Obama zerstört den amerikanischen Traum.

Generell halte ich wenig davon zu sagen: ich bin wirtschaftsnah, deswegen wähle ich immer diese und jene Partei. Dieses Denkschema funktioniert schon lange nicht mehr. Wer hätte den zum Beispiel gedacht, dass es ausgerechnet die alte Tante SPD ist, die sich unter Gerhard Schröder an Einschnitte in das kostspielige Sozialsystem wagt. Auch eine Linkspartei verhält sich in Verantwortung oft ganz anders als man es aus irgend welchen Wahlkampfreden erwarten könnte. So verwundert es ungemein, wenn man über die wenig bekannte Tatsache liest, dass ausgerechnet das wirtschaftlich schwache Mecklenburg-Vorpommern seit 2007 seinen Haushalt nicht nur ausgeglichen hat, sondern seit vier Jahren auch Überschüsse erwirtschaftet und Schulden tilgt. Besonders überraschen wird für Menschen, die in politischen Klischees denken sein, dass ausgerechnet in den Jahren vor 2007 eine Rot-Rote ( SPD / Linke) Landesregierung den Nord-Osten Deutschlands geführt hat. Also die Vorarbeit für diese Zahlen nicht etwas von Parteien vollzogen wurde, die sich wirtschaftliche Nachhaltigkeit stets groß auf die Flagge schreiben. Das Mecklenburg Vorpommern natürlich einen gewissen Vorteil hat, da sie 250 Millionen Euro für Investitionen aus dem Solidarpakt bekommen ist natürlich ein Faktor auf diesem Weg. Dennoch ist es ja auch der Sinn der Sache, dass durch den Solidarpakt die Finanzen in Ordnung kommen.

Ein sehr wichtiger Punkt, den Politik leistet muss der Bevölkerung wichtige Schritte zu vermitteln und deren Mentalität zu bilden. In Griechenland wurden hier sicherlich in den letzten Jahrzehnten gravierende Fehler durch die führende Schicht gemacht und es wurde stets Wahlkampf nach dem Moto betrieben: „Wählt uns und ihr arbeitet weniger und obendrauf gibt es mehr Geld“. Eine solche Fehl-Erziehung von oben geht natürlich nicht lange gut und die Folgen für die griechische Mentalität und wirtschaftliche Situation sind katastrophal.

US-Wahlkämpfe halte ich meist inhaltlich für wenig interessant. Da im großen Land der Demokratie, meines Erachtens, der Wahlkampf oft reine Scheingeplänkel ist und sich in großen politischen Fragen nichts ändet, egal ob jetzt ein Demokrat oder Republikaner im Weißen Haus sitzt.

Was mich jedoch stark irritiert hat, ist ein Wahlkampfauftritt Barrack Obamas. In einer Rede in Roanoke, Virginia gab Barrack Obame ein paar Dinge von sich, die mich wirklich sehr stark an dieser Person zweifeln lassen. Wer wenig Zeit hat soll einfach mal auf Sekunde 56 vorspulen.
http://youtu.be/192oEC5TX_Q
Der Satz „If you’ve been successful you didn’t get there on your own“ vom derzeitigen US-Präsidenten wurde inzwischen auch vom republikanischen Gegenkandidaten Mitt Romney aufgegriffen.

Falls Sie kein Englisch sprechen, möchte ich den Inhalt dieser Wahlkampfrede kurz zusammenfassen. Obama sucht Zustimmung für die Zurücknahme von Steuererleichterungen für Reiche. Dabei argumentiert er jedoch mit einem Schema, welches ich für einen US-Präsidenten fast für unvorstellbar hielt. Obama argumentierte nämlich damit, dass erfolgreiche Menschen sich diesen Erfolg nicht selbst erarbeitet haben. Der Erfolgreiche wäre ein reiner Profiteur der Gesellschaft. Ein erfolgreicher Mensch ist nicht etwa erfolgreich, weil er ein eigenes Geschäft aufgebaut hat, sondern wegen seiner tollen Lehrer.

Natürlich gebe ich Obama hier ja teilweise recht. Natürlich profitiert ein erfolgreicher Mensch davon, dass ihm jemand lesen und rechnen beigebracht hat. Auch profitiert jeder wohlhabende Mensch von Dingen wie juristischer Sicherheit und dem Straßenbau. Jedoch zu behaupten, das Handeln des einzelnen Menschen wäre nicht Verantwortlich für seinen Erfolg halte ich doch für sehr seltsam und unamerikanisch.

