Wüstenrot & Württembergische – Der Euro für 41,5 Cent

Bausparen, Lebensversicherung, Krankenversicherung, Pfandbriefbank mit langweiligem Main-Street-Bank-Geschäft und das alles aus dem Schwabenländle.

Klingt langweilig. Langweilig genug, um auch in der Zukunft relevant zu sein? Ja, ich denke schon.

Das Ende des Bausparens oder der Lebensversicherung einzuläuten, wie es hin und wieder passiert, scheint mir doch mehr als übertrieben. Sehr viele Menschen werden auch in Zukunft mit Hilfe dieser Bausteine Vermögensaufbau und Absicherung erreichen wollen. Spiele übrigens auch gerade mit dem Gedanken einen Bausparvertrag abzuschliessen, um die aktuell niedrigen Zinsen in die Zukunft zu übernehmen.

Vielleicht klingelt es jetzt schon bei einigen, die heute von mir vorgeschlagene Aktie heisst „Wüstenrot & Württembergische AG“. Ein Wert, der operativ inzwischen wirklich überzeugen kann und einiges an „zu hebender“ Substanz in der Rückhand hat… Weiterlesen

Es ist einfach zum Heulen

heute Morgen leerte ich wie jedes Wochenende meinen Briefkasten. Abgesehen von den üblichen Werbeschreiben, Sendung meiner Krankenkasse etc. lag auch ein Brief der deutschen Rentenversicherung bei. Ehrlich gesagt gebe ich auf die gesetzliche Rentenversicherung schon lange nichts mehr, daher habe ich mir diese die letzten Jahre auch nie wirklich angesehen.

Klar, die Rente ist sicher und in diesem Punkt werden wir von der Regierung auch nicht angelogen. Über die Höhe der Rente und ob diese zum Leben (nicht nur zum Überleben) ausreicht wurde ja keine Aussage getätigt (verdammte Politikerkaste).

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Lebensversicherungs-Aktien: Die Geschichte sagt kaufen!

Auf Intelligent Investieren (hier klicken) hab ich den Artikel zum Thema Lebensversicherungen und die Risiken durch die aktuellen Niedrigzinsen gelesen und ich will dem Beitrag von Michael nicht widersprechen.

Doch auch eine konträre Sicht der Dinge aufzeigen.

Vor kurzem habe ich ein Buch [The Davis Dynasty: Fifty Years of Successful Investing on Wall Street]über den eher unbekannten Investoren Shelby Davis gelesen.

So verrückt es aktuell klingt, dieser Mann hat über Jahrzehnte eine unheimlich starke Rendite auf Warren Buffet-Niveau eingefahren und alles begann mit niedrigen Zinsen, hohen Zinsversprechungen und Versicherungsaktien.

In den 50ern (wie heute) wollte keiner die Lebensversicherer haben und konträre Anleger verdienten doch damit unheimlich viel Geld Weiterlesen

Münchener Rück – Hauptversammlung, Zahlen und Erwartungen

Wie aufmerksame Leser meiner Beiträge wissen, gehört die Aktie der Münchener Rück seit Anfang 2011 fest zu meinem privaten Portfolio.
Letzte Woche fand die diesjährige Hauptversammlung statt, die erste, die ich besucht habe.
Insgesamt eine doch recht interessante Erfahrung, auch wenn ich es als einigermaßen nervig empfinde, wenn einige meinen, solche Veranstaltung für die Verfolgung ganz andrer Zwecke für sich nutzen zu müssen. Lässt sich aber wohl leider nicht verhindern.
Hauptthema des Tages war die anhaltendende Niedrigzinsperiode und die Diskussion um die richtige Anlagestrategie. Das Management hielt hier an seiner Linie fest, nicht durch höhere Risiken zu versuchen, höhere Kapitalmarkterträge zu erzielen. Der bedauerlich niedrige Anteil an Aktien und Immobilieninvestments ist der europäischen Regulierung zu verdanken. Kern der Wertschaffung soll jedoch in der Versicherungstechnik erfolgen.
In dieser Hinsicht waren die Nachrichten, die der Vorstand für uns Aktionäre hatte, durchmischt. Im klassischen Rückversicherungsgeschäft verschlechtern sich aktuell weiter die Preise, da die Niedrigzinsen sowohl die Kapitalbasis der potentiellen Kunden auf Erstversichererseite, als auch die der Wettbewerber aufblähen. Im Geschäft mit großen Naturkatastrophen kommen durch die niedrigen Zinsen, Renditejäger aus fremden Branchen wie Pensionskassen hinzu. An der Königinstraße versucht Weiterlesen

