Fondverwalter-schlechter gehts nicht!

Schon ein paar mal bekam ich hier in meinem Blog die Anfrage, ob es nicht viel einfach wäre sich einen Dividendenfond zu kaufen, statt sich selbst mit Aktien zu beschäftigen. Schließlich wird einem bei einem Fond ja die Tatkraft fleißiger Finanzspezialisten versprochen. Diese Spezialkräfte sollten ja in der Lage sein wesentlich bessere Renditen zu erwirtschaften als ein Privatanleger mit seinem viel begrenzten Zeit- und Informationspool. Darum vergleiche ich hier einmal den DividendenAss A Fond von Union Investment als einen der meistverkauften Fonds und die Entwicklung 9 großer Konsumwerte in dieser Zeit…

Generell misstraue ich Fonds und anderen Bankprodukten. Als Anleger wird einem natürlich beim Verkauf gaballte Expertise und Fachkenntnis versprochen; mit der ein Fond angeblich geführt wird. Was einem Bankberater aber im Verkaufsgespräch erzählen ist ja meist Unsinn und dient nur dazu möglichst viele Produkte, mit Provisionsvereinbarung, an den Mann zu bringen.

Vor einigen Tagen kam ich an der lokalen Volksbank Filiale vorbei und fand im Aushang einen Dividendenfond von UnionInvestment. Da dieser Fond wahrscheinlich durch den Vertrieb bei Volks – und Raiffeisenbanken wohl bei sehr vielen kleineren Privatanleger zu finden ist wollte ich einmal nachprüfen ob ein solches Produkt wirklich Vorteile bringt.

Es geht also um den UniDividendenAss A Fond ( WKN A0B822 / ISIN LU0186860408 ), der am 15.03.2004 startete. Der Fond hat laut Beschreibung den gleichen Schwerpunkt wie auch mein Blog und viele andere Publikation im Internet. Auf der Union Investment Webseite ist zu dem Fond folgender Text zu finden: „Der Fonds investiert in ausgewählte dividendenstarke Unternehmen mit Gewinnstabilität. Der Anlageschwerpunkt liegt dabei auf den europäischen Aktienmärkten. Darüber hinaus ist eine Beimischung von internationalen Dividendentiteln möglich.“.

Der Fond erreiche in dieser Zeit eine Wertentwicklung von 34,04%. Wertentwicklung meint Kurssteigerung + Reinvestment der Ausschüttungen.

Nun interessierte mich natürlich, wie der Fond im Vergleich zu einer Auswahl an einzelnen Dividendentiteln abgeschnitten hätte. Die Fondverwalter sprechen ja von Investitionen in dividendenstarke Unternehmen mit Gewinnstabilität. Was liegt also näher als ihn einmal gegen die Aktien der großen Konsum- und Nahrungsmittelhersteller dieser Welt antreten zu lassen.
Produkte von Pepsi, General Mills, Kellog, Coca Cola, Procter and Gamble, Nestle, Kraft Food, Wrigley, Mars, Unilever
Bei der Auswahl nahm ich also einfach die 9 öffentlich gehandelten Aktien der BlueChips Kraft Foods, The Coca Cola Company, PepsiCo, General Mills, Kellog, Unilever, Johnson & Johnson, Procter & Gamble und Nestle.

Da der Fond am 15. März 2004 startete, rechnete ich also einfach einmal durch, was heraus gekommen wäre, wenn ich mein einfach Geld in diese neun großen BlueChips gesteckt hätte. Also mein Geld zu einem Neuntel in Kraft, 1/9 in Coca Colka, ein 1/9 in Nestle usw.
Kursentwicklung Nestle Coca Cola Pepsi General Mills Kellog Unilever Johson & Johnson Procter & Gamble Kellog Blue Chips Konsumwerte Getränke Nahrungsmittel Aktien
Also bei diesen neun großen Werten gab es natürlich Aktien mit besseren Entwicklungen, wie Coca Cola und Nestle, und Aktien mit eher mauen Kurssteigerungen. Dies liegt natürlich auch zum großen Teil darum, dass ich so tue als hätte ich im März einfach blind diese Werte gekauft. Unternehmenskennzahlen und ähnliches spielten also keine Rolle. Heraus kommt dann eine durchschnittliche Kurssteigerung von 39,58 %.
Wertzuwachs Entwicklung Kurssteigerung Rendite Union Investment UniDividendenAss Fond vs Blue Chips EInzelaktien Colca Colca Unilver Ausschüttungen Dividenden Nestle Procter & Gamble
Wie man sieht hätten diese neun großen BlueChips, ohne irgend einen Wert auf Kennzahlen und Timing zu legen, eine höhere Rendite als der Dividenden-Fond erzielt.

Bedenkt man dabei noch, dass ich bei den neun Aktienwerten gar keine Dividenden eingerechnet habe ( während ja Union Investment seine Ausschüttungen mit in die Wertberechnung einbezieht ) wird einem klar wie mies viele Fondsverwalter eigentlich arbeiten.

Denkt man sich noch die üppigen Dividenden, der 9 einzelnen Firmen, hinzu wird einem klar, dass der Fond hier untergeht.

Hätte ich diese 9 Einzelwerte auch noch nicht alle blind am 15. März 2004 gekauft, sondern nur ein wenig auf Fundamentaldaten geschaut und auf den Zeitkaufpunkt geachtet frisst der Dividenden-Fond nur noch Staub.