Auch was danach folgt klingt für mich schon ein wenig sehr sozialistisch. Er sagt, dass die Gesellschaft zusammenstehen muss um Dinge zu bewältigen. Dabei gibt es Beispiele wie die Errichtung großer Bauwerke oder Aufgaben wie der Feuerwehr. Dies ist ja auch in Ordnung und natürlich braucht jeder Mensch eine Gemeinschaft. Obama diskreditiert dabei jedoch völlig die Leistung des Einzelnen und löst Erfolg oder Misserfolg völlig vom Handeln des Menschen los. Grund oder Schuld der persönlichen Situation ist immer die Gesellschaft; aber nicht mehr das Individuum.

Auf Youtube und Co. wird er bereits stark für diese Sätze angegriffen. Auch ich finde die vermittelte Denkart des Barrack Obame für völlig unmöglich. Gerade in Amerika, dessen Erfolg schon immer von gewieften Entrepreneuren abhing. Denken wir an die Liste der bekannten und unbekannten mutigen Erfinder und Geschäftsleute, begonnen mit einem Cornelius Vanderbilt, über einen Henry Ford, bis zu einem Bill Gates oder Steve Jobs. Hält man sich vor Augen was Amerika (und auch unser Land. Denken wir an Menschen wie Carl Benz) stark gemacht hat, halte ich Obamas Worte und Ansichten nur noch für sehr gefährlich.

Ein Wirtschaft und Gesellschaft lebt von der Initiative und der harten Arbeit Einzelner, die diese voranbringen. Wer praktisch so tut als wären diese Einzelleistungen nichts wert, der zerstört jede Aussicht auf Veränderung, Neuerung und Weiterentwicklung.

8 Gedanken zu “Obama zerstört den amerikanischen Traum.

  1. Da hat Obama wohl klassische Reflexe ausgelöst.

    Deine sehr freie Interpretation „Wer praktisch so tut als wären diese Einzelleistungen nichts wert“ ist m.E. sehr weit weg von „Du hast das nicht allein geschafft“.

    Keine Frage, jeder von uns profitiert vom gesellschaftlichen Umfeld und von der Vor- bzw. Mitarbeit anderer. Die Frage ist, ob das die Forderung rechtfertigt, von den Erfolgreicheren eine höhere finanzielle Beteiligung einzufordern als sie aktuell gegeben ist.

    Wenn ich dann lese, dass ein Warren Buffett nach eigener Aussage 17,4% Steuern zahlt – weniger als seine Mitarbeiter – und eine höhere Steuerquote für Wohlhabende fordert, tja dann …

  2. Hallo Uwe, wie Du bin ich auch der Meinung, dass es in Ordnung ist, wenn der Staat in Notlagen Steuern, für Reiche und Wohlhabende anhebt. Die Tatsache, dass Warren Buffet nut 17% Steuer zahlt ist schon ein wenig verrückt.

    Was mir aber dennoch nicht gefällt sind Obama Sätze wie „if u got a business, u didn t build it, somebody else made that happem.“ ( 1:42 ) und ähnliches.

    Wenn er es dabei belassen würde zu sagen, auch die Reichen müssen etwas zurückgeben. Dann wäre sie ja völlig in Ordung. Er stellt hier aber für seine Wählerschicht erfolgreiche Menschen als reine Glückspilze dar, die ihr Schicksal wie ein BLitz getorffen hat ( in Ordnung, so etwas gibt es ).

    Obama sagt aber alle wären gleich smart und gleich fleißig. Wenn dies alle wären, warum machen sie es dann nicht? Sicher haben viele schlaue und fleißige Menschen einfach Pech und werden nie wohlhabend. Deswegen aber so zu tun als hätten alle Menschen die gleiche Leistung wie ein Bill Gates, Steve Jobs usw. gebracht ist schlichtweg ein Blödsinn und wird nur erzählt damit sich ( faule ) Menschen, die nichts gebacken bekommen, besser fühlen.

    Natürlich gibt es Menschen, die ohne jedes Zutun zu Reichtum kommen. Dabei sollte Obama sich aber eher selber und seine Gefolgschaft an die Nase fassen; die sich ein Leben lang an der Uni und irgendwelchen Behörden rumdrückt.

    • Ah, ich verstehe. Aber da liegt ein massives Missverständnis vor!

