Quartalsberichte besser als erwartet.

Heute kamen gleich mehrere Quartalsberichte, die wahrscheinlich einige Anleger hier interessieren dürften. Coca Cola und Intel sind sicher bei vielen Dividendeninvestoren im Depot und die beiden Eisenbahnwerte CSX Corp. und KCS [Kansas City Southern] sind persönliche Lieblinge und geben als große Transportunternehmen auch tieferen Einblicke in die Verfassung der amerikanischen Wirtschaft.

Das erfreuliche, die großen Werte konnten heute durch die Bank ihre Quartale mit Ergebnissen über den Analystenschätzungen abschließen. Dieses stimmt zuversichtlich für die Kursentwicklungen in der zweiten Jahreshälfte 2012. Die Stimmung was vor den Zahlen generell eher eingetrübt und viele fürchteten gerade bei den Transportfirmen und dem weltgrößten Halbleiterhersteller Intel, dass die Analystenschätzungen nicht erreicht werden würden…Die Eisenbahnen sind überraschend stark aus dem Quartal gegangen.

Kansas City Southern stellte ich vor kurzem vor. Es handelt sich um die kleinste der großen Klasse 1 Eisenbahngesellschaften der USA. Der Gewinn pro Aktie lag bei 1,09 $, was ein starkes Plus von 70% im Vergleich zum Vorjahresquartal ( 64 Cents ) darstellt. Bereinigt um Einmal-Effekte steigerte sich der Gewinn zwar nur auf 0,85 US$, was aber immer noch ein Plus von 32,8 % darstellt. Analysten gingen von 0,84 $ aus.

Dennoch befand sich die Aktie heute stellenweise mehrere Prozent im Minus und ging mit einem Minus von 0,41 % aus dem Handel. Schuld was das geringe Umsatzwachstum von lediglich 2%, welches die Börse enttäuschte. So waren die Ergebnisse von KCS am Ende doch eher gemischt, da eben auf Dauer auch der Umsatz steigen muss damit die hohen Erwartungen in das Unternehmen gerechtfertigt werden ( KGV von über 22 ).

Bei der Eisenbahngesellschaft aus Jacksonville, Florida CSX gab es hingegen eine positive Überraschung. Aufgrund günstiger Erdgaspreise und damit niedriger Nachfrage nach Kohle gab es große Befürchtungen, dass die Ergebnisschätzungen nach unten durchrissen werden würden. CSX gehört mit Norfolk Southern zu den Eisenbahnen mit dem größten Umsatzanteil an Kohle ( über ein Viertel). Die Geschäfte liefen aber wesentlich besser als erwartet. Der Kohleumsatz sank wie vorhergesagt um 14% konnte aber glücklicherweise durch wesentlich stärkere Transporte für die Automobilindustrie ausgeglichen werden ( + 34 % ).

CSX halte ich daher für einen Kauf. Durch Effizienzsteigerungen kann auch in diesem eher schwachen gesamtwirtschaftlichen Klima weiterhin das Ergebnis gesteigert werden ( + 6,5 %). Sollte sich die US-Wirtschaft früher oder später wieder auf einen stärkeren Wachstumskurs begeben, wird sich das Unternehmen, welches mit einen KGV von unter 13 bewertet ist, sicher sehr stark nach oben bewegen.

Die Situation des Eisenbahnen ist weiterhin stabil. Das zweite Quartal war wahrscheinlich das Risikoreichste für diese Industrie. Nach neueren Meldungen ziehen die Kohletransporte aufgrund des höheren Energieverbrauchs, durch Klimaanlagen, bereits wieder an. So, dass wohl das schlimmste hier erst einmal hinter den Anlegern liegt.

Intel. Der Computer-Chip Titan war auch ein Wert auf dessen Ergebnisse heute ( oder besser gestern) einige gewartet haben . Aufgrund der schwierigen Situation in Europa und eher schwachen wirtschaftlichen Entwicklungen, im Rest der Welt, befürchtete man hier auch eine negative Überraschung.

Der Umsatz traf mit 13,5 Milliarden US$ genau die Schätzungen der Analysten. Sehr erfreulich ist jedoch, dass Intel auch in diesem Quartal eine enorm hohe Bruttomarge von 64 % erreichen konnte. Analysten gingen davon aus, dass die Margen aufgrund des schwierigen Umfelds nur noch auf 62% käme. Dementsprechend fiel dann auch der Gewinn mit 0,54$ pro Aktie höher aus als erwartet.

Im Ausblick für die zweite Jahreshälfte geht Intel von langsamem Wachstum aus. Sieht sich aber mit der Einführung neuer Chips für Ultrabooks, Smartphones und Tablet-PCs gut aufgestellt.

Coca Cola war heute einer der Lieblinge an der Wall Street und schoss sofort nach Bekanntgabe der Quartalszahlen in die Höhe und ging mit einem Plus von 1,58 % aus dem Handel.

Analysten gingen von einem Ergebnis pro Aktie von 1,19 $ aus und damit von einem niedrigeren Gewinn als im Quartal letzten Jahres (1,20$). Man vermutete höhere Rohstoffkosten würden Coca Cola dieses Quartal einen Strich durch die Rechnung machen. Durch geschickt platzierte Preiserhöhungen konnte das Ergebnis pro Aktie dann doch noch auf 1,22 ( ohne Einmal-Belastungen) gesteigert werden.

Insgesamt läuft die Quartalssaison also positiver als erwartet. Zwar läuft die Gesamtwirtschaft in den USA und weltweit immer noch nicht gut. Dennoch scheinen die großen Unternehmen sehr gut aufgestellt zu sein und ihre Gewinne zu halten. Nachdem hier mit weit schlimmerem gerechnet wurde könnte sich der Gesamtmarkt jetzt wieder nach oben bewegen.

US Chef-Zentralbänker Ben Bernanke warnte heute übrigens vor dem US-Senat vor einer Verschlechterung der amerikanischen und weltweiten Konjunktur durch die Euro-Krise. Zudem befürchtet er durch zu hohe Sparbemühungen und Steuererhöhungen in den USA eine dadurch ausgelöste leichte Rezession im nächsten Jahr.

In US-Wahljahren legt der Dow Jones übrigens meistens zu. In diesem Sinne allen Investierten viel Glück. Die aktuelle Berichtssaison gibt wieder ein wenig Hoffnung nach all den schlechten Meldungen der letzten Zeit.

2 Gedanken zu “Quartalsberichte besser als erwartet.

  1. guten abend,

    intel hab ich selbst, und sie macht freude. die jahrelangen aktienrückkäufe zum wohle der anleger zeigen irgendwann wirkung. eine cash cow. die dividende wurde die letzen jahre auch immer erhöht. ich erwarte mittelfristig deutlich höhere kurse in dollar.

    mfg andreas hoffmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.