Mein Weg ins Gold und zurück

Meinen ersten Kontakt mit Gold hatte ich Ende 2006. In irgend einem Forum war ich damals auf einen Goldbug gestoßen. Der Typus Goldbug ist oft ein Mensch, der damit rechnet, dass die Welt kurz vor dem Abgrund steht. Er rechnet damit, dass sich sein jetziges Investment in Goldmünzen sein Vermögen erhalten wird. Oft gehen diese Goldbugs sogar davon aus. mit ihren Goldmünzen schon bald enormen Reichtum erlangen zu können. Eines der oft genannten Beispiel in der Gold-Szene ist die Weimarer Republik. Zu Hochzeiten der Inflation und des wirtschaftlichen Niedergangs war es wohl damals möglich für drei Unzen Gold ( heutiger Wert ca. 3900 € ) einen ganzen Häuserblock, in der Hauptstadt Berlin, zu erwerben…

Dabei habe ich bemerkt, dass es eine Szene rund ums Edelmetall gibt, die von einigen aktiven Panikmachern befeuert wird. Diese bringen immer neue Horrormeldungen hervor und prophezeien den morgigen Ende unseres Wirtschaftsystems. Dabei propagieren sie, dass sowohl Geld, Aktien, Immobilien und jede andere Anlage (außer Edelmetallen) schon bald völlig wertlos wird. Dabei wird anscheinend durch Vorträge, verkaufte Newsletter und andere Dienstleistungen gutes Geld verdient. Die Angst vor dem finanziellen Niedergang und dem Verlust seines Eigentums ist schließlich auch ein sehr starkes Zugpferd.
Gold Menschen Anleger flüchten vor Dollar Euro Fiat Geld in den sicheren Hafen Gold Silber Edelmetalle Immobilien Anleihen Auch mich trieb es also Ende 2006 ins Gold und ich bestellte mir mehrere Münzen. Die Probleme die geschildert wurden leuchteten mir durchaus ein und mit zunehmender Beschäftigung mit finanzpolitischen Themen, der Schaffung von Geld und der allgemeinen Schuldensituation leuchtete mir die Argumentation vieler Goldbugs ein. Also bestellte ich auch Goldmünzen im Internet und bekam diese auch mit einem Sicherheitstransporter geliefert. Die ganze Sache gab mir auch wirklich ein spezielles Gefühl. Der Transporte mit Sicherheitspersonal, das Einschließen der Münzen in den alten Jagdtresor meines verstorbenen Vaters und vor allem mein kleines Vermögen nicht nur auf irgendwelchen Kontoauszügen gedruckt zu sehen. Diese Münzen hatten wirklich etwas magisches.

In den folgenden Jahren stockte ich meinen Tresorbestand auf. Die Finanzkrise, die Schuldenexplosion in vielen Staaten und das Kippen von großen Banken bestärkten mich. Also kaufte ich mehr und mehr Gold, Silber und Palladiummünzen. Was danach folgte ist wohl allgemein bekannt. Der Preis für Gold schnellte im letzten Jahr auf über 1900 US$ und die Renditen, meiner Goldmünzen war wirklich gut. Vor allem da vermögende Bekannte alle ein Leidenslied von Wertpapieren und Co sangen. Die meisten machten dann übrigens den Fehler ihr Depot zu den Zeiten niedrigster Kurse aufzulösen. Da aber auch nach der Lehman Brothers-Pleite und der größten Finanzkrise (nach der großen Depression) kein Zusammenbruch der Welt folgte wurde ich mehr und mehr nachdenklich. Irgendwie schafften die Jungs von der Federal Reserve ( US-Notenbank) und Co . mit ihren Tricks das System am Laufen zu halten. Auch die großen Unternehmen gingen nicht plötzlich unter und es wurde mir irgendwie klar, dass der Weltuntergang wohl noch einige Zeit auf sich warten lässt. Außerdem hatte ich schlicht keine Lust mehr mir dauernd Gedanken um das Ende unserer Gesellschaft und Wirtschaft zu machen. Also Entschied ich mich noch mehr mit Aktien zu beschäftigen und ich war schnell begeistert und arbeitete mich mehr und mehr in die Thematik ein. Ab diesem Zeitpunkt kaufte ich keine Münzen mehr zu, da mir eh nicht mehr viel freies Kapital zur Verfügung stand. Außerdem dachte ich über mein Leben nach: Gehe ich dauernd vom Untergang aus, dann verliert das Leben völlig an Perspektive und Hoffnung. Also entschloss ich mich auch wieder auf Geld, Aktien und all das zu setzten, was ich lange Zeit in Goldforen als den falschen Weg beschrieben bekam. Es war für mich irgendwann klar: Bricht wirklich alles zusammen und ich verliere alles, was interessiert mich dann noch meine ökonomische Situation. Es herrscht, Armut, Plünderungen, Leid und Elend.. mein früheres kleines Vermögen wäre mir dann schlicht egal. Rechnet man also mit dem Untergang, wäre es wohl wesentlich sinnvoller in eine Einrichtung zur Trinkwassereaufbereitung zu kaufen und im Keller Konserven zu bunkern.