      Bei „if u got a business, u didn t build it, somebody else made that happem.” verstehe ich ganz etwas anderes als Du. Das „made THAT happen“ bezieht sich nach meinem Sprachgefühl keineswegs auf das geschaffene business. Sonst wäre das wirklich übel. Nein, das bezieht sich auf die im vorhergenden Satz genannten Umgebungsbedingungen wie Straßenbau etc.. Sonst würde ich „made THIS happen“ sagen.

      Kommunikation ist schwierig. Selbst für den Politprofi.

      • Hey, Uwe. Ja du hast recht; natürlich gibt es immer Auslegungsspielräume und ich habe das jetzt hier auch stark in eine Richtung gelenkt.

        Wenn ich mir aber anschaue was auf amerikanischen Webseiten los ist, habe da wohl nicht nur ich was falsch verstanden; sondern auch viele englische Muttersprachler.

        Obama hat ja schon öfter solche Äußerungen losgelassen. Als absoluter Wahlkampfprofi ist ihm sicherlich bewusst welche Zielgruppen er damit anzieht oder abstößt.

        Was mich an der generell Politik stört, ist, dass man hier versucht immer irgendwelche Gruppen zu diffarmieren. Warum sagt man nicht ehrlich: Leute so sieht es aus; wir brauchen auch das Geld der Reichen, um den Laden wieder in Schwung zu bringen.

        In Deutschland wird ja auch bereits mit solchen Feindbildern gearbeitet. Dabei wird aber auch überhaupt nicht differenziert. Hier ist in vielen Zeitungskommentaren und Talk-Shows der normale Aktienbesitzer oft das selbe wie der Zins-Manipulator in der Londoner City.

  3. Wenn das so ist wie Obama sagt müßten sich ja zumindest alle Amis Fragen die aus ähnlichen verhältnissen stammen wie diejenigen die reich geworden sind, warum sie nicht reich geworden sind. Die bedingungen waren doch dieselben, die meisten Millionäre in den Staaten ich glaube über 90% sind die ersten in Ihrer Familie haben als nicht geerbt und es sich selber erarbeitet. Die meisten stammen aus der Mittelschicht, wenn die Logik von Obama stimmt ja aus jedem Mittelschicht Kind ein Millionär gworden sein, dies ist offensichtlich nicht der Fall, also müssen die Menschen schon selber was dazu beigetragen haben.

  4. Hi,

    ich habe mir das Video jetzt 5 mal hintereinander angeschaut.

    Es wäre besser gewesen, wen er gesagt hätte “if you got a business, you didn t build it ALONE , somebody else made that happend.”

    Was er sagen will, man profitiert von dem System, der Gesellschaft, seinen Mentoren auf dem Weg zum Erfolg
    Auf einer einsamen Insel wird es schwer Geschäfte zu machen!

    Deshalb sollten sehr erfolgreiche Menschen sich auch mehr an der Gesellschaft beteiligen, selbst ein Warren Buffett meint er bezhalt zu wenigen Steuern im Vergleich zu seiner Sekretärin!

    John F Kennedy hatte die Vision der Mondlandung es waren aber 400.000 Menschen nötig um das Projekt zu verwirklichen!

    Zudem darf man nicht vergessen, dass er sehr beeinflusst wurde durch seine Großmutter, sie quasi für seinen Erfolg mit verantwortlich war

    In dieser Rede spricht er von „quit heros“ (unbekannte Helden im Hintergrund)
    http://www.youtube.com/watch?v=__BWSrqb72A

    Aus diesem Blickwinkel versteht man seine Rede eher

    Ich würde mich selbst als Kapitalisten (auf den Weg zur ersten Million ;)) bezeichnen und stimme Obama zu, man kann ihn aber leicht falsch verstehen.

    Ich selbst profitiere auch von vielen Amerikanern die Bücher geschrieben haben wie „Denke nach und werde Reich“ und die „Wissenschaft des Reichwerdens“

    Jeder Erfolgreiche Mensch hat seinem Erfolg von Mentoren und Lehrern (keine Schullehrer!) zu verdanken die ihn inspiriert und motiviert haben!
    Jeder erfolgreiche Mensch wird bestätigen das er seinen Erfolg Menschen verdankt, die ihn unterstützt haben und als Vorbild dienten

    In Amerika herrscht auch eher eine größere Spendenmentalität unter reichen, weil ihnen klar ist, dass sie dem Erfolg auch der Gesellschaft verdanken

    Von daher finde ich nichts an der Rede ausszusetzen!