Das Ergebnis hat mich selbst stark überrascht. Meine Vermutung, dass der Union Investment Fond vielleicht sehr viele Investments in der Euro-Zone hat und so einfach unter der Eurokrise leidet hat sich auch nicht bestätigt. Nur 28,5 % der Aktien, die der DividendenAss Fond hält, befinden sich in der Euro-Zone ( 13,8 % Frankreich, 9,6 % Deutschland, 5,1 % Italien).

Warum die Performance also so schlecht ist, im Vergleich zu meiner No-Brainer-Taktik ist mir wirklich schleierhaft. Das Anleger für diese Verwaltungsleistung auch noch Gebühren und Ausgabeaufschläge bezahlen ist doch eigentlich eine Frechheit.

6 Gedanken zu “Fondverwalter-schlechter gehts nicht!

  1. Ja, da sieht man mal wieder wie toll diese Produkte sind. Natürlich gehen da unwissende Leute rein und denken, oh tolle Rendite. Aber um auf deinen Beitrag zu kommen, diese Firmen wollen auch verdienen, die schütten nicht 1 zu 1 ihre Gewinne aus. Bei denen kommt man immer schlechter weg, als wenn man selber anlegt, das liegt ganz klar auf der Hand

  2. Nette Betrachtung. Dass 90% der aktiven Fonds auf Dauer nichts sind, dürfte sich wohl herumgesprochen haben. Der Fonds stinkt gegenüber dem MSCI World ab.

    Leider kann ich Deine Zahlen nicht nachvollziehen. Der Fonds hat grob 37,7% Plus gemacht in dem Zeitraum, nicht 34,2%. Falls Du die Anzeige von COmdirekt benutzt hast: die gibt nur den High-Low-Abstand aus (und zeigt 34,2% an).

    Ne richtige Herausforderung hast Du mit nem Index, z.B. MSCI World. Also momentan gibt es 2 Varianten: ETF oder selbst machen.

  3. Guten Morgen Daniel,

    habe einfach die Zahlen von der Union Investment Seite genommen, diese werden ihr eigenes Produkt ja wohl nicht schlechter machen ;).. Hier sind aber wahrscheinlich Dinge wie Ausgabeaufschläge und Verwaltunsgebühren eingerechnet. ( Habe gerade keine Zeit zum Nachrechnen)

    So oder so finde ich es durchaus verwunderlich, dass professionelle Fonds hier unterdurchschnittliche Ergebnisse liefern. WObei mich bei Bankprodukten nichts mehr wundert. Habe gestern einen Bausparvertrag rausbekommen, mit ich mir für 6% Geld leihen könnten ^^.

  4. Hallo Admin,

    Auf der Union Investment Seite wird 37,7 % angegeben (bis zum 21.7.). Deine Zahlen können so nicht stimmen.

    Den Trend zum ETF gibt es nicht umsonst. MSCI World hat in der Zeit 50% zugelegt (so etwa, bei Comdirect ist es für diesen Fonds automatisch Benchmark). Hier must Du Dich noch etwas anstrengen mit Deinen 39%…

  5. Hallo, Daniel.

    Also es ist jetzt nicht so, dass ich 2004 diese Werte ( die 9 Blue Chips )wirklich gekauft habe, sonders es ein rein theoretisches Zahlenspiel. Wenn man hier jedoch wie gesagt nicht blind gekauft hätte und auch noch die Dividenden einrechnen würde, komme ich natürlich auch auf einen wesentlich höheren Wert.

    Auf der Union Investment-Seite habe ich folgende Zahl verwendet
    Union Investmend Dividenden Ass Wertentwicklung.
    Habe den Artikel hier am 21.Juli hochgeladen, von daher kann es gut sein, dass dies damals einfach die aktuellste Zahl war, die ich gefunden habe.

    Es geht hier nicht darum, ob jetzt das ein oder andere Produkt ein paar Prozent mehr oder weniger erwirtschaftet hat ( ich kann mich hier jederzeit verrechnen, ich betreibe dien Blog in meiner Freizeit). Es geht um das Aufzeigen, dass es nicht automatisch besser ist sein geld von „Professionellen“ anlegen zu lassen.

    lieber Gruß Ulrich
    und Dir einen sonnigen Abend.

  6. Hallo Ullrich,

    AHA, laut Anzeige also zum Stichtag 30.6.2012. Strenggenommen hättest Du also Dein Portfolio auch zum 30.6. rechnen müssen. Tip: gib einfach Deine Randbedingungen bzw. Quellen mit an, fördert das Vertrauen…

    Die Mär von den ach so tollen aktiven Fonds ist schon lange entlarvt. Gute sind über längere Zeit in etwa so gut wie der Index. Ausnahmen bestätigen die Regel, z.B. M&G Global Basics zwischen 2001 und 2007…

    Besser als der Index zu sein ist nach gängiger Meinung nur Glück, da es IMMER einen gibt der mehr weiß als Du. Im Zweifel wissen alle gleich viel, somit hast Du keinen Wissensvorsprung und bist genauso gut/schlecht wie die anderen.

    Sorry wenn ich etwas nerve. Aber ich glaube es kann der Qualität Deines Blogs nur behilflich sein wenn auch jemand mal kritisch nachfragt…

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