Also begann ich 2009 wieder meine Münzen zu verkaufen und mich in solide Aktienwerte einzukaufen. Dabei merkte ich wie günstig in dieser Zeit Aktienwerte super aufgestellter Unternehmen war und setzte darauf mich in diese einzukaufen. Mir war klar, der Untergang kommt nicht so schnell und mit soliden Aktien kann ich wesentlich besser planen als mit irgendwelchen Münzen. Ein Investition in Rohstoffe bleibt immer eine Spekulation, während ein solides Unternehmen doch eine wesentlich berechenbarere Größe ist.

Dies bedeutet nun nicht, dass ich alle Sorgen um das Finanzsystem und seine Auswüchse für unbegründet halte. Jedoch ist mir das ausschließliche Setzten auf Gold und Silber trotz alles guten Gründe für recht spekulativ. Meine Ansichten zum aktuellen Goldpreis werde ich demnächst auch veröffentlichen.

4 Gedanken zu “Mein Weg ins Gold und zurück

  1. Nun ja, mir geht es aktuell ähnlich. Ich würde gerne einfach eine kleine Notreserve in Gold anlegen. Und wenn es nur fürs ruhige Gewissen ist.
    Aber ich schrecke noch davor zurück ein paar Tausend Euro an eine Internetfirma zu überweisen.
    Klar ich habe mich dann auch schon gefragt, wie das wohl laufen würde, wenn alles am Boden liegt und man versucht seine Goldmünzen umzutauschen.

    • Hallo mthrandir: Also ich habe gute Erfahrungen mit folgenden Anbietern gemacht proaurum.de (da musst du halt wissen ob du willst, dass eine Sicherheitsfirma bei dir vorfährt), muenzenmueller.de , ps-coins.com (sehr günstig). Diese drei Anbieter sind auf jedenfall seriös und ich habe selbst bei jeden von ihnen schon bestellet, stets ohne Probleme.

      Gruß Ulrich

  2. Diese Weltuntergangstheorien sind alle schräg. Laut Maya Kalender ist Ende 2012 Schluss… wers glaubt, wird seelig ;-). Eine Hyperinflation wie in den 1920er Jahren wird es höchst wahrscheinlich nicht mehr geben, da es Schutzmechanismen hierfür gibt. Gold ist eine solide Anlage. Mein Opa hatte und Vater hat auch Goldmünzen.
    Immobilien und sichere Firmen sind die besten langfristigen Investitionen. Wobei Immobilien auch bei einer Hyperinflation stehen bleiben. Geld ist nur Papier ;-).
    Letztendlich sollte man sein Leben genießen und bisschen Vermögen aufbauen. Was nützen 100.000€ aufm Konto, Dividende und Mieteinnahmen, wenn man keine Urlaube macht, nicht essen geht oder sich mal was gönnt. Geld muss auch eingesetzt werden.

  3. Super, dann hast du ja den Reibach gemacht. 🙂 Ich habe vor ein paar ein paar nichts in Gold investiert. Ich hatte schlichtweg nichts bares als Student. Als Berufstätiger hätte ich jetzt Geld, aber ich habe die goldigen Apokalyptiker sofort durchschaut. 2009, ein Jahr nach meinem Abschluss, begann ich zu investieren und seitdem ausschließlich in Aktien. Der Goldpreis erschien mir damals schon zu hoch und zu riskant. Natürlich ist der Goldpreis seitdem gestiegen, aber mittlerweile dürfte das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

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