Aktien mit Burgwall – Firmen die keine Konkurrenz fürchten

Es gibt Erfolgsbranchen die plötzlich den Bach runter gehen. Warum ist dies so? Das Problem ist oft, dass die Technik oder das Produkt zu leicht und günstig Nachzuahmen sind. Dies sind man aktuell besonders schön an der deutschen Solarbranche. War dieser Sektor vor einigen Jahren noch einer der großen Lieblinge der Börse verlässt nun jeder das sinkende Schiff. Das Problem: Das Herstellung von Solarzellen ist zu einfach. Der Hauptkostenpunkt ist Energie und die Energiekosten in Deutschland sind wesentlich höher als in China. Folglich wird der Markt mit wesentlich günstigeren Solarzellen überschwemmt und die Absätze deutscher Solarfirmen brechen ein. Darum empfehle ich Firmen aus Branchen, die einen Schutzwall haben. Schutzwall bedeutet, dass es schier unmöglich für neue Firmen ist in das Geschäftsfeld einzudringen…

Nehmen wir an ich hätte eine Firma die Kugelschreiber herstellt. Nichts besonderes, ganz normale Kugelschreiber. Das Geschäft läuft gut. Aber plötzlich kommt irgend so eine China-Bude und stellt auch Kugelschreiber her. Diese können in China aber aufgrund irgendwelcher fehlender Umweltvorschriften und niedrigerer Arbeitslöhne viel günstiger hergestellt werden. Ein Markenname bieten im Segment, der billigen Kugelschreiber, auch keinen Schutz. Folglich habe ich jetzt ein ernsthaftes Problem.

Als Anleger bedeutet dies für mich, dass ein langfristig erfolgreiches Investment einen gewissen Burggraben braucht. Jedes Unternehmen macht einmal einen Fehler, bekommt negative Presse oder verpasst einen neuen Trend. Darum ist es wichtig, dass in einem solchen Fall nicht sofort neue Konkurrenz erscheint und dem Unternehmen das Wasser abgräbt.

Es gibt daher eine einfach Regel für mich. Kaufe nicht die No 3 oder No 4 in einer Branche; kaufe die No 1. Nehmen wir das Getränke-Geschäft. Coca Cola ist hier die No 1. Coca Cola hat das beste Vertriebsnetz, die bekannteste Marke und die höchsten Margen. Dies ist schon ein sehr großer Schutz. Ein neuer Konkurrent kann ein solches Vertriebsnetz überhaupt nicht kopieren und zweitens könnte Coca Cola ja mit den Margen runter und so den Neuling unter Druck setzen. Es käme also kaum einer auf die Idee mit Milliarden von Euro einen neuen Getränkeriesen aufzubauen und damit Pepsi, Coca Cola oder Nestle angreifen zu wollen. Der Gedanke sich mit diesen Giganten anzulegen würde jeden Investor von der Idee dieser Neugründung sofort abbringen.

Ein zweites Beispiel ist die Eisenbahn, einer meiner Anlage-Schwerpunkte. Nehmen wir an auf der Strecke Los Angeles – Chicago kann man derzeit das große Geld verdienen. Der einzige Streckenbetreiber wäre der US-Riese Union Pacific. Obwohl die Strecke sehr lukrativ ist, wird keine neue Konkurrenz in den Markt eindringen. Der Bau einer solchen Strecke würde nicht nur Jahre dauern, sondern auch derart viel Geld verschlingen, dass niemand einen neuen Konkurrenten aufbauen würde.

Ähnlich verhält es sich im Prinzip auch mit Stromnetzen oder der Wasserversorgung. Doch sollte man hierbei genauer hinsehen. Vor allem hierzulande kann es passieren, dass die Politik plötzlich Unternehmen verpflichtet ihre Netze und Infrastruktur neuen Marktteilnehmern, zu vertretbaren Preisen, zur Verfügung zu stellen.

Trotz dieses gewissen Risikos eines Staatseingriffs sind Unternehmen in Branchen mit sehr hoher Eintrittsschwelle sehr zu empfehlen. Nehmen wir eine Microsoft Aktie. Windows läuft auf 90% der Computer weltweit, die Software, die Firmen und Privatpersonen besitzen, ist auf Windows zugeschnitten. Die Hardware, vom Drucker bis zur Soundkarte, ist auf Windows zugeschnitten. Ein neuer Markteilnehmer hat also keine Chance Microsoft wirklich unter Druck zu setzten. Da kann das neue Windows noch so viele Fehler und Nachteile haben; ein Konkurrent kann sich nicht durchsetzten.

Oft wird von Firmen berichtet, die irgend ein neues Produkt haben und damit auf den Markt wollen. Interessanter ist es jedoch zu schauen, wie groß ist der Vorsprung der Branchengrößen. Auf eine No1 oder No2 zu setzten ist nämlich meist wesentlich vielversprechender, als sich von irgend einer Powerpoint-Präsentation eines neuen Unternehmens blenden zu lassen.

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