US-Zinsen mit Hebel – Bank of Utica

Danke erstmal an Marfir für seinen ausführlichen Beitrag über Apache.

Eine Aktie, die mich seit längerem Zeit sehr fasziniert ist der amerikanische Small Cap-Wert „Bank of Utica“.

Die Bank wird immer mal wieder in amerikanischen Blogs angerissen und verschwindet dann wieder von der Bildfläche.

Die Bank von Utica hat ihren Hauptsitz ( oder besser die einzige Niederlassung ) in der verschlafenen amerikanischen Stadt Utica. Sie besteht seit 1927 und wird in der vierten Generation von der Sinnott Familie geführt.

Auf der Main-Street zuhause

Weit weg von der Wall-Street betreibt die Bank ein ziemlich langweiliges Geschäft. Sie sammelt Einlagen ein und steckt diese zum größten Teil in Anleihen von anderen großen Banken und Staaten. Eine große Kreditabteilung für private Haushalte oder kleine Unternehmen gibt es nicht. Dieser Umstand wird ein Resultat aus dem recht geringen Personalbestand und dem niedrigen Kapitalbedarf in dem vor sich hinträumenden Städtchen sein.

Gewinne werden also aus dem Spread ( Differenz zwischen Zinsen auf Kundenguthaben und der Rendite der Anleihenbestände ) gemacht.

Langweilig, wenig Risiko, derzeit natürlich renditeschwach und mit Skalen-Effekt Weiterlesen

Analyse Apache Corp.

Sehr geehrte Leser,

nach meiner letzten Analyse, in der ich Subsea 7 vorgestellt habe, hatte ich versprochen einen interessanten US Fracker vorzustellen. Jetzt ist es endlich soweit. Eine kleine Einschränkung gibt es aber. So ziemlich alle größeren börsennotierten Öl-Unternehmen mit Operationsgebieten in Nordamerika sind keine reinen Fracking-Firmen. Viele fördern alles mögliche von Leicht- bis Schweröl, bis hin zu Erdgas. Und das sowohl onshore als auch offshore. So manches Unternehmen betreibt auch ein Tankstellennetz oder Raffinerien oder versucht sich an kanadischen Teersanden. Und natürlich ist nicht jedes Öl-Unternehmen auf Nordamerika beschränkt. Unter den reinen Frackern befinden sich eher kleinere Unternehmen, wovon auch nicht alle börsennotiert sind.

Bei der folgenden Analyse wird es darum um ein Unternehmen gehen, dass ebenfalls mehrere Geschäftsbereiche aufweist. Allerdings werde ich auch beim Branchenvergleich keine Öl-Multis betrachten, sondern ausschließlich Förderer (bzw. mit überwiegendem Umsatzanteil). Diese sind (neben Dienstleistern) vom Ölpreisverfall am stärksten betroffen und haben entsprechend stark an der Börse gelitten…. Weiterlesen

Musterdepotkauf – International Business Machines (IBM)

Viele von unseren Lesern werden darauf gewartet haben, aber aus Zeitmangel, kommt der Einstieg in IBM im Musterdepot erst jetzt zu schon etwas unvorteilhafteren Kursen als in den letzten Wochen. Dennoch bin ich, hinsichtlich der Ertragsaussichten und der Bewertung des Unternehmens optimistisch für die nächste Zukunft.
Meiner Meinung nach ist die vielfach geäußerte Kritik an IBM recht oberflächlich und verkennt die Besonderheiten der IBM-Bilanz und der speziellen Situation des Unternehmens.