    Es geht ihn ja auch eher darum, dass reiche Menschen durch eine starke Lobby immer wieder neue Steuervorteile haben und er klar machen will, dass auch die reichen Menschen sich an der Gesellschaft beteiligen sollen

    Das sage ich als Kapitalist und nicht als Sozialist! 😉

  5. Obama hat in seine Worte nicht klug gewählt.
    Die Idee für ein bestimmtes Projekt, sei es Apple, Microsoft oder was auch immer, stammt von einem Einzelnen oder von einer Gruppe von Leuten. Diese haben in den Anfängen die Marke/Firma aufgebaut, sind anfangs auch durch harte Zeiten gegangen, aber hatten einen langem Atem, bis die Firma erfolgreich wurde.
    Nur hat er in gewisser Weise recht, dass die Leute von alleine nicht zu Millionären oder gar Milliadären geworden sind. Dazu bedarf es Arbeitskräfte/ Maschinen und viele Leute die innerhalb der Firma die Geschicke koordinieren.
    Ein Einzelner braucht immer „die Gesellschaft“ um reich zu werden. Da Leute aus der Gesellschaft dann bei ihm arbeiten und seine Produkte kaufen.
    Aber diese Theorien oder Ansichten von Obama halte ich für überspitzt.
    Ich bin jedoch der Meinung, dass die Reichen mehr zur Kasse gebeten werden müssen. Egal ob in wirtschaftlich guten oder schweren Zeiten. Die Steuern müssen bei wirklich Reichen rauf. Damit meine ich nicht Leute, die vllt 2 Millionen an Vermögen haben, sondern so welche die 10 Mio oder mehr haben.

  6. Dann ist es ja kein Wunder, warum Obama in Deutschland so beliebt ist. Seit Jahren habe ich das Gejammere über Michael Schumacher in den Ohren: „Der hat Deutschland so viel zu verdanken, also soll er auch hier Steuern zahlen.“ – Das ist natürlich großer Quatsch. Schumacher hat nicht durch staatliche Anleitung oder in staatlicher Obhut das Rennfahren gelernt, sondern privat, in seiner Freizeit. Die Schulausbildung, von der Schumacher profitiert, hat ja sein Vater bereits mit Steuerzahlungen wohl mehr als genug finanziert.

    Ich habe manchmal den Eindruck, in Deutschland herrscht immer noch einen Leibeigenenmentalität. Schumacher ist kein Leibeigener. Und wenn er oder ein anderer Vermögender in die Schweiz geht, dann sollte wir uns mal überlegen, woran es liegt, anstatt diese Leute zu beschimpfen. Es geht gewiss nicht um 4, 5 oder 6 Prozent. Es ist ja auch nicht so, als würde die gar keine Steuern in der Schweiz zahlen. Viele haben sicherlich einfach keine Lust, komplizierteste Steuererklärungen zu machen, bei denen man wegen provozierter Falschheit immer mit einem Bein im Gefängnis sitzt. Es hat auch niemand Lust, Steuersparmodell zu nutzen, die einen Politiker anbieten, genausowenig wie ich Lust habe, staatlichen Förderungen (Riester, Rürup, Baugeld, Elterngeld und der ganze Sch…dreck) hinterherzujagen. Ich will von vornherein weniger zahlen und verzichte im Gegenzug auf Zuwendungen.

    Die Leibeigenenmentalität zeigt sich auch anders. Ich habe Kollegen, die sich auf gemachten Zertifikaten ausruhen. Diese Zertifikate hat mal die Firma bezahlt und mittlerweile gibt’s neue. Die Zertifikate sind ein wenig alt, aber das Wissen nicht überholt und mit ein bisschen Eigeninitiative kann der Kollege seinen Wissenstand auffrischen. Da Zertifikate in der IT ohnehin Geldschneiderei sind, kann ich die Firma verstehen, wenn sie nicht alles bezahlt, aber für Fachbücher ist doch eigentlich fast immer Geld da. (Zum Vergleich: Zertifikat kostet 1000 bis 2000 € und gilt für genau einen Mitarbeiter. Ein Fachbuch kostet vielleicht 50 bis 120 € und nutzen können es viele Mitarbeiter, nicht nur einer.) Auf die Idee, dass der Kollege am meisten profitiert, wenn er in seine Qualifikation investiert, kommt er nicht. Er glaubt, seine Qualifikation nutze nur der Firma. Und das meine ich mit Leibeigenenmentalität.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.