Unternehmen die in der Krise nicht verlieren und im Aufschwung stets gewinnen.

Für mich gibt es im großen und ganzen drei Arten von Unternehmen. Die konservativen und konjunkturunabhängigen wie Getränke, Nahrung, Tabak usw., die Zykliker und den Hybriden. Ein Hybrid? Dieser ist im Prinzip eine Mischung zwischen konservativ und zyklisch. Seine Stellung muss derart stark sein dass er wirtschaftliche Zeiten gut meistern kann und dabei von jedem Aufschwung profitiert. Ein Hybrid ist also ein Aktie, deren Fundamentaldaten nie in den Keller rauschen und zusätzlich im Aufschwung enormes Potential haben. Das beste aus zwei Welten…

Es gibt Aktien, die nie richtig günstig sein wollen. Nahrung, Alkohol, Tabak, Getränke und Co. sind immer gefragt. Dies ist natürlich erst einmal eine sehr positive Sache. Bei Aktien von Nestle, Coca Cola oder Philip Morris weiß man was man, im Depot, hat. Diese Werte haben ein starkes Produkt welches in guten, wie in schlechten, Zeiten nachgefragt wird. Uniliever JÜ Jahrensüberschuss 2007 2009 2011 Gewinn Der Nachteil ist jedoch, dass diese Produkte meist von den guten Wirtschaftszeiten nicht ebenso profitieren können, wie zum Beispiel die Zykliker.

Die Automobilindustrie ist zum Beispiel ein klassischer Zykliker. Läuft es wirtschaftlich schlecht und die Arbeitsmarktsituation ist ungewiss kommen traditionell schlechte Geschäftszahlen aus den Automobilwerken. Wer kauft sich den ein neues Auto, wenn er auf Kurzarbeit ist oder gar arbeitslos. Wer stattet sein Auto mit Leder und Holzarmaturen aus, wenn er nicht weiß ob er nächstes Jahr ein gutes oder schlechtes Einkommen hat. Die Zahlen die hinter der Aktie stecken gehen also hoch und runter. Ebenso wie die Dividenden, was natürlich für den Anleger eine schwere Kalkulationsbasis bietet.Daimler Jahresüberschuss 2007 2009 2011

Die Dritte Art von Unternehmen ist der Hybrid. Der Hybrid ist für den Dividenden-Investor, der langfristig eine sichere und stark wachsende Anlage sucht, der interessanteste Wert. Ein solcher Wert ist für mich zum Beispiel die große US-Eisenbahn Union Pacific (sry, wenn ich jetzt schon wieder mit der Eisenbahn anfange 😉 ).

Dies ist eine sehr interessante Entwicklung. Schließlich ist Union Pacific nur auf einem einzigen entwickelten Markt ansässig und kann so nicht durch einen Regional-Mix differenzieren. Im Krisenjahr 2009 hatte man zwar ein leicht schlechteres Ergebnis als im wirtschaftlich sehr guten Jahr 2008; konnte aber das gute Jahr 2007 immerhin noch schlagen. Nachdem dann das schlimmste vorbei war ging es dann rasant bergauf.
Union Pacific Hybrid EPS Gewinn pro Aktie 2007 2009 2011
Worin ist diese Gewinnentwicklung begründet. Sie ist ja weder zyklisch, noch konservativ stabil und langweilig.

Die einfachste Begründung ist wohl einfach die Macht der Eisenbahn. Sie ist zum Beispiel für 90 % der Transporte von Kohle zu den Kraftwerken zuständig. Energie wird immer gebraucht und so kommt auch die Eisenbahn immer zum Einsatz. In Ordnung dies erklärt, warum der Gewinn im schlechten Jahr 2009 nicht eingebrochen ist. Aber woher kommt der starke Aufschwung danach?

Union Pacific ist sich darüber im klaren, dass sie für viele Unternehmen elementare Dienste anbieten. Große Fabriken brauchen die Eisenbahn, um mit ihr Güter und Rohstoffe zu transportieren. Die Eisenbahn zwingt ihre Kunden dazu langfristige Verträge einzugehen. Für die Dienste der Eisenbahn muss also immer pauschal eine gewissen Mindestsumme gezahlt werden, ob jetzt viel oder wenig transportiert wird. Da die Kunden der Eisenbahn wissen, dass sie früher oder später auf deren Dienste angewiesen sind gehen sie auf diese Verträge ein. Damit kann zum Beispiel Union Pacific sich perfekt nach unten absichern. Dies ist wohl auch notwendig, wenn man die enormen Unterhaltungskosten eines Streckennetzes bedenkt. Die Verträge sind natürlich so gestaltet, dass Union Pacific in besseren Zeiten vom steigenden Transportvolumen dennoch profitiert. Mehr Fracht bedeutet also auch enorm hohe Gewinne, die dann für die Zukunft mit neuen Verträgen abgesichert werden.

Natürlich schmeckt dies einigen Kunden der Eisenbahn überhaupt nicht. Wirklich dagegen tun können sie aber nichts. Die Eisenbahn ist schlichtweg zu wichtig für sie. Kein anderes Unternehmen kann die gewünschte Transportaufgabe übernehmen und so müssen die Kunden diese Praxis akzeptieren. Mehr Informationen zum spannenden Thema Eisenbahn-Aktien gibt es bei Bemühen der Suchfunktion.