1. Die Schulden IBMs

Ich hatte in früheren Beiträgen schon darauf hingewiesen, dass die reine Angabe von IBMs Verbindlichkeiten irreführend ist, weil sie das Segment Global Financing, das im Endeffekt Bankgeschäft betreibt mit beinhaltet. Die übliche Berechnung der Nettoverschuldung von Nichtbanken berücksichtigt zwar Cashbestände, jedoch nicht ausstehende Forderungen. Sobald das Industriegeschäft mit Bankgeschäft vermischt wird, wie im Falle IBMs führt das übliche Vorgehen zu mehr Verwirrung als Erkenntnis. DIe Verschuldung IBMs gemessen an der Ertragskraft ist unkritisch, und auch das Bankgeschäft ist mehr als hinreichend kapitalisiert, wie in einem früheren Beitrag bereits einmal dargelegt.

2. Die Umsatzentwicklung

Auch diese Thematik hatte ich in früheren Beiträgen schon mehrfach angeschnitten. Bei der Transformation von transaktionsgetriebenem Hardware, zu lizenzgebundenem Softwaregeschäft, sinkt vorübergehend fast zwangsläufig der Umsatz, weil sie auf mehrere Jahre verteilt werden. Dafür sinkt die Zyklik und die Kapitalintensität, die Margen sind höher, sodass die aufs eingesetzte Kapital erzielten Renditen deutlich höher sind.

3. Die Ertragskraft

Auch hier herrscht einiges an Verwirrung auf Grund der unterschiedlichen Herkunft der Gewinne. Spaltet man IBM gedanklich in 3 Teile auf, in ein Software- und Serviceunternehmen, eine Bank, und ein Hardwareunternehmen, so haben wir hier drei Unternehmen mit völlig unterschiedlichen Ertrags- und Wettbewerbssituationen.
Das Service- und Softwaregeschäft zeichnet sich aus durch eine sehr hohe Berechenbarkeit und Stabilität. Weder große Ausreißer nach oben, noch nach unten sind hier zu erwarten. 2013 erzielte dieses Segment einen Vorsteuergewinn von 17.860 Millionen US-Dollar. Einen Betrag den ich auch für die kommenden Jahre als realistische Ertragskraftbasis ansehe, der vermutlich langsam und stetig ansteigt. Nimmt man eine Steuerquote von 25% an, was mehr ist, als IBM in den letzten Jahren bezahlen msuste, kommt man auf eine Nettoertragskraft von 13.395 Millionen $.
Das Bankgeschäft von IBM hat sich über die Jahre als erstaunlich unzyklisch und stabil erwiesen. Deshalb würde ich auch hier das Jahr 2013 als durchaus repräsentativ für die generelle Ertragskraft ansehen. Setzen wir als Steuerquote 35%, weil es hier schwerer ist, Erträge in Niedrigsteuerländer zu verschieben, so kommt die IBM-Bank auf netto 1.411 Millionen $. Das Hardwaregeschäft befindet sich derzeit im zyklischen Tief und erwirtschaftete 2013 Verluste. Für meine Bewertung setz ich es einfach mal mit Wert Null an. Nur der Einfachheit halber.
Übrigens habe ich das Segment “Others”, das ebenfalls deutliche Verluste schreibt komplett dem Bereich Software und Services zugeschlagen. Ebenfalls der Vereinfachung zuliebe.

4.Bewertung:

Also hätten wir für IBM eine stabile Ertragskraft von etwa 14,8 Milliarden US-Dollar. Bei etwa 990 Millionen Aktien wären das etwa 15 Dollar je Aktie. Mit konservativen Annahmen hinsichtlich Hardwaregeschäft, Steuerquote usw. Dann hätte wir für ein Unternehmen mit Kapitalrenditen jenseits der 20% ein KGV von etwa 12.
Aus diesem Grund ist IBM der nächste Kauf im Musterdepot. 35 Aktien zu je 143,61 Euro (letzter Schlusskurs Frankfurt) landen in provinzlers Musterdepot.