Deutsche Unternehmen entlohnen ihre Aktionäre nicht – Beispiel Südzucker

Eine Aktie die es langfristig schafft seine Gewinne zu steigern, ohne das man sich Sorgen machen muss ist etwas feines. Südzucker ist eine solche Aktie. Sie besitzt ein einfaches Geschäftsmodell, welches jeder sofort begreift. Sie wäre ein schöner Langzeitwert, doch mit der Entlohnung der Aktionäre hapert es wie so oft in Deutschland…

Das Geschäftsmodell von Südzucker

Das Geschäftsmodell ist ziemlich simpel. 55 % der Südzucker AG gehört der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs Genossenschaft. In dieser sind mit über 33 000 landwirtschaftlichen Betrieben der Großteil der Zuckerrübenproduzenten, im süd- und mitteldeutschen Raum organisiert. Danach gehen die Rüben in die Weiterverarbeitung in die Fabriken der Südzucker AG. Der Zucker wird dann entweder direkt im Supermarkt verkauft oder geht weiter an Bäckereien, Schokoladenfabrikanten… Auch wird Zuckerrohr über die Firmentocher CropEnergies in Bioethanol umgewandelt, welches dank EU-Verordnungen auch zum immer besseren Geschäft wird.

Besonders günstig entwickelte sich das Geschäft durch die EU-Zuckerquote. Diese schreibt vor, dass nur 85 % des für die Produktion benötigten Zuckers aus der EU Produktion kommen dürfen. Die restlichen 15 % müssen aus ärmeren Ländern importiert werden. Da der Bedarf an Zucker aber weltweit wächst ist es schwer den benötigten Zucker überhaupt auf dem Weltmarkt zu bekommen. Sinkt also die Menge des verfügbaren Zuckers im Import gibt es einfach zu wenig Zucker. Die europäischen Zuckerhersteller dürfen nicht einspringen. Diese Verknappung sorgt für hohe Preise und steigende Gewinne in Europa. Das paradoxe ist, dass der produzierte Zuckerüberschuss der EU trotz Knappheit, in den Export gehen muss. Das Quotensystem steht immer wieder in der Kritik und soll schon längere Zeit abgeschafft werden, es stellen sich aber immer wieder einzelne Regierungen dagegen.

Das Geschäftsmodell von Südzucker ist einfach langfristig stabil. Zucker wird immer gebraucht und zusätzlich wächst der weltweite Verbrauch, was zu immer höheren Weltmarktpreisen führt.

Finanzielle Ergebnisse

Das finanzielle Ergebnis verbessert sich regelmäßig. Das Geschäftsmodell ist einfach zu simpel um große Fehler zu machen. Übrigens wurde in den ersten drei Quartal des Geschäftsjahres 2011 bereits ein Gewinnwachstum von über 35 % erzielt. Der Balken wird 2011 also stark zulegen.

SZ JÜ

Natürlich kann es je nach Ernten oder Schwankungen im Weltmarktpreis auch in einzelnen Jahren zu Gewinnrückgänge gekommen. Der Langfristtrend zeigt bei Rohstoffen generell nach oben, sorgen um die Aktie muss man sich also nicht machen. Der Aktionär wird aber durch Kapitalerhöhungen nicht an der Entwicklung beteiligt, es gibt sicher Anleger-freundlichere Wege.sz dividende

Die Dividende wurde auch meistens gesteigert ( Sonderdividenden durch Einmaleffekte liste ich nicht auf). Leider nicht regelmäßig und nicht ohne Abschläge, doch gerade dies ist um langfristig Renditen zu erzielen sehr wichtig. Die Steigerung ist einfach zu gering, um dafür eine Aktie zu halten.
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Auch die Kursentwicklung ist alles andere als berauschend. Die Firma ist solide und wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch nie den Bach runter gehen. Aber der Aktionär hat davon einfach nichts.

Südzucker empfehle ich nicht

Südzucker hat ein solides Geschäftsmodell. Aber ich Misstraue der Firma, aus der Aktionärsperspektive, wegen den Langzeitdaten für Dividende und Kurs. Die geringe Kursteigerung schiebe ich ja noch auf die massive Überbewertung des Gesamtmarkts in den 90ern, eine so schwache Dividendenentwicklung ist aber wirklich enttäuschend.  Gerade die Dividende ist für eine gute Langfristrendite oft sehr wichtig. Viele deutsche Unternehmen schaffen es trotz wachsender Gewinne den Aktionär im Regen stehen zu lassen. Der Wert ist eine Wette auf steigende Zuckerpreise, aber hat sich leider über die letzten 16 Jahre kaum als guter Anlagewert bewiesen. Die Firma hat sicherlich eine gute Zukunft vor sich, doch das Management legt wenig Wert auf das Wohl des Kleinaktionärs. Verfluchen will ich das Management nicht, den Zuckerbauern mag sie zu einem stabilen Einkommen verholfen haben.

Ein Gedanke zu “Deutsche Unternehmen entlohnen ihre Aktionäre nicht – Beispiel Südzucker

  1. Leider hat sich die Reinvestion der erzielten Gewinne in das Unternehmenswachstum bei Südzucker für die Aktionäre nicht ausgezahlt, wie an dem derzeitigen Kurzsverfall auch zu sehen ist. Man ist jetzt im Prinzip wieder da, wo man 2008 angefangen hat. Kommt fast schon an die Vermögensvernichtung bei Daimler unter der Ära Schrempp heran.

    Wachstum gut und schön. Dies muss sich aber langfristig an einer höheren Ertragskraft des eingesetzten Kaptials messen lasse. Ansonsten, und das trifft wohl für Südzucker zu, hätte man den Gewinn besser an die Aktionäre ausgezahlt.

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