Der Staat sollte jede Art von Altersvorsorge anerkennen!

Wir sind ja angeblich ein freies Land und seid Jahren predigt die Politik, dass der Bürger selbst vorsorgen soll. Dies ist ja auch in Ordnung und dass der Staat nicht für alles Sorgen kann ist mir bewusst. Doch warum behandelt der Staat verschiedene Anlagen unterschiedlich. So wird zum Beispiel die Riester-Rente klar vom Staat bevorzugt. Dies widerstrebt für mich erstens völlig dem Gedanken der freien eigenen Vorsorge und zweitens ist diese doch auch eine Wettbewerbsverzerrung zu Gunsten von Banken und Versicherungsinstituten…

Persönlich halt ich wie viele andere auch viel davon Geld in solide Unternehmen zu stecken, die mich dann in Zukunft durch Dividendenzahlungen über Wasser halten sollen. Ich entscheide mich also nicht für einen Riester-Sparplan sondern bewusst dafür selbst zu entscheiden, wie ich mit meinem Geld vorsorgen möchte.
Nun nehme ich einmal an ich bin noch nicht auf einem finanziellen Level angelangt, in dem ich alle meine Kosten durch meine Anlagen decken kann und werde arbeitslos. Nun rechnet das Amt knall hart mit mir ab. Habe ich Aktien, Immobilien, ein Auto oder sonst etwas, dass angeblich zu viel wert ist muss dieses von mir veräußert werden.

Die Riester-Rente bleibt davon jedoch verschont. Dies ist doch eigentlich eine Sauerei und widerspricht für mich der Freiheit der finanziellen Selbstbestimmung. Entweder wird jede Vorsorge geschützt oder keine. Ob ich mich nun dafür Entscheide einen Riester-Vertrage abzuschließen, Aktien zu kaufen, eine Eigentumswohnung zu vermieten oder Goldmünzen zu bunkern ist meine eigene Entscheidung.

Falls ich wirklich Millionär bin, werde ich sowieso nie zum Arbeitsamt marschieren und Hartz IV beantragen.

Der Staat behauptet Riester sei eine Ausnahme und würde nicht auf mein Vermögen angerechnet, da es sich ja um Altersvorsorge handelt. Ja, aber was ist den bei einer Eigentumswohnung oder einer Aktie anders. Wäre mir meine Zukunft völlig egal würde ich sicher kein Geld investieren und mir mit der Auswahl und Betreuung meines Investments einen Haufen Mühe machen.

Argumentiert wird dann damit, dass meine Immobilie oder Aktie ja keine sichere Altersvorsorge sei. Riester sei aber garantiert. Von wem wird dies den garantiert? Von den Banken und Versicherungen. Diese Garantie gilt doch nur weil der Staat diese jederzeit rettet und ihnen unter die Arme greift ( nichts anderes ist Riester ).

Bei diesem Thema bin ich der Meinung wenn Riester besonders behandelt wird, müssen auch Aktien, Immobilien und andere Anlagen so behandelt werden. Ob dies dann zu teuer ist, ist das Problem der Politik. Niemand hat sie gezwungen für Riester extra Regeln einzuführen.

Bevor mir jetzt jemand hier Naivität vorwirft und mich auf die finanzielle Situation der öffentlichen Hand hinweißt: Diese ist mir bewusst. Mich stört jedoch entschieden die Ungleichbehandlung zwischen Riester und anderen Anlageformen!

Ob meine Anlage dann in der Zukunft ein Flop wird und ich am Existenzminimum lebe ist meine persönlich Entscheidung. Der Kauf einer Immobilie, Aktie oder sonstigem Investment hat gesamtwirtschaftlich ja auch enorme Vorteile gebracht. Schließlich sorgt nicht nur Ausgeben für wirtschaftlichen Aufschwung und Arbeitsplätze, sondern auch das Investieren.

4 Gedanken zu “Der Staat sollte jede Art von Altersvorsorge anerkennen!

  1. Ich denke, man sollte seine Anlagen streuen, eine Riesterrenet hat auch ihre Vorteile. Ich persönlich riestere und werde aber gleichzeitig auch in andere vermögensbildende Anlagen investieren. Mietshäuser und sichere Aktien mit guten Renditen.

  2. Hallo Ulrich,

    spannendes Thema, das mich auch seit Längerem umtreibt. Wo ich mir nicht sicher bin: Wie kann es der Staat schaffen, das bei allen geförderten Anlageformen sichergestellt ist, dass Fördermittel nicht missbraucht werden? In jedem Fall bräuchte es dann immer Regularien und damit Bürokratie.

    Und es ist ja nicht so, dass zum Beispiel im Rahmen von Riester keine günstigen ETF-Sparpläne möglich wären – es gibt nur für die Anbieter wenig Gründe, solche Sparpläne zu verkaufen.

    Und die alberne Garantie des Anlagekapitals ist natürlich schon durch ihre Ausrichtung auf den Nominalwert anstelle des Realwertes völlig sinnlos – und damit letztlich nur kostentreibend.

    Viele Grüße
    Holger

  3. Sehr richtig. Ich ärgere mich auch ständig über den Staat genau deswegen.

    Anstatt aber die Förderung oder den Schutz irgendwelcher Vermögensbestandteile auszuweiten, sollte man sämtliche Förderung und Sonderschutz einstellen und im Gegenzug die Steuern senken. Dann bleibt mehr Geld bei den Bürgern.

