Aktien-Anfäger, wo fang ich an? Teil 2

Heute geht der Einstieg in die Welt der Aktien weiter. Nachdem ich gestern Teil 1 von „Aktien-Anfäger, wo fang ich an?“veröffentlicht habe geht es heute weiter. Heute dreht es sich darum, wie ich mich von den potentiellen Werten, die für mich als Anleger in Frage kommen, für einen entscheide…

 

 

Zuerst noch einmal die Grafik aus Teil 1:
Produkte von Pepsi, General Mills, Kellog, Coca Cola, Procter and Gamble, Nestle, Kraft Food, Wrigley, Mars, Unilever
Hier sehen wir also nun herrliche Unternehmen aus der Konsum, Nahrungs- und Getränkindustrie. Diese Werte haben alle eines gemeinsam. Sie haben bekannte Marken, sind in der Lage in jeder wirtschaftlichen Situation gutes Geld zu verdienen und sind bemüht ihren Wert für die Eigentümer (also Ihnen als Aktionär) zu steigern.

Außer Mars Incorporated, dem bekannten Hersteller von Süßigkeiten, Uncle Ben’s Reis und Whiskas Katzenfutter, werden all diese Unternehmen an der Börse gehandelt.

Welche Aktie dieser Unternehmen sollte jetzt aber in mein Depot wandern?

Dabei ist die erste Frage, die Sie, als potentiellen Aktionär, interessieren sollte: Ist die Aktie im Moment nicht überteuert. Dies ist eine sehr entscheidende Frage. Viele Menschen, die sich wenig mit Aktien beschäftigt haben und in Zeiten des neuen Marktes schnell das große Geld verdienen wollten haben darauf nämlich überhaupt keinen Wert gelegt. Sicherlich kennen sie Börsencharts. Diese Linien, die entweder nach oben oder unten zeigen und im Börsensaal der Frankfurter Börse auf der großen Kurstafel erscheinen. Viele Menschen denken langfristig erfolgreich investieren hätte etwas damit zu tun aus diesem grafischen Kursverlauf irgend etwas herauslesen zu können. Es gibt zwar die sogenannte Charttechnik und Menschen, die sich darauf spezialisiert haben mit schnellem Handel von Kursverläufen Geld zu verdienen, doch ist dies für einen Anfänger überhaupt nichts. Nach einer US-Studie kann ein Menschenaffe mit blindem Tippen auf Aktien erfolgreichen kurzfristige Kurssteigerungen voraussagen als die meisten hauptberuflichen Börsenexperten. Der bekannte Investor und Milliardär Warren Buffet sagte sogar einmal „Der dümmste Grund eine Aktie zu kaufen, ist, weil sie steigt„.

Falls Sie von Bekannten hören „ich kaufe jetzt Aktie so und so, weil diese Aktie nur noch steigt“. Vergessen Sie diesen Tip am besten schnell wieder. Bei solchen sogenannten Rallys können die Fundamental-Daten des Unternehmens oft den steigenden Kurs nicht untermauern und die Aktie fällt dann irgendwann wieder auf den tatsächlichen Wert zurück.

Bleiben Sie am Anfang also lieber bei wirklichen harten Zahlen, die den Aktienkurs begründen können. Bei den Konsumwerten, von der Grafik, gibt es ein paar Faustregeln die zu beachten sind. In anderen Branchen lässt sich der tatsächliche Werte einer Aktie jedoch nicht immer so leicht ermitteln.

Zuerst einmal das KGV ( Kurs-Gewinn-Verhältnis ). Dieses ist auch für sie leicht selbst zu ermitteln oder wird oft auch auf diversen Webseiten erwähnt. Dabei teilen Sie einfach den Kurs der Aktie durch den Gewinn pro Aktie ( wird in Geschäftsberichten veröffentlicht, auf Englisch heißt er „Earnings per Share“).

Nehmen wir also zum Beispiel die Aktie von Coca Cola. Diese wird aktuell zu einem Kurs von 74,94 $ gehandelt und machte im Jahr 2011 einen Gewinn von 3,84$. 74,94 $ geteilt durch 3,84 $ ergibt ein KGV von 19,5. Für das Jahr 2012 erwarten Analysten durchschnittlich einen Gewinn pro Aktie von 4,08 $. Daraus ergibt sich ein geschätztes KGV, für dieses Jahr, von 18,37.
Wichtig ist nun ob dieses KGV günstig oder teuer ist. Persönlich habe ich starke Hemmungen Firmen mit einen KGV von über 16 zu kaufen. Doch ist dieser relativ hohe KGV von Coca Cola noch vertretbar. Coca Cola besitzt als Marktführer in vielen Getränkesparten und den sehr vielen wertvollen Marke nämlich ein gewissen Sonderstellung.

Ab einem KGV von 20 wäre bei den Firmen, aus der Grafik, bei mir jedoch Schluss darüber nachzudenken diese jetzt zu kaufen. Ende der 90er wurden Coca Cola Aktien sogar zu einem KGV von über 50 gehandelt und dies war damit eindeutig zu teuer. Damals sind viele Menschen in den Aktienmarkt eingestiegen und kauften durch Gier und Herdentrieb Aktien viel zu teuer ein. Wer damals völlig blind Aktien so teuer gekauft hat ist natürlich Böse auf die Nase gefallen.

Hoffentlich konnte ich Ihnen mit Teil 2 einen ersten Einblick geben, dass langfristig erfolgreiches Investieren nicht nur Roulette ist, sondern etwas mit den Unternehmenszahlen, hinter der Aktie, zu tun hat. Fragen und Anmerkungen können jederzeit gestellt werden ( Kommentarfunktion weiter unten auf der Seite).

4 Gedanken zu “Aktien-Anfäger, wo fang ich an? Teil 2

  1. Hallo Ulrich!

    Guter Blog, lese quasi täglich mit!

    Wenn ich es ganz einfach haben möchte, kaufe ich einfach den Konsumgüter-Hersteller, der gerade das niedrigste KGV-2011 hat. Analysten-Schätzungen kann man ja idR. knicken. Das prüfe ich quartalsweise nach und kaufe jeweils die zu dem Zeitpunkt günstigste Aktie aus dem Pool. Wenn das KGV niedrig ist, habe ich eine hohe Chance auf Kursgewinne und eine hohe Kapital-Rendite, bei hohem KGV ist es oft umgekehrt.Ich glaube das probiere ich mal aus. Vielen Dank für den Denkanstoß!

    Coca Cola wirbt dieses Jahr massiv bei der EM und Olympia. Da erhofft sich jeder Anleger stark steigende Umsätze & Gewinne. Nächstes Jahr bekommt man die Aktie vermutlich mit deutlich niedrigerem KGV, weil das Interesse der Masse wieder woanders ist. Vll ist der Preis genauso hoch / höher als heute, aber der Konzern ist in die Bewertung hinein gewachsen und damit ist für mich das Risiko geringer.

    Was meinst du?

    Viele Grüße

    Tobias

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