Aktien – First Contact

Hallo es ist Sonntag und es geht heute eher um ein softes Thema und zwar „ Wie kommt man eigentlich dazu sich mit Wertpapieren zu beschäftigen“. Dazu habe ich mal in meinem Gedächtnis gekramt und eigentlich ging die Sache schon ziemlich früh los. Leider oder besser zum Glück begann das ganze eher mit einem totalen Flop…

Also, dass erste Mal von Aktien gehört habe ich in Micky Maus Heften und Lustigen Taschenbüchern. Fasziniert hat mich als Kind schon Dagobert Duck. In den Geschichten rund um den kapitalistischen Patriarchen Entenhausens wurde der Begriff Aktie öfter aufgegriffen. Als Kind hatte ich dadurch wohl eine wage Vorstellung davon, dass einem als Aktionär eine Firma gehört.
Natürlich versucht man ja seinem Vorbild, auch einer Comicfigur, ein wenig nachzueifern und so erinnere ich mich wie ich als Grundschüler vor dem Videotext saß und Aktienkurse angeschaut habe. Natürlich hatte ich überhaupt keine Ahnung was jetzt der Kurs aussagt und was diese Firmen eigentlich machen.

Eines fand ich aber damals ungeheuer spannend und zwar die Werften. Nicht etwa weil ich etwas vom steigenden Handel auf See wusste, sondern eher weil die Werften damals zu Pfennig-Beträgen gehandelt wurden. Also dachte ich mir: Hey; für 25 Pfennig könnte ich einen Teil einer Schiffswerft besitzen. Die Vorstellung als kleiner Wicht, den Teil einer Werft zu besitzen, die große Schiffe baut, gefiel mir sehr.

Danach folgten Computerspiele wie Railroad Tycoon und Industriegigant, durch die ich dann ein wenig mehr Wissen über wirtschaftliche Kreisläufe und so bekam. Danach lag mein Interesse an der Börse und Wirtschaft ziemlich lange brach.

Bis ich mit 18 die Vollmacht über ein kleines Konto auf der Volksbank, bei mir im Ort, bekam. Die Summe ist kaum nennenswert. Bei einem Gespräch mit dem Berater wurde jedoch auch ein Wertpapierdepot erwähnt. Sofort war ich an meine Kindheitszeit, Dagobert und den Videotext erinnert und wartete gespannt auf den Depotauszug. Als dieser dann 2 Minuten später vor mir lag war ich ernüchtert.

Mein Vater hatte für mich in den 90ern Sachsenring Aktien gekauft. Als Fan von Autos, aber ohne jedes Wissen von Aktien, hielt er dies wohl damals für eine gute Investition. Sachsenring wollte damals, in der Nähe von Zwickau, den Trabant wiederbeleben und hoffte wohl, dass zu Schaffen, was Jahre später dem Mini und dem Fiat 500 gelang. Nunja, die ganze Sache ging baten und bei der Firma Sachsenring AG ging wohl auch nicht alles ganz seriös zu. Die Aktien die mein Vater mir also für damals 4000 oder 8000 DM ins Depot lag waren inzwischen weniger Wert als ein Computerspiel. Die Aktien habe ich noch immer in diesem Depot und der Kurswert ist heute 0,nichts.

Das Erbe meines Vaters war also doch recht bescheiden. Mit 18 war ich dann bei der Bundeswehr und so hatte ich dann mit anderen kleineren Ersparnissen ein paar Tausend Euro auf dem Girokonto dieser Volksbank liegen. Eines Tages hörte ich die Meldung, dass die Aktie der deutschen Telekom um 4% nachgegeben hatte. Ohne irgend eine Ahnung von der Telekom Aktien zu haben oder überhaupt ansonsten irgendwelche Börsennachrichten zu hören marschierte ich zur Volksbank meines Ortes und kaufte für mein gesamtes Geld Deutsche Telekom Aktien. Diese erholten sich dann in den kommenden Monaten auch wieder, so dass ich diese zu circa 13,50 € wieder verkaufen konnte, nachdem ich sie für 10,x € gekauft hatte. Natürlich war dies kein riesen Deal. Für einen 18 Jährigen jedoch ein Betrag. So ging also die ganze Sache bei mir los. Im Forum gibt es auch einen Topic in der Plauderecke, wo ich gespannt auf Eure Anekdoten warte.

Meinem Vater muss ich jetzt im Nachhinein doch noch für mein Depot danken. Ohne dieses Depot wäre ich damals wohl kaum zur Bank marschiert und hätte meinen ersten kleinen Erfolg mit Wertpapieren gehabt und zweitens war mir die Sachsenring AG eine Mahnung, dass man sich über Aktien gründlich informieren muss und das Geschehen verfolgen. Das Wissen, dass bei Investitionen auch Total-Verluste möglich sind hat mir also mehr gegeben als wenn ich jetzt mit 18 10 000€ erhalten hätte.

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