Sportstars sind oft nach der Karriere pleite!

Wer öfter abends die Markus Lanz Talkrunde beobachtet ist bestimmt schon auf den Werdegang von Eike Immel aufmerksam geworden. Der ehemalige DFB-Torwart ist nämlich blank und befindet sich in der Insolvenz. Ein Phänomen welches nicht nur Immel getroffen hat. Vermögensberater gehen davon aus, dass 30 % der aktiven Profis eigentlich chronisch Pleite sind. 50 % der Profis sind finanziell ruiniert. Nach einer Studie einer US-Universität stehen selbst NBA, MLB, NFL und NHL zu 70 % 7 Jahre nach Karriereende vor der Insolvenz. Zahlen die schon erschrecken, schließlich haben diese Stars alle Millionen verdient und einen traumhaften Lebensstil gepflegt…

Einer der großen finanziellen Verhaltensfehler, der mir in Interviews mit Sportstars schon oft aufgefallen ist, ist die Vorstellung die großen Gehälter würde immer weiter ausbezahlt. Das nach dem Karriereende meist das Einkommen enorm schrumpft scheinen die wenigsten realisiert zu haben. Vor einiger Zeit plauderte Eike Immel im ZDF darüber wie völlig maßlos das Ausgabeverhalten auch nach Karriereende weiterging. Er erzält von einer Shoppingtour mit einer Frau in der Düsseldorfer Innenstadt. In einer Nobel-Boutique hatte die Frau endlich die passende Jeans gefunden, die eine vierstellige Summe kostete. Da sich Immels Begleitung nicht auf eine Farbe festlegen konnte wurde das Jeansmodell in jeder verfügbaren Farbe gekauft.

Ein Lebensstil den man während der aktiven Profikarriere vielleicht noch finanzieren konnte bricht einem nach dem Karriereende, wenn das Einkommen weg ist, natürlich irgendwann das Genick.
Villa Mansion Anwesen Lebron James Miami Heat NBA
Noch verrückter geht es oft bei den US-Stars zu. Diese wechseln gerade gegen Karriereende noch sehr oft den Verein. Natürlich braucht ein US-Spitzensportler auch eine angemessen Villa mit Park, Köchen, eigenem Kinosaal, Yachten und Luxusfuhrpark und dazu jede menge Personal. War zum Beispiel ein US-Star in Chicago, Memphis, New Orleans, Portland und Los Angeles aktiv steht an jedem dieser Orte auch eine gigantische Luxusvilla, die natürlich auch nach dem Teamwechsel behalten wird. Spätestens nach Karriereende bricht dieses Kartenhaus natürlich zusammen. In der US Basketballligen gibt es Minimalgehälter. Selbst ein Bankspieler muss zum Beispiel nach 6 Profijahren mindestens ein 6-stelliges Gehalt beziehen. Bei den etwas bekannteren Spielern geht dieses Gehalt natürlich in zwei-stellige Regionen, wobei es natürlich auch noch sehr lukrative Werbedeals gibt.

Der Lebensstandard wird selbst für diese hohen Gehälter zu hoch angesetzt, dass nach Karrierende weniger Geld rein kommt scheinen viele völlig zu ignorieren. Spektakuläre Abstürze wie bei Mike Tyson oder Allen Iverson sind also sehr häufig. Tyson besaß bei Karriereende ein Vermögen von 500 Millionen $ und ging nach wenigen Jahren in die Insolvenz. NBA Star Allen Iverson verdiente in seiner NBA Karriere fast eine Milliarde $ und galt schon in den letzten aktiven Jahren als Pleite.
Allen Iverson Kette Jewellery debt schulden Schmuck
Beim Nobel-Juwelier Aydin & Company hat Iverson allein eine Rechnung von fast einer Millionen, für ein einziges Schmuckstück, offen. Die zahlreichen Villen und falsche Freunde taten ihr übriges.

Oft kommen zu dieser kurzfristigen Verschwendungssucht auch noch ein Umfeld, welches sich gnadenlos bereichern möchte. In Deutschland besonders beliebt ist bei Stars der Kauf von wertlosen Immobilien. Dabei hört man im Prinzip immer wieder von der gleichen Masche. Windige Geschäftemacher knüpfen Kontakte zu den oft jungen und finanziell völlig unerfahrenen Profis und drängen sie dann zu völlig überhöhten Preisen in irgendwelche Immobilien Deals. Dies geht natürlich auch noch eine Nummer Größer. Der frühere Chica Bulls Star Scottie Pippen, der mit Michael Jordan eine Meisterschaft nach der anderen gewann, verlor über 120 Millionen $ mit Investitionen in gescheiterte Geschäftsideen. Dabei wurde mit dem Geld der Stars ganze Flugzeugflotten gekauft.

Für den normalen Anleger lassen sich dabei zwei Schlüsse folgern. Erstens natürlich: Passen sie auf wer sich in ihrem Umfeld bewegt. Sind dies wahre Freunde oder Menschen, die sich Vorteile versprechen und sie dahingehend beeinflussen. Die ungleich höhere Bedrohung ist jedoch die Einschätzung der eigenen langfristigen Finanzsituation. Oft gibt es das Phänomen, dass sich Menschen sobald die einen Job gefunden haben erst einmal ein relativ teures Auto kaufen. Dieses Auto wird finanziell sehr lange belasten und nach ein paar Jahren kaum noch etwas wert sein. Man sollte sich also davor hüten Statussymbole zu erwerben, die ein Nummer zu Groß sind. Doch auch Menschen mit guten Gehältern laufen oft Gefahr am Ende abzustürzen. Bin ich zum Beispiel im Außendienst beschäftigt und verdiene dort gutes Geld, kann ich mir zwar allerhand an Luxus leisten. Die Frage ist jedoch, wie lange kann ich diesen Beruf körperlich und psychisch durchstehen. Gerade bei Berufen, bei denen es sehr unsicher ist, ob sie bis ins hohe Alter ausgeführt werden können ist Vorsicht angesagt. Hier ist frühzeitige Finanzielle Vorsorge angesagt, da sonst der psychische Druck noch steigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.