    Kluge Bürger investieren mit dem zusätzlichem Geld. Dumme Menschen versaufen oder konsumieren es. Letztere ist eher auf staatliche Hilfe angewiesen und muss sich auch auch triezen lassen, eine Arbeitsstelle anzunehmen. Mit der ständigen Bevorzugung wenig vorausschauender Leute (nichts anderes stellt unser Wohlfahrtsstaat dar), hebeln wir die natürliche Selektion aus. Menschen, die klug vorsorgen, dürfen grundsätzlich nicht bestraft werden. Beschlagnahmung von Vermögung ist eine derartige Bestrafung. Der Beamte, der sich seiner Pension sicher ist und nie vorsorgt, würde bei den linken Rezepten, die zur Zeit kursieren, niemals zur Kasse gebeten, obwohl sein Vermögen enorm ist (Vermögen = heutiges Vermögen + zukünftige Einnahmen, abgezinst = Barwert). Der Freiberufler mit seinen 200000 € in Aktien ist nur dem ersten Schein nach reich. Im Vergleich zum Beamten ist er arm. Ständig hält man die Hand über die Finanzstümper, die Angsthasen und Alkoholiker und wundert sich, dass die Finanzsstümper Finanzsstümper, die Angsthasen Angsthasen und die Alkoholiker Alkoholiker bleiben. Das hört sich radikal an und ist es auch. Radikal kommt von Radus, der Wurzel. Radikale Lösungen packen an der Wurzel an. Es ist kein Vorschlag, diese Menschen auszumerzen. Wer mir ans Zeug flicken will, wird mich natürlich in die Nazi-Ecke drängen und mir Vernichtungsfantasien unterstellen. Dem ist aber nicht so. Ich schlage nur vor, dass man aufhört, ständig die schützende Hand über die Leute zu halten. Ich bin gegen den paternalistischen Staat. So wie ein Kind keine gute Motorik erwirbt, wenn es ständig bewahrt wird, nie auf einen Baum klettern darf, so kann ein Mensch nicht investieren lernen, wenn ständig der „Vater Staat“ über ihn wacht. Einem Kind gibt man Taschengeld, weil es lernen soll, mit Geld umzugehen. Kinder, die immer alles sofort bekommen, weil das Geld der Eltern locker sitzt, werden meistens Finanzstümper. Kinder, die mit 2 Mark pro Woche Taschengeld auskommen mussten, so wie ich, werden gute Sparer. Ich habe als Kind oft Blödsinn gekauft und meine Mutter hat sich darüber lustig gemacht. Ich werde heute noch damit aufgezogen… Ich denke aber, dass ich meine Lektion gelernt habe.

    Einem Bürger überlässt der Staat recht wenig Verfügungsgewalt: Das darfst nicht, dieses auch nicht; kleiner Mann, nimm das. Da steht staatliche Förderung darauf. Und das ist das Grundproblem.

    Ärgerlich sind auch die volkspädagogischen Langzeiteffekte. Wenn man den Leuten einredet, nur Renten seien gut und Aktien total gefährlich, so gefährlich, dass man bei der Depoteröffnung so einen staatlich geforderten Wisch unterschreiben muss, dann setzt sich das fest. Das ist eine Entbürgerlichung und eine Proletarisierung, vergleichbar mit der Politik in der DDR, die jedes bürgerliche Rückgrat brechen musste. Die Folgen sind heute noch spürbar. (Ich komme selbst aus Ostdeutschland und ich weiß, wovon ich rede.)

  4. @Turing. Also es stimmt sicherlich, dass unser Staat hier einen falschen Weg geht. Das komplette Absichern der Bevölkerung hat in Zeiten des starken Wirtschaftswachstums funktioniert, heute stehen wir vor anderen Problmene. Das Problem bei der Politik ist, dass viele Menschen die in der Partei Karriere machen schlicht aus diesem System kommen. Wieviele Beamte sind im Bundestag? Diese denken nicht an Eigenverantwortung. Meine Mutter war Lehrerin und viele Kollegen waren der Meinung, dass sie mit 3000 Euro netto weit unter dem Gehalt eines einfachen Facharbeiters liegen würden.

    Langsam dämmert es, dass die Versorgung mit Rente und Pensionen (die enorm auf den Landeshaushalten lasten) gar nicht in der Lage ist für alle eine gute Absicherung zu gewährleisten. Hier kommt als einmal ein Stück Existenzangst, zum Zweiten ist in Deutschland jemand der etwas hat sowieso der Böse. Jeder der etwas aufbaut, ein Vermögen hat oder sonst etwas ist eh mit dem Teufel im Bunde. Weil, dass jemand vielleicht einfach klüger/vernünftiger/sparsamer durchs Leben geht, darauf kommt hier keiner.

    Diese Angst, Neid und eigene Passivität lassen auch erahnen, wer hier im Ernstfall zur Kasse gebeten wird. Nämlich Menschen, die vorrausdenken, sparen und sich selbst versuchen abzusichern. Es wird zwar viel geredet von selbst vorsorgen. Damit ist aber gemeint, dass man Maschmeyer und Co sein Geld überlässt. Wirklich eigenständiges Vorsorgen ist damit nicht gemeint… wer dies tut, wird eben immer wieder abkassiert… bis er vllt irgendwann aufgibt.

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