Rentensystem nach Aktionärsprinzip – ein Modell

Viele bekommen beim Thema deutsche Rentenversicherung nasse Hände. Gerade Jüngere haben starke Zweifel, dass diese Versicherung später in der Lage seien wird ihnen einen annehmbaren Lebensstandard zu gewährleisten. Das Problem ist dabei sehr schnell erklärt: Es gibt mehr ältere, die Beiträge wollen und weniger Junge, die Beiträge einzahlen. Da die Rentenversicherung ja ein Umlagesystem ist und kein Ansparsystem stellt sich natürlich die Frage, ob das ganze nicht irgendwann zusammenbricht und bei zu vielen Alten nur noch mit Schulden finanziert werden kann. Nun habe ich mir einmal ein Konzept überlegt, wie die Rentenversicherung erhalten werden kann und zwar nach dem Aktionärsprinzip eines Unternehmens…

In der deutschen Rentenversicherung erwirbt sich der Versicherte Rentenpunkte, die dann mit dem aktuellen Rentenwert verrechnet werden. Vereinfacht bedeutet dies: Ich arbeite 10 Jahre und bekomme für meinen eingezahlten Rentenbeitrag jeweils einen Rentenpunkt. Für meine 10 Rentenpunkte habe ich beim Erreichen des Rentenalters nun einen Anspruch von 249,2 € in Ost-Deutschland und 280,7 € in West-Deutschland.

Dies ist natürlich erst einmal schön, dass ich mir so ausrechnen kann was für eine Rente ich wohl einmal bekomme. Zumindest nominal, weil die Steigerungen des Rentenwertes kenne ich ja nicht.

Da der Rentenwert aber nie sinkt habe ich natürlich irgendwann ein großes Problem. Vor allem dann wenn Löhne und damit die Rentenbeiträge sinken und Eltern immer weniger Nachwuchs produzieren. Irgendwann habe ich dann wahnsinnig viele Alte mit vielen Rentenpunkten, aber keine Einzahler.

Die Lösung der Politik ist dabei, dass Rentenalter immer mehr anzuheben. Da aber nicht alle, bis zu diesem Alter, durchhalten können haben wir faktisch Rentenkürzungen für diese Menschen.

Denken wir uns also dieses System mal ein wenig um. Am Umlagesystem will ich nicht rütteln. Beim Thema Umlage hat ein Norbert Blüm schon recht. Kein anderes System kann wirklich absichern. Jede andere Anlage kann flöten gehen. Solange es aber Menschen gibt gibt es etwas umzuverteilen.

Also sehen wir das Rentensystem mal wie ein Unternehmen. Dabei hätten wir also Einnahmen in Form von Beiträgen. Davon ziehen wir nun die Verwaltungskosten ab und bekommen sozusagen einen freien Cashflow. Also Geld, dass nun zur Verwendung steht.

Bei einer Firma können Vorstand und Hauptversammlung dieses freie Geld nun ausschütten. Dies nennt man dann Dividenden. Damit das Unternehmen solide bleibt wird nur das ausgeschüttet, was auch eingenommen wurde und wirklich übrig ist.
Statt also Rentenpunkte würde man, in meinem Model, also Aktien ausgeben. Jeder der Rentenbeiträge bezahlt bekommt dafür Aktien der Deutschen Rentenversicherungs gAG.

Also erwerbe ich mir in meinem Leben Rentenversicherungsaktien. Dass was dann eben in meiner Rentenzeit an Kapital zur Verfügung steht ist meine Rente und je nach meine Anteilen wird dann prozentual ausgeschüttet. Jetzt schreien viele auf und sagen dieses Modell wäre ja Quatsch. Schließlich wüsste man ja so nie was man ungefähr bekommen wird. Die Situation der zur Ausschüttung verfügbaren Guthabens sei ja gar nicht abzusehen.

Nun gut das stimmt. Allerdings haben wir im aktuellen System in dem sich Renten maximal stagnieren doch eine Schein-Sicherheit. Dieses aktuelle gesetzliche Versicherungssystem stößt in Zeiten schlechter Löhne oder geringer Beschäftigung an ihre Grenzen. Dann muss der Staat zuschießen und dafür Infrastrukturprojekte, Bildung und Co zusammenstreichen oder neue Schulden machen. Wir schwächen durch die feste Zusage von Mindest-Rentenzahlungen nachhaltig unsere Deutschland AG. Dieses Problem hätten wir mit einem Rentensystem, nach Aktionärsprinz so nicht ( vorausgesetzt wir halten uns an das Prinzip des Ausschüttens des Erwirtschafteten ).

Damit hätten wir also schon einmal einen wichtigen Schritt Richtung solider Finanzen und Generationen-Gerechtigkeit getan.

Aber was mit den Leuten, die ein Leben lang nur niedrige Beiträge zahlen konnten? Dies ist dann natürlich ein Problem. Da diese in Zeiten, in denen unsere Renten gAG, wenig Geld zur Verfügung hätte ja fast nichts mehr bekommen würden.

Dieses Problem würde ich mit Hilfe von Vorzugsaktien lösen. Diese Vorzugsaktien bekommen mehr vom Cashpool als die normalen Aktien. Dabei wäre das Prinzip, dass man bis zu einem gewissen Einzahlungsbetrag Vorzugsaktien bekommt und danach nur noch normale Aktien. Ein Geringverdiener hätte also Vorzugsaktien. Ein Chefarzt zum Beispiel würde wegen seines hohen Verdienstes nur bis zu einem bestimmten Einzahlungsbetrages Vorzüge erwerben können. Danach gibt es für Hochverdiener dann nur noch normale Aktien. Ist dann eben sehr wenig Geld zur Verfügung werden eben notfalls nur noch die Vorzugsaktien bedient, um ein gewissen Mindestlevel bei den Auszahlungen zu halten. Dies wäre aber natürlich eine Extreme und der Gut-Verdiener würde schon mehr bekommen.

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