Es gibt noch andere Branchen in denen der Hase ebenso läuft, mir ist aber als erstes die Eisenbahn eingefallen. Für den Anleger, der auf sichere und steigende Dividenden setzt, sind solche Werte natürlich zuckersüß. In schlechten Zeiten muss man keine Angst vor Dividendenkürzungen haben und in guten Zeiten wächst die Dividende rasant mit. Wer weitere Firmen oder Branchen kennt die sich derart verhalten: Bitte teilen 😉 !

5 Gedanken zu “Unternehmen die in der Krise nicht verlieren und im Aufschwung stets gewinnen.

  1. Binsenweisheit! Nahrung und Transport der Nahrung geht immer, auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten! Essen und Trinken muss jeder, egal ob Millionär oder Hartz 4 Empfänger! Das wird, egal wie schlecht die Wirtschaft läuft, immer laufen. Auch Leute mit einem bescheidenen Budget, wie z.B. Empfänger von Transferleistungen bringen ihr Geld zum Discounter und Onkel Aldi und die Hersteller freuen sich über die Einnahmen 😉

  2. Mir ging es eigentlich nicht darum darauf hinzuweißen, dass Nahrung und Essen immer geht. Sondern auf die Sondersituation mancher Firmen und Branchen hinzuweißen, die sehr sicher sind und denoch große Wachsumszahlen in guten Zeiten ausweißen können.

    Gerade diese Werte können die Performance eines Portfolios nämlich enorm erhöhen.

  3. Hallo,
    das ist ein sehr interessanter Artikel, aber mich macht eines stutzig: 2009 kostete eine Union Pacific-Aktie 30€. Heute sind es 90€. Wie kann ein Eisenbahnunternehmen (dessen Streckennetz und Lokomotiven sich seit Jahrzehnten nicht verändern) innerhalb von 3 Jahren seinen Wert verdreifachen?
    Klar waren 2009 alle Aktien billig, aber sogar vor der Krise war das Allzeithoch „nur“ bei knapp unter 60€. Sollten diese 60€ also der faire Wert gewesen sein, dann sind wir heute 1/3 über diesem Wert. Oder haben wir erst heute einen fairen Wert (allein der aggressiv steigende Chart lässt mich nicht daran glauben) und die Aktien waren im vergangenen Jahrzehnt unterbewertet?
    Oder war der Wert stets einigermaßen fair, und die Wertsteigerung resultiert aus einer realwirtschaftlichen Veränderung (neues Streckennetz, günstigere Loks, mehr Aufträge…) von Union Pacific?

    • Jetzt fehlt natürlich noch das Fazit:
      Zumindest 2009 hat deutlich gezeigt, dass auch die Eisenbahn ein konjunkturabhängiger Wert ist. Momentan scheint sich die Aktie jedoch von den Börsen loszukoppeln. Ob das ein Zeichen von Konjunkturunabhängigkeit ist, ich wage es nicht zu beurteilen.

  4. MP, gut aufgepasst ;).

    Natürlich bin ich bereit meinen Artikel noch ein bischen zu untermauern.

    Zitiere nun einfach einmal die Ergebnisse aus den Jahresberichten von Union Pacific.

    2007 wurde ein
    „Earnings per share – basic ……………………………………………………….. $ 6.97 $
    Earnings per share – diluted…………………………………………………….. $ 6.91 $“
    ausgewiesen.

    2009
    „Earnings per share – basic $ 3.77
    Earnings per share – diluted $ 3.75“
    dabei muss man beachten, dass 2008 ein 1 für 2 Stockspli stattfand. Der Gewinn pro Aktie wäre auf 2009 bezogen also bei 7,5 $.

    2011
    „2011 Full Year Records
    Diluted earnings per share of $6.72 improved 22 percent.“ Benkt man den Stockplit von 2008 haben wir gemessen an 2007 ein fast doppelt so hohes Ergebnis pro Aktie.

    Nun kommen wir zu der richtigen Feststellung, dass der Kurs 2008 bereits ein damaliges Hoch von 83,90$ hatte und dann 2009 auf 35 $ stürtzte.

    Dies erkläre ich mir damit, dass in Union Pacific 2008 sehr viel Wachstum eingepreis wurde. Das KGV lag 2008 (bedenkt man den Stocksplit) bei 24,28. Da das Wachstum aber in unheimlich weite Ferne rückte, durch die Finanzkrise, viel dieser Kurs wie ein Stein.

    Heute haben wir ein Union Pacific KGV von 15,x. Daher sehe ich eine Überteibung nun nicht, generell sollte man bei Werten über 20 sehr vorsichtig sein.

    Bewusst gehe ich meinem Blog selten auf Kurscharts ein.Weil diese oft die langfrigtigen Fundamentaldaten nicht spiegeln. Es geht mir hier viel um Dividendensicherung, diese ist Fundamental bei Union Pacific dadurch gegeben. Auch 2009 wurde gutes Geld verdient, der Kurs gab dennoch nach. Die Aktie erwähne ich heute oft, da ich den Kurs aktuell angemessen finde. Wäre es sehr teuer würde ich hier niemanden darauf heiß machen.

    Lieber MP, jetzt wünsche ich dir noch ein schönes Fußballspiel und würde mich freuen wieder von Dir zu lesen 🙂 .

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