auf können, weil was morgen ist weiß einfach keiner.

3 Gedanken zu “heute niedrige Volumen am Aktienmarkt und die Rückschlüsse

  1. Geringes Volumen heißt ja auch, dass so gut wie keiner zu diesen Kursen VERkaufen will. Also eine höhere Wahrscheinlichkeit für fallende Kurse würde ich da nicht ableiten.

    Wahrscheinlich heißt das bloß, dass die Euro-Situation in der Luft hängt, keiner weiß wie es weitergeht und 7000 für viele eben zu teuer zum kaufen und zu billig zum verkaufen ist (und sie dementsprechend keinen Grund zum Handeln sehen).

  2. Bin zwar kein Börsen-Guru nur bei den Kursen, die zur Zeit Aktien von guten Unternehmen haben, steigt kaum einer ein. Die Euro-Krise ist im Nacken der Leute und jeder weiß, dass die Kurse wieder extrem fallen können, wenn die nächste größere Wirtschaftskrise kommt. Ich für meinen Teil würde einfach abwarten, wenn der Tiefpunkt einer nächsten Weltwirtschaftskrise erreicht ist, um dann gute Aktien zu kaufen.

    • ich halts mit kostolany,
      steigende Kurse bei schwachen Umsätzen sind gut, die Hausse bleibt erhalten. Bei fallenden Kursen mit schwachen Umsätzen dauert es noch lange bis sich der Markt „ausgekotzt“ hat

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